Magdeburg l Die gute Laune haben sich die Regionalliga-Damen des Magdeburger FFC nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal ebenso wenig nehmen lassen wie das gemeinsame Singen. So schallte am Sonnabend nach dem 0:8 gegen die Bundesliga-Vertretung des 1. FFC Turbine Potsdam nicht – wie nach Siegen üblich – das Magdeburger Lied aus dem Mannschaftskreis, sondern ein Part aus dem Song „Zehn kleine Jägermeister“. Abgeschlossen wurde die Gesangseinlage mit einem Vers, der bestens in das Gesamtbild an diesem Tag passte: „Davon wird die Welt nicht untergehen, Mensch ärger dich nicht.“

Obwohl am Ende ein so deutliches Resultat stand, hatten sich die Magdeburgerinnen nämlich nichts vorzuwerfen. „Es war eine positive Erfahrung, bei der auch wir unsere Qualitäten zeigen konnten“, war Innenverteidigerin Wiebke Seidler grundlegend zufrieden, „auch wenn das Ergebnis zu deutlich ausfiel“.

Derselben Überzeugung war Abwehrkollegin Fabienne Wendt. „Wir haben als Mannschaft geschlossen gekämpft und uns zu keinem Zeitpunkt aufgegeben“, freute sich die 19-Jährige und relativierte das 0:8: „Auch in der Frauen-Bundesliga gibt es immer mal wieder sehr deutliche Ergebnisse. Von daher haben wir uns gut geschlagen.“

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Naujoks mit der Chance zur MFFC-Führung

Und nicht nur das, die Magdeburgerinnen hatten im mit 455 Zuschauern sehr gut besuchten Heinrich-Germer-Stadion sogar die Gelegenheit zur Führung. Lisa-Marie Naujoks‘ Distanzschuss in der siebten Minute hätte wohl genau in den Knick gepasst, wenn Gäste-Torhüterin Jamie Gerstenberg ihn nicht mit den Fingerspitzen über den Querbalken gelenkt hätte. „Ich habe mir nicht viel dabei gedacht, sondern einfach mal abgezogen“, berichtete Naujoks und ergänzte: „Ich wüsste nicht, was passiert wäre, wenn das Ding reingegangen wäre.“

So aber nahm das ungleiche Pokalduell seinen erwarteten Lauf, nachdem Melissa Kössler den haushohen Favoriten in der 14. Minute in Front schoss. Nach einer guten halben Stunde stand es nach weiteren Treffern von Nina Ehegötz, Kössler und Kapitänin Karoline Smidt Nielsen bereits 4:0 für Turbine.

„Das Verteidigen war wesentlich anspruchsvoller als in der Regionalliga, aber das sollte man bei dem Klassenunterschied auch meinen“, scherzte Wendt, die vor dem Seitenwechsel selbst auf der Torlinie noch einen Einschlag vereitelte. „Im Mannschaftsverbund haben wir gut gearbeitet, aber Potsdam mit individuellen Fehlern eingeladen“, analysierte Seidler.

Ausgewogeneres Duell nach dem Seitenwechsel

Zwar legte Turbine unmittelbar nach dem Wiederanpfiff mit dem fünften Treffer vor, doch entwickelte sich in der Folge ein ausgeglicheneres Duell. So kamen die Magdeburgerinnen vor allem über die Außen zu vereinzelten Vorstößen, bei denen es jedoch am vorletzten oder letzten Pass scheiterte.

Die beste Chance zum ersehnten Ehrentreffer hatte Jessica Fischer auf dem Fuß, geriet bei ihrem Schuss in der 86. Minute allerdings in Rückenlage. Das konnte die Laune aber ebenso wenig drücken, wie der 0:8-Endstand, den Adrijana Mori mit dem Schlusspfiff stilvoll per Hacke erzielte.

Großer Spaß vor großer Kulisse

„Potsdam ist nicht umsonst Dritter in der Bundesliga. Die Mannschaft ist spielerisch und athletisch weiter, als wir es sind, dennoch hat es großen Spaß gemacht“, berichtete Naujoks. Seidler stimmte dem zu: „Es war ein toller Vergleich, der gezeigt hat, dass wir viel Potenzial haben.“

Und eines wusste bei den Spielerinnen wie bei Vereinspräsident Christian Brachvogel ganz besonders zu gefallen: die Kulisse. „Dass es über 450 Zuschauer werden, hätten wir nicht gedacht. Es war im gesamten Rahmen eine tolle Veranstaltung für den Magdeburger Frauenfußball“, schwärmte Brachvogel. So gab es beim anschließenden mannschaftlichen Abendessen mehr als genug Gesprächshemen, ob vom sportlichen Duell mit Bundesliga-Spielerinnen oder dem Einlaufen mit Gänsehaut.