Magdeburg l Zu Pfingsten war Ex-FCM-Kicker Petr Maslej wieder einmal in Magdeburg. Als Nachwuchsleiter des tschechischen Erstligisten Banik Ostrava betreute der 49-Jährige die U 19 des Vereins beim Börde-Cup des MSV Börde.

Während er als Zuschauer in der heißen Pfingstsonne das letzte Turnierspiel zwischen Molenbeek und Gastgeber MSV Börde mit einem Auge verfolgte, musste der bekennenden FCM-Fans auf der Tribüne noch einmal die Geschichte seines Tores des Monats vom November 2000 erzählen. „Ja, ja, darauf werde ich hier, wenn ich erkannt werde, immer noch mal wieder angesprochen.“ Und erkennen kann man den früheren Mittelfeldstrategen relativ gut, hat er doch sein Wettkampfgewicht von knapp 80 Kilo gehalten.

Besagtes Tor erzielte der Tscheche im DFB-Pokal-Viertelfinalspiel gegen den Karlsruher SC. Bis zur Insolvenz und dem folgenden Wechsel zu Holstein Kiel im Sommer 2002 verbrachte der Tscheche in Magdeburg seine wohl beste Zeit.

Öfter Gast in Magdeburg

Die Teilnahme am A-Juniorenturnier um den Börde-Cup zu Pfingsten war nicht die erste Rückkehr von Petr Maslej nach Magdeburg. Noch immer hat er losen telefonischen Konkakt zu einstigen Mitspielern wie Mario Kallnik oder Maik Franz. Bei Besuchen in Magdeburg beeindruckten den Mann aus dem mährischen Ostrau die neue Arena und der gewachsene Fanzuspruch, spielte er doch noch im alten Ernst-Grube-Stadion. Den Zweitliga-Abstieg registrierte Maslej auch im fernen Ostrava: „Das ist schon traurig. Dabei war hier gerade etwas im Entstehen.“

Auf Einladung von Maik Franz war Maslej vor zwei Jahren mit der U 15 von Banik Ostrava zu einem Testspiel beim FCM. Dabei begutachtete er auch genau die Arbeit des Nachwuchsleistungszentrums. Seit fünf Jahren ist der einstige Edeltechniker schließlich selbst Nachwuchs-Chef bei Banik Ostrava.

NLZ des FK Banik eine große Nummer

Die Dimensionen in Ostrava sind noch andere als aktuell beim FCM. „Wir haben von der U  6 bis zur U  19 pro Jahrgang eine Mannschaft. In den Leistungsklassen ab der U  15 sogar mehrere. Dazu noch vier Mädchenteams“, zählt Maslej auf.

Nicht ohne Stolz erzählt er davon, bei Banik Chef von 64 fest angestellten Trainern, Physiotherapeuten und Scouts zu sein. Zum Nachwuchszentrum des Clubs gehören auch eine Grund- und eine Mittelschule. Also beste Bedingungen, um erfolgreich zu sein.

Banik eine Topadresse

In Tschechien zählen die jungen Kicker aus Ostrava zu den Top drei, duellieren sich regelmäßg mit den Prager Traditionsvereinen Sparta und Slavia. Die U  19 von Banik wurde in der 1. Liga in dieser Saison Dritter. „Allerdings mit zehn Punkten Rückstand hinter Meister Sparta. Das wollen wir in der neuen Saison noch besser machen“, sagt der Nachwuchs-Chef des FK Banik.

Schon vor Jahren hat der einstige Profi-Kicker sein Herz für den Nachwuchsfußball entdeckt. Nach Ende seiner Spielerkarriere – nach nur einem Jahr und 14 Spielen für Holstein Kiel ging es 2003 zurück in die Heimat – war er zunächst Spielertrainer, dann kurze Zeit Trainer in der 2. Liga. „Als Trainer finde ich den Männerfußball bei weitem nicht so interessant wie den Nachwuchs. Da ist es viel besser, kann man noch etwas vermitteln“, findet Maslej.

Von Magdeburg haben Petr Maslej und seine Begleitung am Wochenende nicht viel gesehen. Mit drei Kleinbussen hatten sich die Tschechen am Sonnabend auf die 690 Kilometer lange Tour gemacht, erst am Abend in der Jugendherberge eingecheckt.

Uhl vermittelt Kontakt

Den Kontakt zu Maslej hatte Roland Uhl, früher Mitarbeiter im Fanprojekt, hergestellt. Dabei waren die Tschechen nur eine Ersatzlösung. Nachdem Sparta Rotterdam abgesagt hatte, suchte er Ersatz. „Auf unsere Einladung kam ganz schnell per Mail eine Antwort. Unterschrieben von Patrick Maslej.“ Auch der Sohn von Petr Maslej ist im Banik-Nachwuchszentrum tätig.

Etwas vom Stadtfest hatten die Banik-Kicker am Sonntag doch noch mitbekommen, ehe es am Montag nach Hause ging.