Magdeburg l Wenn die Traditionsmannschaft des 1. FC Magdeburg am Sonntag ab 15 Uhr mit dem Auftritt beim SV Germania Peickwitz ihre Sommertour 2019 startet, geht Teammanager Jürgen Brennecke in seine 13. Saison.

Ein Glücksgriff

Die Verpflichtung von Brennecke für diesen Job erwies sich als Glücksgriff. Ist es doch nicht so einfach, die Anforderungen an eine Traditionsmannschaft und die Befindlichkeiten ihrer Mitglieder, die zwischen knapp 30 und Mitte 70 Jahre alt sind, unter einen Hut zu bringen. Brennecke erwies sich als wahres Organisationstalent, sei es nun bei der Beschaffung von Transportmöglichkeiten, Sportkluften oder sonstigen Utensilien.

„Vor genau zwölf Jahren haben mich der damalige Chef Günter ,Wacki´ Wagner und unser Altinternationaler Wolfgang ,Paule´ Seguin gefragt, ob ich den Job übernehmen würde“, erzählt Brennecke. Wagner fiel auf Grund eines Unfalls länger aus, wollte zudem ruhiger treten.

Bei Motor Südost fing alles an

Brennecke, der 1958 bei Traktor Niederndodeleben mit dem Kicken begann, 1975 zur damaligen BSG Motor Südost (heute Fermersleber SV) wechselte, bekam mit seinem Übertritt zu den Alten Herren im Jahr 1981 Kontakt zur Traditionsmannschaft. „Damals haben wir stets am Gründonnerstag mit den Südoster Alten Herren gegen die Traditionsmannschaft gespielt, bei der u. a. noch Strategen wie Günter Fronzeck, Günter Hirschmann und Günter Behne kickten“, sagt der heute 70-Jährige rückblickend.

Nach einem solchen Kick bekam Brennecke die Anfrage, ob er nicht auch bei der Traditionself des Clubs mitspielen wolle. „Das war für mich eine riesengroße Ehre.“ Er sagte zu, kickte bis zu seinem 57. Lebensjahr mit. „Das war eine schöne Zeit, zumal man mit Fußballern auf dem Platz stand, die man ansonsten nur aus dem TV kannte.“

Höhepunkte in seiner aktiven Traditionself-Zeit waren ein erstes Hallenturnier nach der Wende in Salzgitter, als u. a. Wolfgang Overath und Alan Simonsen aufspielten, ein Spiel unter dem Motto „Pokalsieger Ost gegen West“ in Kühlungsborn gegen Borussia Möchengladbach sowie ein Vorspiel im Hamburger Volksparkstadion vor der Bundesligapartie HSV gegen Uerdingen gegen die Oldies des Uwe-Seeler-Clubs.

Als Quereinsteiger zum FCM

Über die Jahre wurde aus dem „Quereinsteiger“, der nie beim 1. FC Magdeburg unter Vertrag stand, ein festes Mitglied des Teams. Bereits früh lernte er viel über das Management einer solchen Mannschaft. „Über die Jahre habe ich so auch viele gute Kicker kennengelernt“, sagt Brennecke. Freundschaften haben sich entwickelt, von denen er vor allem die mit Claudia und Martin Hoffmann, mit Manfred Zapf und Wolfgang Seguin nicht missen möchte. „In unserer Mannschaft sind viele gute Charaktere, aber zu den dreien hat sich über die Jahre eine echte Freundschaft herauskristallisiert“, so der einstige Mittelfeldspieler, der sich heute darüber freut, dass sein zehn Jahre alter Enkel Felix in seine Fußstapfen bei Traktor-Nachfolger TSV Niederndodeleben schlüpft.

Für die neue Sommersaison wünscht sich Brennecke, dass sich die Club-Oldies „wieder erfolgreich verkaufen und spielen. Das wird bei unserem Programm aber sehr schwer werden.“

Saisonhöhepunkt gegen Lok Leipzig

Höhepunkt ist für Brennecke das Spiel gegen die Traditionself des 1. FC Lok Leipzig am 3. August in Reichenhain. Aber auch auf das Spiel gegen den Magdeburger Alte-Herren-Serienmeister MSV Börde am 29. Juni freut sich der Teammanager. „Wir haben zu dieser Mannschaft einen besonders guten Draht, da viele Börde- Kicker bei uns schon aushalfen.“

Geplant sind auch zwei Benefizspiele am 16. August in Gerwisch sowie am 24. August in Niederndodeleben. „Wir sind seit Jahren darum bemüht, in jeder Saison mindestens ein Benefizspiel zu bestreiten“, berichtet Brennecke. „Wir wollen mit diesen Spielen an die Menschen denken, denen es nicht so gut geht.“

Am Sonntag stehen dem „Teamchef“ im Südbrandenburgischen 13 Kicker zur Verfügung, die einen erfolgreichen Saisonstart hinlegen wollen. Das Spiel ist Höhepunkt des Festwochenendes „100 Jahre Sport in Peickwitz“.