Magdeburg l Ebenfalls eine bittere Pille musste Aufsteiger TuS 1860 Magdeburg mit 3:6 im Heimspiel gegen Grün-Weiß Ilsenburg schlucken. Dagegen setzte der MSC Preussen seinen Lauf fort und ist nach dem 3:0 bei Union Schönebeck nun Tabellenführer.

MSV Börde – Möringer SV 2:4 (1:3)

Eigentlich sollte beim gestrigen Oktoberfest-Schmaus die Rückkehr zurück in die Erfolgsspur gefeiert werden. Nach der 2:4-Niederlage gegen Aufsteiger Möringer SV war MSV-Börde-Coach Marcus Mähnert trotz des standesgemäßen festlichen Outfits aber nicht so recht zum feiern zumute. Zu sehr haderte der Trainer des Landesligisten mit der dritten Niederlage in Serie. „Diese Pleite muss ich mir mit ankreiden“, meinte der 38-Jährige. „Ich habe es meiner Mannschaft mit dem gewählten System nicht leicht gemacht, ein gutes Spiel abzuliefern“, fuhr er fort.

Was er damit meinte: Gegen den Aufsteiger aus der Altmark entschied sich das Trainergespann um Mähnert für eine sehr offensive Herangehensweise, die allerdings ihre Wirkung verfehlte. „Wir müssen uns eingestehen, dass dieser Plan nicht aufgegangen ist. Wir wollten sehr dominant auftreten und entsprechend hoch anlaufen. In der aktuellen mentalen Verfassung war das aber die falsche Entscheidung“, so Mähnert, denn „wenn bei diesem Spielstil nur einer nicht hellwach bei der Sache ist, dann scheitert es". So gestern geschehen.

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Wie schon zuletzt gegen FSV Grün-Weiß Ilsenburg und beim SSV 80 Gardelegen waren es einfache individuelle Fehler der Stadtfelder, die den Gegner zum Toreschießen einluden. Beim frühen 0:1 verschätzte sich der letzte Börde-Verteidiger, so dass Patrick Huch problemlos einschieben konnte. Zwar gelang Max Dittwe auf der Gegenseite nach einer halben Stunde ebenfalls von einem Defensiv-Patzer profitierend der Ausgleich, doch wollte das Momentum nicht kippen. Stattdessen sorgte Christian Seidl zügig für die erneute Möringer Führung ehe Philip Lauck mit einem Sonntagsschuss aus über 30 Metern Börde-Keeper Robert Leonhardt zu weit vor seinem Kasten erwischte und damit für den 1:3-Pausenstand sorgte.

Auch Leo Lipowskis sehenswerter Anschlusstreffer unter Mithilfe des linken Pfostens verpuffte letzten Endes, weil Möringens Kevin Beyer nach einem zu einfachen Ballverlust im Mittelfeld und drei verpassten Chancen zur Ballrückeroberung in der 62. Minute den 2:4-Endstand erzielte.

„In der Nachbetrachtung hätten wir es defensiver angehen sollen“, ist Mähnert nun schlauer. Seine Konsequenzen wird der Übungsleiter daraus ziehen: „Ich bin weiterhin vollauf davon überzeugt, dass wir die Qualität haben, um es genauso zu spielen. In Zukunft werden wir allerdings auch die aktuelle Verfassung mehr in den Matchplan einfließen lassen“, so „Mähne“.

Beim morgigen Gastspiel beim drittplatzierten SV 09 Staßfurt soll es jedenfalls defensiver angegangen werden. Mähnert: „Die Favoritenrolle liegt hier eindeutig bei Staßfurt. Für uns bietet das jedoch die Riesenchance, mal wieder ein Ausrufezeichen zu setzen.“

TuS 1860 Magdeburg – Grün-Weiß Ilsenburg 3:6 (1:5)

Wenn Hannes Pilz mal eine Jahresaufstellung seiner meist gesagten Wörter anfertigen sollte, dann stehen „fehlende“ und „Kaltschnäuzigkeit“ sicher an der Spitze. Beide Begriffe finden sich bei TuS 1860 Magdeburg regelmäßig in einem kausalen Zusammenhang wieder. Das war gestern bei der 3:6 (1:5)-Niederlage gegen Grün-Weiß Ilsenburg nicht anders.

