Regularien laut Spielordnung und Ausschreibung

Paragraf 13, Absatz 5 Spielordnung des FSA (Auszug)

Pokalspiele sind diejenigen Pflichtspiele, die zur Ermittlung des FSA-Pokalsiegers (Verbands-ebene) sowie Kreispokalsiegers (Kreisebene) durch die spielleitenden Stellen angesetzt werden. Die klassenhöchste Mannschaft jedes Vereins ist verpflichtet, gemäß festgelegter Zuordnung durch die spielleitenden Stellen, an den Pokalwettbewerben des FSA oder des KFV/SFV teilzunehmen.

Paragraf 14, Absatz 4b Spielordnung des FSA (Auszug)

An den Spielen zur Ermittlung des Landespokal- bzw. der Kreispokalsieger im Fußballverband Sachsen-Anhalt nimmt grundsätzlich nur die klassenhöchste, im Amateurbereich spielende Herren- bzw. Frauenmannschaft eines Vereins teil.

Ausschreibung des Stadtfachverbandes (Auszug)

Dabei nehmen am Stadtpokal der Herren auch alle zweiten und dritten Mannschaften der genannten Spielklassen teil.

Ist der Stadtpokalsieger bereits für den Landespokal qualifiziert oder wird eine zweite oder dritte Mannschaft Sieger des Stadtpokals bekommt der andere Finalteilnehmer das Recht zur Teilnahme am Pokal des FSA.

Ist auch dieser nicht für den Landespokal startberechtigt, wird

gemäß Präsidiumsbeschluss vom 03.07.2017 zwischen den

unterlegenen Halbfinalisten der Landespokalteilnehmer in einem Entscheidungsspiel ermittelt.

Magdeburg l Jetzt steht fest, wie dieser Startplatz vergeben wird. Der Termin für die Sonderschicht ist festgezurrt: Am 22. Juni werden der SSV Besiegdas 03 und der BSV  79 den Magdeburger Teilnehmer am Fußball-Landespokal in der kommenden Saison ausspielen. Eigentlich geht dieser Startplatz ja immer an den Stadtpokalsieger. Doch dort haben sich mit dem 1. FC Magdeburg II und dem SV Fortuna Magdeburg II zwei zweite Mannschaften für das Finale qualifiziert. Und die sind grundsätzlich nicht für den Landespokal startberechtigt.

Verlierer sind die Sieger

„In der Ausschreibung zum Pokalwettbewerb haben wir ein solches Szenario ja schon festgehalten, da wir eine solche Ausgangslage schon einmal hatten“, berichtet Wolfgang Blankenburg, der Vorsitzende des Spielausschusses des Stadtfachverbandes (SFV). In den vergangenen Tagen gab es deshalb Gespräche mit den beiden im Halbfinale unterlegenen Vereinen: Besiegdas und BSV. „Beide Halbfinal-Verlierer“, so Blankenburg, „begrüßen das Spiel und wollen es auch ausrichten.“

Doch leichter gesagt als getan. Eine Ansetzung im Rahmen des Pokalfinales am 15.  Juni auf dem Platz an der Zielitzer Straße klappte nicht. Nun wird auf dem Sportplatz Seilerwiesen im Stadtpark gespielt – eine Woche später. Beide Vereine, SFV und die Stadt als Eigentümer des Platzes mussten dafür zustimmen.

Spielordnung ist eindeutig

Es wird also zwei Spiele geben: das eigentliche Pokalfinale und das Qualifikationsspiel. Für die beiden Finalisten eine undankbare Konstellation. Aber: „Wir kennen die Situation und die Ausschreibung und akzeptieren diese“, sagt Mario Winkler, Leiter Organisation Verein und Nachwuchs beim 1. FC Magdeburg. Ähnlich verhalten drückt sich Thomas Knobbe aus, der Abteilungsleiter Fußball beim SV Fortuna: „Den wahren Grund, warum zweite Mannschaften nicht mehr am Landespokal teilnehmen dürfen, kenne ich nicht. Wir nehmen es aber so, wie es ist und wie es Spielordnung und Ausschreibung vorgeben. Ehrlich gesagt, haben wir auch nur oberflächlich darüber nachgedacht, da unsere erste Mannschaft eh im Landespokal vertreten ist.“

Für die Halbfinal-Verlierer öffnet sich so eine neue Tür. „Wir hatten vor der Saison zwei Ziele: Meisterschaft und Stadtpokal. Pokal geht nicht mehr, also konzentrieren wir uns auf die Meisterschaft“, sagt Besiegdas-Trainer Daniel Naumann. „An dieses Quali-Spiel denken wir noch gar nicht.“ Er meint aber auch: „Grundsätzlich stehe ich auf dem Standpunkt, dass nur der Sieger am Landespokal teilnehmen sollte.“ Auch BSV-79-Trainer Stephan Behrens sieht die Konstellation pragmatisch. „An und für sich ist es eine faire Sache, der wir uns auf jeden Fall stellen werden. Zumal es grundsätzlich gut ist, wenn sich eine Magdeburger Mannschaft über den Pokal für den Landeswettbewerb qualifiziert.“ Einziges Manko: „Besser wäre es aber, wenn man dieses Spiel mit in den Endspieltag einbezogen hätte.“

Berlin mit eigenem Pokal

Dass zweite Mannschaften nicht im Landespokal spielberechtigt sind, ist übrigens durchaus üblich. Im Bereich des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) gibt es keinen Landesverband, der die Reserve-Teams zulässt. In Berlin wird aufgrund der hohen Anzahl an Mannschaften sogar ein Landespokal nur für zweite Mannschaften ausgetragen.