Magdeburg l Die 2:3 (0:0)-Heimpleite am Freitagabend gegen Schlusslicht Union Schönebeck hat Spuren bei den Fortunen hinterlassen. Auch bei Youngster Nick Seguin.

Spuren bei Nick Seguin

Der Rechtsverteidiger saß nach dem Schlusspfiff mit lädiertem Knie und blutverschmiertem Trikot in der Kabine. „Das war heute ganz schlecht von uns. Defensivarbeit war praktisch gar nicht vorhanden. Heute war anscheinend auch der Wille bei uns nicht so groß”, analysierte der Jüngste aus dem Seguin-Fußballclan die Niederlage.

Nick Seguin verkörpert praktisch die dritte Seguin-Generation im Magdeburger Fußball nach Opa Wolfgang „Paule” Seguin und Vater Norman. Weitaus bekannter als der 19-Jährige ist jedoch sein nur fünf Jahre älterer Onkel Paul, der beim VfL Wolfsburg als Bundesligaprofi seine Brötchen verdient.

Großartig, was Paul geschafft hat

„Das ist großartig. Wenn man überlegt, was Paul schon alles so geschafft hat“, sinniert dessen Neffe Nick, der einst beim FCM begann, dann aber zu TuS 1860 kam, ehe er im Sommer bei den Verbandsliga-Männern des SV Fortuna einstieg.

Trainerlob für jungen Seguin

„Nick ist schon ein Guter. Ich denke, dass er nach vorn noch mehr Qualitäten hat. Aufgrund der vielen verletzungsbedingten Ausfälle spielt er momentan hinten. Er ist beidfüßig stark, hat ein gutes Kopfballspiel, eine gute Geschwindigkeit. Zweikampfmäßig kann er sich sicherlich noch verbessern“, so sein Trainer Dirk Hannemann, der mit Nicks Vater Norman Seguin noch gemeinsam beim MSV 90 Preussen spielte.

Mit Fußball wird Nick Seguin künftig wohl nicht sein Geld verdienen, und auch nicht in der familieneigenen Reinigungsfirma einsteigen, die mittlerweile Norman Seguin vom Gründer Wolfgang Seguin gemeinsam mit seinem ältesten Bruder Maik als Geschäftsführer übernommen hat.

Nick ist Azubi bei der Deutschen Bahn als Fachkraft für Schutz und Sicherheit, pendelt unter der Woche immer zwischen Leipzig und Halle, verpasst aber dennoch kaum ein Training am Schöppensteg in Magdeburg.

Abendspiele ein Grauel

Abendspiele in der kalten Jahreszeit sind übrigens nicht so das Ding für Nick Seguin. „Lieber nachmittags bei Sonnenschein und 25 Grad Wärme. Das ist herrlich“, schwärmt Nick. Dass der SV Fortuna trotz des Rückschlages nach zuletzt zwei gewonnenen Spielen die Liga hält, ist für den Junior keine Frage. Und auch auf Coach Hannemann hält er große Stücke: „Er ist lustig, hat sehr viel Ahnung von Taktik, war ja früher auch ein großer Fußballer.“

Der so Gelobte war am Freitag nach der sechsten Saisonpleite natürlich bedient. Nach den vorherigen Erfolgen gegen die „Großen“ Thalheim und Westerhausen wurmte die Niederlage gegen Schlusslicht Schönebeck natürlich besonders: „Wir waren nicht so gallig wie zuletzt, haben in den entscheidenden Situationen einfach zu viele Fehler gemacht.“

So konnte Marcus Bolze die Gäste gegen eine unsortierte Fortuna-Abwehr zweimal in Führung bringen. Christopher Garz gelang zwar per Abstauber am langen Pfosten bzw. mit einem Sonntagsschuss unter die Latte jeweils der Ausgleich. Als jedoch Mathias Rhode nach einem Lattenkratzer und viel Ping-Pong 20 Minuten vor Schluss die Kugel zum 2:3 über die Linie bugsierte, war der Schönebecker Sieg perfekt.