Magdeburg l Auf einer sehr, sehr schönen grünen Wiese hat der SV Fortuna am Sonntag nicht nur zwei Tore aufgestellt und war dazwischen eine der perspektivreichsten Mannschaften der Verbandsliga-Welt. Trainer Dirk Hannemann hat sich zudem zum Anzeigen vorbesprochener Pressingzonen einiger gelber Kegel bedient und diese am Spielfeldrand aufgestellt. So lehrt Hannemann selbst während einer Partie Fußball. Und dies mit Erfolg. Denn der Coach resümierte nach dem 0:0 gegen den Oberligisten MTV Wolfenbüttel: „Ich denke, wir haben ein gutes Spiel gezeigt, mit Höhen und mit Tiefen, denn die zweite Aktion ist uns nicht immer gelungen. Wir haben die Räume gut eingeengt. Wir haben kompakt gearbeitet.“

Deshalb musste Torhüter Emirhan Ulubay gar nicht oft eingreifen. Mit seinen erst 19 Jahren löste er seine Aufgabe außerordentlich abgeklärt. Und wie bei einem Schuss nach 22 Minuten auch reaktionsschnell – bei einem der sehr wenigen Schüsse des Gegners übrigens. Nur wird Ulubay mit seiner Aufgabe zwischen den Pfosten künftig ziemlich allein betraut sein, denn einen anderen Torhüter, ein Talent dazu, musste Hannemann kürzlich aus dem Kader streichen.

Nummer zwei wird gesucht

Julian Müßigbrodt hatte bei einem anderen Verein vorgespielt und vorgehalten. Ohne ein Wort darüber in der Fortuna-Familie zu verlieren. „Julian musste uns verlassen, weil er gegenüber dem Team nicht loyal und ehrlich war, das geht gar nicht“, sagte Hannemann, der über die Nummer zwei noch Gespräche führen muss mit A-Jugend-Coach Eicke Schiller nach dessen Rückkehr aus dem Urlaub. Derweil unterstützt Roman Laqua, C-Jugend -Trainer, das Team in den Einheiten.

Vom Torhüter nun in die Offensive: Und dort, ganz in der Spitze, stand in der Anfangsformation mit dem 31-jährigen Philipp Glage der älteste Fortune auf dem Platz. Alle anderen war 23 Jahre und jünger.Und die Youngsters „wollten selbst attackieren, haben einige gute Akzente im Angriff gesetzt“, so Hannemann.

Am Mittwoch bei TuS

Auch mit den Pässen des erst 19-jährigen Charlie Schüler, der nicht nur Hannemann zeigte: „Er kann zentral spielen.“ Der Coach begann zudem mit einer 5-4-1-Formation, einer „verkappten Fünferkette“, erklärte der 49-Jährige. Aus der wiederum sollten seine Schützlinge im Umschaltspiel die Freiräume nach vorn nutzen, was vornehmlich Benedikt Megel auf der linken Seite gelang. Er setzte mit einem Schuss in der 30. Minute auch einen offensiven Höhepunkt der Fortunen, die zudem immer für einen gefährlichen Konter, vorbereitet zum Beispiel mit einem diagonalen Pass, gut waren. Wie nach dem Wechsel, als Alexander Wichmann in der 85. Minute scheiterte. Bastian Benkel hatte kurz vor dem Abpfiff den Siegtreffer auf dem rechten Schlappen, verzog in Bedrängnis aber knapp.

Kein Treffer vorne also, aber auch keiner hinten. Und viel Disziplin zwischen den Toren. Das fand Hannemann gut so: „Wichtig war für uns, dass wir die Null gehalten haben.“ Am Mittwoch (19 Uhr) beim Landesligisten und Nachbarn TuS 1860 Magdeburg wird er womöglich ein ganz anderes Spiel, wenn die Akzente in der Offensive auch in Treffer umgesetzt werden sollen. Denn auf diesen wartet der SV Fortuna in der Vorbereitung noch.