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  7. Beißattacke in Rodleben sorgt für Aufsehen: Hund springt aus Fenster und stürzt sich auf Paketzusteller

Hund stürzt sich auf Paketzusteller Nach Beißattacke in Rodleben: Peta fordert Hundeführerschein in Sachsen-Anhalt

In Rodleben endete eine Paketlieferung unerwartet gefährlich. Gefahrlässige Körperverletzung steht im Raum. Jetzt reagiert die Tierschutzorganisation Peta.

Aktualisiert: 21.01.2026, 12:46
Ein bissiger Hund fiel in Rodleben, einem Ortsteil von Dessau-Roßlau, fiel einen Paketzusteller an.
Ein bissiger Hund fiel in Rodleben, einem Ortsteil von Dessau-Roßlau, fiel einen Paketzusteller an. Symbolbild: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Rodleben (vs) - Hunde mögen Postboten nicht, heißt es. Das bewahrheitete sich am 17. Januar in Rodleben, wie ein Paketzusteller leidvoll erleben musste.

Laut Polizeibericht klingelte der Mann gegen 12.52 Uhr an der Haustür eines Einfamilienhauses in dem Dessau-Roßlauer Ortsteil. Daraufhin bellte ein Hund erst lautstark. Dann sprang der Vierbeiner plötzlich aus dem anscheinend offen stehenden Küchenfenster und biss dem Paketzusteller einmal ins Bein. Dieser erlitt eine sichtbare, aber nicht blutende Wunde.

Peta sieht Problem nicht bei Hunden, sondern bei ihren Haltern

Während gegen den Hundehalter nun ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet wurde, reagierte jetzt die Tierschutzorganisation Peta mit einer Pressemitteilung. Angesichts des Vorfalls fordert sie die Landesregierung auf, den sogenannten Hundeführerschein in Sachsen-Anhalt einzuführen.

"Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern bei ihren Halterinnen und Haltern", so Björn Thun, Fachreferent bei Peta. Viele von ihnen würden Schwierigkeiten haben, das Verhalten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen.

"Die eigentliche Ursache von Beißvorfällen ist somit in der Unwissenheit der Menschen zu suchen, nicht beim Tier“, wird er zitiert. Unabhängig davon, ob ein Hund einer Rasse angehört oder ein Mix ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt werde, könne potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden.

In Sachsen-Anhalt müssen nur Halter gefährlicher Hunde Prüfung bestehen

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames, obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.

Bislang muss in Sachsen-Anhalt einzig für die Haltung von als gefährlich eingestuften Hunden ein Sachkundenachweis vorgelegt werden. Dafür muss der Halter eine theoretische und praktische Prüfung bestehen.