Magdeburg l Wenn Connor und Dr. Ball ins Laufen kommen und mit ihrer Mannschaft Chancen kreieren, gerät auch der Nauckelsmann, wahlweise auch Nauckenthaler genannt, ins Schwärmen. Dann nämlich, sagte Daniel „Nauckelsmann“ Naumann, zeigt der SSV Besiegdas 03 „sein wahres Gesicht“. Jenes Gesicht, mit dem die Mannschaft in der vergangenen Saison Staffelmeister in der Fußball-Landesklasse 2 wurde. Jenes Gesicht also, mit dem sie jedem Gegner zeigt, „was wir drauf haben und wer wir sind“. Aber eben auch jenes Gesicht, das sie in der laufenden Serie sehr häufig hinter einer Maske versteckt hat.

Am vergangenen Sonnabend aber hat Besiegdas diese Maske abgelegt – beim 3:0-Sieg bei Germania Olvenstedt. Bei einem ungefährdeten Erfolg, bei dem „wir dem Gegner keine Chance gelassen haben“, freute sich Trainer Naumann. „Wir haben viele gute Spiele von Beginn an gemacht, diese aber schlecht entwickelt. Diesmal haben wir alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.“ Und was den Coach ebenso freute: Diesmal musste er keine Fehler konstatieren, die seiner Mannschaft und ihren Ergebnissen bislang oft genug auch schlecht genug getan haben.

Erstmals ohne Gegentreffer

Naumann hatte also mehrere Gründe, jubelnd an der Seitenlinie den Aktionen seiner Elf auf dem Kunstrasenplatz zu folgen. An einem kalten Tag, in dem allenfalls für Germania Schauer vom Himmel fielen, wurde dem 36-Jährigen warm ums Herz. Nicht nur, weil er den erfrischenden Angriffsfußball, wie ihn Naumann sich wünscht, beobachten durfte: „Gerade das zweite Tor“, resümierte er, „war genau das, was wir auch zeigen wollen: Tiefe Pässe, mit denen wir die Ketten des Gegners überspielen.“ Sondern auch, weil „wir zum ersten Mal im 14. Saisonspiel keinen Gegentreffer hinnehmen mussten“.

Aber schon 36 insgesamt – und damit nur fünf weniger als in der vergangenen Serie. „Wenn wir Woche für Woche ein Gegentor bekommen, dann ist das einfach zu viel“, erklärte Naumann. „Dabei sind es keine mannschaftlichen, sondern individuelle Fehler. Wir treffen in gewissen Situationen die falsche Entscheidung, dann bricht das Kartenhaus zusammen.“

Ein torgefährliches Duo

Besiegdas kann aber auch ein Meister darin sein, das Kartenhaus schnell wieder aufzubauen, wenn das Team seine offensive Kraft entfalten kann. Es ist ja kein Zufall, dass Gregor „Connor“ von Ehrlich-Treuenstätt (27) und Vinzent „Dr. Ball“ Rasche (31) mit elf Treffern die Hälfte der bislang 22 markiert haben. Schon in der vergangenen Serie haben beide gemeinsam 30 der 75 erzielten Tore im Statistikbuch notiert. Das ist es, wenn Naumann sagt: „Wir müssen unsere Stärken ausspielen. Aber dafür müssen wir auch weiter stetig arbeiten und solche Leistungen wie gegen Olvenstedt permanent abrufen.“

Wenn dann ebenso permanent der Kopf mitspielt, der nächste Gedanke also stets der richtige ist, dann „haben wir das Potenzial, wieder im oberen Tabellendrittel mitzuspielen“, ist sich Naumann sicher. So wie also im Vorjahr, als Besiegdas auf den Aufstieg in die Landesliga verzichtet hatte, weil die Zukunft des Kaders viel zu ungewiss war.

Nur an der Spitze "ist alles durch"

Noch sind es zwölf Partien, in denen sich der SSV von Rang acht (17 Punkte) in die obere Tabellenregion schießen kann. Dorthin also, wo eines der qualitativ besten Landesklasse-Teams hingehört. Ganz oben aber „ist alles durch“, ist sich Naumann ob der 34 Zähler, die Spitzenreiter Burger BC gesammelt hat, sicher.

Ebenso sicher ist er sich mit Blick nach unten: „Das Einzige, was wir nicht wollen, ist, in den Abstiegskampf reinzurutschen. Aber ich denke, das kann mit dieser Mannschaft auch nicht möglich sein.“ Wenn sie ihr wahres Gesicht zeigt.