Magdeburg l Beruf, Familie und ein sportliches Hobby wie Fußball unter einen Hut zu bringen, ist immer ein Balanceakt. Davon kann wohl jeder Aktive ein Liedchen singen. Manchmal kommt es dabei vor, dass die nötige Balance nicht mehr gegeben ist und dann die entsprechende Konsequenz gezogen werden muss. So war es bei Markus Goldmann, der sein Traineramt bei Germania Olvenstedt schweren Herzens niederlegen musste.

„Ich habe es als dreifacher Familienvater und Berufstätiger nicht mehr geschafft, noch als Trainer zwei- oder dreimal die Woche auf dem Platz zu stehen und dieses nervenaufreibende Hobby zu meiner Zufriedenheit auszuführen“, erklärt Goldmann seinen Schritt zurück in die Position des sportlichen Leiters.

Goldmann auf Trainer-Suche

Groß überraschend kommt dieser aber nicht, schließlich trat Goldmann in der Hinrunde bereits wesentlich kürzer, als sich die Geburt seines dritten Kindes Ende Oktober näherte. Die Verantwortung des Landesklassisten übernahmen seitdem Co-Trainer Stefan Lutter und Assistent Thomas Zabel. „Im Winter setzen wir uns zusammen und klären, in welcher Konstellation es weitergeht“, ließ Lutter damals verlauten. Diese Aussprache hat nun zum einen ergeben, dass Goldmann seinen Trainerposten zur Verfügung stellt, und zum anderen, dass Lutter gerne wieder als regulärer Co-Trainer arbeiten würde. Folglich war die erste Aufgabe für Goldmann als neuer sportlicher Leiter schon da: Sein Nachfolger als Cheftrainer musste gefunden werden.

„Mit unserem Abteilungsleiter Olaf Grasse habe ich ein paar Namen diskutiert“, so Goldmann. Schnell wurde dabei die Diskussion über Tim Woltersdorf intensiviert. „Tim hat damals als Co-Trainer einen super Eindruck hinterlassen und kennt das Olvenstedter Umfeld. Er braucht keine Eingewöhnungszeit im Verein und kann sich damit voll und ganz auf die Mannschaft konzentrieren“, zählt Goldmann die Vorteile des neuen Coaches auf.

Woltersdorf hat Erfahrung

„Als Markus anrief, war ich über das Angebot erst einmal baff“, erinnert sich Woltersdorf, der für die Germania schon in den Landesliga-Spielzeiten 16/17 und 17/18 als Co-Trainer fungierte.

„Ich musste aber ein paar Nächte darüber schlafen, weil ich selbst eine junge Tochter habe und dieser Posten zeitlich herausfordernd ist.“ Am Ende hat die Neugier und das „Kribbeln in den Fingern“ aber doch gesiegt. Zumal Woltersdorf einst selbst in der Olvenstedter F-Jugend das Fußballspielen erlernte und es für ihn gewissermaßen einer Frage der Ehre gleichkam.

Olvenstedt kämpft gegen Abstieg

Da ließ sich der 32-Jährige auch von der prekären Tabellenkonstellation – zur Winterpause steht die Germania mit zwölf Zählern aus 14 Spielen nur ein Pünktchen über dem Strich – nicht abschrecken. „Jetzt gilt es, neue Impulse in der Mannschaft zu setzen. Oberstes Ziel kann es natürlich nur sein, Punkte gegen den Abstieg zu sammeln“, gibt Woltersdorf die Marschroute vor.

Zur großen Freude von ihm und Goldmann darf er dabei weiter auf die Dienste der Co-Trainer setzen: „Die gesamte Konstellation im Funktionärs-team hat einfach gepasst. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Stefan und Thomas.“

Alte Bekannte treffen aufeinander

Und auch auf das erneute Zusammenspiel mit Goldmann, der Woltersdorf nach 2016 bereits ein weiteres Mal nach Olvenstedt lotste, freut er sich: „Ich kenne Markus schon aus Schulzeiten. Er ist ein richtiger Vollblut-Germane und ich finde es toll, wie er Entscheidungen im Sinne des Vereins trifft und trotzdem am Ball bleibt.“

Für die Rückrunde, deren Vorbereitung am 21. Januar startet, gilt es bei der Germania nun, alle Kräfte zu bündeln, damit zum 100. Geburtstag des Olvenstedter Fußballs kein Abstieg in den Geschichtsbüchern steht.