Magdeburg l Stress. Ein Ausdruck, der in erster Linie negativ aufgefasst wird. Nicht aber bei Matthias Mincu. Denn für den Coach der A-Junioren des 1. FC Magdeburg steht „alles, was Stress erzeugt“, in diesen Tagen mit ganz oben auf dem Trainingsplan. Vor dem anstehenden Rückrundenauftakt in der Bundesliga Nord/Nordost am 1. Februar um 13 Uhr bei Dynamo Dresden wird das Training beim ältesten FCM-Nachwuchs nun intensiviert.

Die erhöhte Anspannung und Belastung im Training, zum Beispiel hervorgerufen durch Kombinationsspiel auf engstem Raum oder Kontaktbegrenzung, soll die jungen Kicker abhärten für den Ernstfall. Weiterhin stehen die kontrollierten Spielphasen mit und ohne Ball, das Umschaltspiel und die Griffigkeit im Zweikampf auf dem Trainingsplan, der es aktuell durchaus in sich hat.

Training macht den Jungs viel Spaß

Gleichzeitig gibt Mincu aber an: „Den Jungs macht das Training so viel Spaß, dass sie die Intensität gar nicht wahrnehmen.“ Für den 27-Jährigen eine Win-win-Situation. Denn so ist eine optimale Vorbereitung möglich, ohne dass die Lust der Talente verloren geht.

Dazu tragen auch die jüngsten Auftritte in den Testspielen bei. Gegen den Regionalligisten FC Erzgebirge Aue gab es zuletzt einen 2:0-Sieg. Davor ein 1:3 gegen Bundesliga-Konkurrent RB Leipzig. Für Mincu waren das „typische Testspiele“. Das Ergebnis war nicht entscheidend. Viel mehr, dass seine Spieler wieder die nötige Praxis bekommen.„Wir hatten vorher zwei Wochen frei. Da haben die Jungs viel vergessen. Das ist aber normal.“

Reserven im Spiel gegen Aue

Entsprechend lief auch beim 2:0 gegen Aue nicht alles rund. „Wir haben das Spiel durch die individuelle Klasse gewonnen“, so Mincu. Mit Leon Schmökel (22.) und Theo Ogbidi (36.) trafen dabei zwar Stammspieler der Hinrunde, die der FCM auf dem elften Rang beendete.

Doch zum Einsatz kamen auch Akteure, die bislang auf nicht so viele Einsatzminuten verweisen können. „Alle haben die Chance verdient, sich anzubieten. Das Team ist eine homogene Einheit. Ich gehe dann völlig unvoreingenommen ran“, gibt Mincu an, dass jeder Chancen hat auf Einsätze in der Rückrunde.

Der Coach beobachtet, dass Leistungsträger wie Julian Weigel oder Hannes Rückert „wieder Vollgas geben“, merkt aber auch an, dass jüngere Spieler wie Tom Weiß oder Tom Schlitter „ebenfalls bewiesen haben, dass sie es können“. Diese Spieler sollen speziell für die Rückrunde mit Leistung vorneweg gehen und auch die anderen Akteure antreiben. „Das hat alles schon Hand und Fuß“, ist der Coach zuversichtlich, will mit zwei Testspielen innerhalb von 16 Stunden aber nochmal die Abläufe festigen.

Doppeltest am Wochenende

Am Freitagabend um 19 Uhr treffen die A-Junioren des FCM auf die Herren des MTV Gifhorn (Oberliga Niedersachsen), am Sonnabend um 11 Uhr empfangen sie die A-Jugend des SV Babelsberg (Regionalliga). „Jeder soll nochmal 90 Minuten spielen.“ Doch „geplättet“ werden sollen die FCM-Kicker nicht. „Geplant ist, dass komplett verschiedene Mannschaften auflaufen“, plant Mincu. Und vielleicht kann sich mit Blick auf das Dresden-Spiel ja noch ein Spieler anbieten, den bislang niemand auf dem Schirm hatte.