Wenn dann noch individuelle Fehler in der Defensivarbeit hinzukommen, kommen auch solche Ergebnisse zustande. Pilz, der Teammanager, berichtete also: „Das erste Tor fällt nach einem individuellen Fehler, den wir versuchen auszumerzen. Wir machen dann zwar den schnellen Ausgleich, bekommen aber umso schneller das 1:2.“ In Zahlen liest sich das so: 0:1 Joao Victor Gomes Paranagua (2.), 1:1 Jonas Kliche (11.), 1:2 Yuri Alef Dos Santos Souza (12.).

Pilz sagte zudem: „Ilsenburg war ein guter Gegner, der in der Offensive sehr viel Qualität hat. Ilsenburg war hinten aber auch anfällig, so dass wir Chancen kreieren konnten.“

Aber allein die Grün-Weißen hatten den besseren Torriecher: Dawid Lozinski (21.), Joao Victor Gomes Paranagua (37.), und Christoph Annemüller (45.) sorgten bereits zur Pause für einen opulenten Rückstand der Neustädter. Nur in der zweiten Halbzeit für sich betrachtet, gestalteten die Platzherren zumindest das Ergebnis erfreulicher: 2:1. „Aber wir hätten auch noch drei Tore mehr schießen können“, meinte der Teammanager. Die TuS-Tore markierten dabei Stefan Fischer (75.)und Christoph Hohmann (79.), den sechsten Gegentreffer mussten die Magdeburger durch Annemüller (68.) hinnehmen. Pilz‘ Fazit: „Wir müssen in Zukunft wacher und kaltschnäuziger sein.“ Die Zukunft beginnt bereits am Sonnabend mit dem Auswärtsspiel beim bislang ungeschlagenen Tabellenzweiten SSV Gardelegen (15 Uhr) .

Union Schönebeck – MSC Preussen 0:3 (0:1)

Natürlich hat Steve Röhl ein Tor geschossen. Genauer: Der Stürmer hat gestern das zweite Tor geschossen für den MSC Preussen, zugleich seinen achten Saisontreffer. Und zwar in einer Phase, als die Magdeburger zum körperlichen Spiel zurückgefunden haben. Als sie den Ball zum schnellsten Mitspieler gemacht haben. Als sie gespielt haben wie ein Tabellenführer, der sich von der gesamten Konkurrenz in der Landesliga absetzt – so wie es sich Trainer Torsten Marks wünscht. Danach klang sein vollständiges Resümee allerings nicht. Allein das Fazit von Marks zum Ergebnis birgt Kritik. Der 46-Jährige sagte: „Das 3:0 klingt souveräner, als es tatsächlich war.“

Röhl nach einer Stunde und Tom Kupke nur zwei Minuten später brachten mit ihrem Doppelschlag die Preussen bei Union Schönebeck auf die Siegerstraße, die sie lange Zeit nicht finden wollten. „Die 1:0-Führung zur Pause war für uns sehr glücklich“, erklärte der Coach. Aber auch schön. Ian Streißenberger (17.) traf nach einer feinen Aktion im Strafraum. Ansonsten: „Wir haben wenig Zugriff auf den Gegner bekommen, was wir später als Mannschaft aber erfolgreich korrgiert haben. Wir haben etliche Möglichkeiten zugelassen. Schönebeck hat sehr aggressiv gespielt.“

Der MSC setzte damit seinen Lauf fort: Nunmehr sechs Partien in Serie sind die Marks-Männer ungeschlagen. „Wir haben einen Lauf, das ist klar“, erklärte der Coach. Aber er betont eben auch: „Hochmut kommt vor dem Fall.“ Und fallen wollen die Preussen auch im Stadtderby an diesem Sonntag (14 Uhr, Germer-Stadion) gegen den VfB Ottersleben nicht. Wenngleich natürlich die Rollen klar verteilt sind: Spitzenreiter trifft auf Tabellenzwölften. „Von einer Pflichtaufgabe würde ich niemals sprechen, weil jeder Gegner Respekt verdient hat“, sagte Marks. „Und wir müssen weiterhin jeden Kontrahenten ernst nehmen.“