Stadtfeld l Post-Keeper Enrico Kuplich hatte es im Vorfeld erwartet, und so wurde es auch ein „ekliges Spiel“ in der Fußball-Landesklasse 2. Das lag am Sonnabend an der Spielhagenstraße aber weniger an den Gästen von Germania Olvenstedt, sondern am strömenden Regen, der auf den Kunstrasenplatz niederprasselte. Gepaart mit den äußerst frischen Temperaturen kam Jörg Grau, Trainer des Post SV, nach dem torlosen Remis zur Analyse: „Wir sind bei diesem Wetter nicht warm geworden. Wahrscheinlich hat uns der Sonnenschein gefehlt.“

Auch auf dem Platz mussten die Stadtfelder auf einige wichtige Komponenten ihres erfolgreichen Saisonstarts verzichten. In der Abwehrkette fehlte Bastian Raschig ebenso wie Torjäger Bastian Schäfer verletzungsbedingt. Noch dazu musste Jakob Münch nach einer guten halben Stunde ersetzt werden. „Wir waren nicht in der Lage, diese Ausfälle zu kompensieren“, meinte Grau. Ganz besonderes im offensiven Bereich: „Unsere Tormaschine haben wir nicht angeschmissen bekommen. So wenig Schüsse wie in diesem Spiel haben wir ewig nicht gehabt.“

Dies lag nicht zuletzt an einem sehr engagierten Olvenstedter Auftritt. „Sie waren sehr kompakt, haben spielerisch gut dagegengehalten. Über 90 Minuten hatten sie sicherlich auch die klareren Chancen“, erklärte Grau. Sein Gegenüber Tim Woltersdorf konnte dem nur zustimmen: „Für uns ist das ein Punktgewinn, auch wenn wir leichte Chancenvorteile auf unserer Seite hatten. Mit ein bisschen mehr Glück wären es drei Punkte geworden, aber wir sind auch mit dem einen zufrieden.“

Für Germanen ergeben sich Räume

Dabei überraschten die Germanen die Hausherren mit ihrer offensiven Herangehensweise. Anstatt sich gegen den Tabellenführer einzuigeln, standen die Gäste im Spielverlauf höher, versuchten bei eigenem Ballbesitz spielerische Akzente zu setzen. „Eigentlich wollten wir tiefer stehen, aus einer geordneten Defensive heraus spielen“, erklärte Woltersdorf den ursprünglichen Plan, „es haben sich dann aber Räume ergeben, die wir nutzen wollten.“

Beste Gelegenheiten ergaben sich so für Brian Schuller (49.), Dzenen Smaka (64.) und Marco Ranft (80.), die aber allesamt am Post-Schlussmann Kuplich scheiterten. Auf der Gegenseite war Germania-Keeper Dominic Ferchland bei den größten Chancen durch Tristan Wolff (37.), Justin Ferchow (85.) und Tim Weisser (86.) ebenso zur Stelle, so dass es beim torlosen Remis blieb. Überschattet wurde dies jedoch von der schweren Verletzung Robert Puchowkas, der kurz nach dem Wiederanpfiff lauthals aufschrie. „Er hatte das Gefühl, dass zum zweiten Mal das Kreuzband gerissen ist. Das trübt unsere Freude über den leistungsgerechten Punkt natürlich erheblich“, so Woltersdorf.