Magdeburg l In solch einer Videokonferenz werden viele Menschen befragt und viele Menschen haben viel Ideen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Eine der Ideen des Dirk Hannemann, Trainer des SV Fortuna Magdeburg, ist nicht zuletzt die „Solidarität in dieser schweren Zeit“. Vor allem gegenüber den Vereinen, „die ihre Hinrunde nicht wie gewünscht gestalten konnten“. Hannemanns Hoffnung lautet deshalb, „dass wir die komplette Saison durchkriegen“. Auch in der Fußball-Verbandsliga.

Vertreter der Vereine aus dem Oberhaus Sachsen-Anhalts haben sich also am Freitagabend in einer Videokonferenz mit dem Landesverband (FSA) darüber beraten, wie eine Fortsetzung der Serie realisiert werden könnte. Mehrere Gedanken wurden geäußert, selbst der Gedanke, nur eine Halbserie zu Ende zu spielen – mit oder ohne Auf- und Abstiegsregeln. Die Szenarien sind vielfältig.

"Solidarität in schwerer Zeit"

Greifen diese Regeln allerdings, würde Hannemanns gedachte Solidarität auf der Strecke bleiben. Denn mit Askania Bernburg und VfB Sangerhausen haben zwei Mannschaften gerade vier beziehungsweise drei Punkte gesammelt. Für den Klassenerhalt müssten die Teams neben vielen Punkten aus den restlichen acht Partien der ersten Halbserie auf ein kleines Wunder hoffen.

Eine weitere Frage lautete, wann der Re-Start, auch mit dem Segen der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten, die die Einschränkungen in der Corona-Pandemie festlegen oder lockern, erfolgen kann. Der FSA hat nach Absetzung des Spielbetriebs bis zum Jahresende zugleich einen Vorschlag mitgeliefert: 16./17. Januar. Das Gros der Verbandsliga hat sich zumindest dafür ausgesprochen, dass eine Vorbereitungszeit von zehn bis 14 Tagen bis zum Wiederanpfiff reichen würde. Auch Hannemann. „Jeder weiß, dass es eine schwierige Zeit für uns alle ist. Aber wer seinen Sport mit Herzblut betreibt, der will auch wieder auf dem Platz stehen und Fußball spielen“, erklärte Hannemann.

Ende der Serie bis 30. Juni

In der Konferenz der Landesligisten haben sie die Gemeinschaften ähnlich geäußert, manche allerdings plädierten für eine Vorlauf von vier Wochen bis zum ersten Anpfiff nach dem Corona-Lockdown. Es wird noch mehrere Konferenzen geben, in denen der Ablauf eines Re-Starts diskutiert wird. Worin sich Verband und Vereine allerdings in jedem Fall einig sind: Bis zum 30. Juni soll die aktuelle Serie beendet sein.

Dass dies funktionieren kann, hängt auch von den Kommunen ab, die Plätze freigeben oder sperren. „Jeder Verein, egal in welcher Sportart, hat ein Hygienekonzept erstellt. Und dem sollte man auch vertrauen schenken“, so Hannemann.

"Die Jungs passen auf sich auf"

Vertrauen ist dabei ein gutes Stichwort. Der Coach pflegt sogar ein sehr großes Vertrauen zu seinen Schützlingen. Er hält den Kontakt, ist aber nicht der Kontrolleur aller Aktivitäten. „Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt, die Jungs passen gegenseitig auf sich auf“, berichtete der 50-Jährige. Und ergänzte: „Jeder weiß, worum es geht, jeder muss sich fithalten, auch wenn eine Einheit zu zweit an der frischen Luft oder allein zu Hause ein richtiges Training nicht ersetzen kann.“

Aber irgendwie ist auch das eine Form der Solidarität, auf die Hannemann hofft. Denn wenn es dazu kommt, dass das nächste Spiel innerhalb von zwei Wochen vorbereitet werden muss, dann will der Coach nicht mit jedem Akteur nur Kraft und Ausdauer trainieren müssen. Fest steht in jedem Fall: „Wir freuen uns, wenn wir wieder spielen können.“