Magdeburg l Börde-Coach Tobias Ellrott verzichtete auf den geplanten Besuch des Bundesligaspiels Hannover – Dortmund („In der gegenwärtigen Situation muss ich bei meiner Mannschaft sein“), sah völlig verkorkste 20 erste Minuten seiner Schützlinge. Verunsichert in der Abwehr, kamen die Stadtfelder kaum über die Mittellinie. Das frühe Gegentor sorgte für zusätzliche Unruhe. Nachdem sich Liridon Spahija und Marcel Scheinhardt gegenseitig behinderten, vollendete letztlich Jannick Hempowicz per Kopf zum 0:1 (8. Minute).

Danach waren die Gastgeber noch nervöser, leisteten sich serienweise Ballverluste und hatten riesiges Glück, nicht gleich noch mehr Gegentore zu schlucken. So als Christopf Römling den herausstürzenden MSV-Keeper Christian Weihmann schon ausgespielt hatte, aber nur den linken Pfosten traf (16.). Robin Zern schoss wenig später ans Außennetz. Auch da war Weihmann außerhalb des Strafraumes schon ausgespielt (18.).

Dann legten die Hausherren aber den Schalter um, kamen durch Mathias Rhode (23.) und einen Kopfball von Marcel Scheinhardt (31.) zu Möglichkeiten. „Da haben wir endlich das gespielt, was ich von Anfang an wollte, nämlich mit langen Diagonalbällen die schnellen Außen einzusetzen“, sah Elltott den Hauptgrund für das nun bessere Spiel seiner Elf. Die belohnte sich mit dem Ausgleich gegen zusehends beeindruckte Ammendorfer. Simon Witt schloss nach Vorarbeit von Scheinhardt und Wunderling energisch aus kurzer Distanz ab – 1:1 (34.).

Daniel Zoll, der zur Pause rotgefährdet draußen blieb, prüfte Guth mit einem Knaller aus 30 Metern (37.). Börde hatte nochmals Glück, als Römling völlig freistehend das leere Tor verfehlte (42.).

Nach Wiederbeginn passierte eine ganze Weile kaum etwas, ehe die Gäste eine Inkonsequenz auf der linken Börde-Seite nutzten, Einwechsler Tobias Cramer die folgende Eingabe aus Nahdistanz zum 1:2 nutzte (65.). Zuvor hatte sich Ellrott mit Schiedsrich-terassistent Martin Beutel angelegt, weil der eine geplante Einwechslung „übersah“. Später musste der erst mit Beginn der zweiten Halbzeit gekommene junge Paul Spindler für David Berlin Platz machen. „Das war keine Höchststrafe für Spindler, sondern eine taktische Maßnahme“, begründete später Ellrott. Dessen Team drängte zwar auf den erneuten Ausgleich, doch Lohse (76.) und Leonhardt (90.) hatten mit ihren Schüssen Pech.

Auf der Gegenseite verhinderte Kapitän Peter Sommer mit letztem Einsatz das mögliche 1:3, als er einen Querpass von Cramer auf den völlig freien Römling mit letztem Einsatz unterband (84.).

„Heute waren wir schon 70 Minuten konkurrenzfähig“, befand Ellrott nach Spielschluss.