Magdeburg l Nach elfwöchiger Pause startet die Fußball-Stadt-oberliga am Sonnabend in die zweite Halbserie der Saison 2018/19. Und das mit einem Ansetzungs-Kuriosum: Eigentlich beginnt die Rückrunde nämlich erst eine Woche später mit dem 14. Spieltag. Doch an diesem Sonnabend wird die 21. Runde vorgezogen, damit die Kicker die Osterfeiertage im Kreise ihrer Familien verbringen können.

Sportlich liefern sich Herbstmeister Post SV und die zweiten Mannschaften des VfB Ottersleben und des MSC Preussen einen Kampf um die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesklasse. Doch Fragezeichen gibt es auch im Tabellenkeller. Vor allem in der Frage, ob es am Ende überhaupt einen Absteiger gibt. Das hängt zum einen von der Zahl der Landesklasse-Absteiger 2018/19, zum anderen von den Neumeldungen für die Saison 2019/20 ab. Da das Ziel des Spielausschusses darin besteht, die Liga als höchste Spielklasse des Stadtfachverbandes wieder auf 16 Mannschaften zu erhöhen, kann es daher passieren, dass es keinen Absteiger gibt.

Statistik spricht eindeutig für die Postler

Trotz der Herbstmeisterschaft sieht Post-Trainer Jörg Grau die Situation realistisch: „Da ist noch gar nichts entschieden. Wir wollen zwar oben bleiben, doch darf man unsere beiden ärgsten Verfolger nicht unterschätzen.“

Doch schaut man sich die Liga-Statistik der vergangenen zehn Jahre an, dürften die Postler so gut wie durch sein. Achtmal stand am Saisonende auch der Herbstmeister ganz oben in der Tabelle. Nur zweimal holte der Winterzweite den Halbse- rien-Spitzenreiter noch ein. Beide Male gelang dies dem BSV 79, der als jeweiliger „Herbstvize“ noch den ersten Platz erklomm, dabei dem FC Zukunft (2009/10) und der Ottersleber Reserve (2017/18) die Meisterschaft vermasselte.

Spieltags-Kader der „Zweiten“ ist ents

Preussen-Trainer Bernd Bendler sieht einen weiteren Vorteil beim Post SV. „Beide Verfolger sind zweite Mannschaften. Unser Abschneiden hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend wird unser Spieltags-Kader sein. Eigentlich ist dieser breit und gut genug, um oben mitzuspielen. Doch kommt es darauf an, ob unsere erste Mannschaft Spieler abzieht oder nicht.“

Dichtes Gedränge herrscht im Mittelfeld, in dem von Rang vier bis zehn jeder jeden bezwingen kann. Abwarten muss man, ob der USC seine gute Position behaupten kann. Die „Studenten“ werden in der zweiten Saisonhälfte allein zehnmal auswärts antreten.

Die weiteren vier Teams, AEO, Germania II, der FSV 1895 und Beyendorf, werden wohl die Rote Laterne unter sich ausmachen. Wobei die Beyendorfer dabei aus dem vergangenen Jahr schon Erfahrungen haben.

Mehr Respekt vor der pfeifenden Zunft

Ein interessanter Aspekt ist auch das Thema Fair Play, das bei einigen Vereinen zu wünschen übrig lässt. Zwar ist die Tendenz bei den Feldverweisen (5/15) bzw. den Sportgerichtsverhandlungen wegen Unsportlichkeiten (2/7) leicht rückläufig im Verhältnis zur Saison 2017/18, während sich Gelbe (268/492) und Gelb-Rote Karten (11/16) fast die Waage halten. Staffelleiter Thomas Wissel macht aber auf ein andere Art der Unsportlichkeit aufmerksam, dem Spielen ohne Spielberechtigung. „Das ist eine wahre Unsitte geworden. Doch die Liga kennt ihre Pappenheimer. Besserung wäre angebracht.“

Schiedsrichter-Ansetzer Andreas Stoye schickt noch einen Appell an die Liga hinterher. „Vereine und Verband haben viel für die Schiedsrichtergewinnung getan. Die neuen Referees brauchen jetzt auch Spielpraxis. Ich erwarte einfach von den Stadt-oberligisten, dass sie respektvoll mit den eingesetzten jungen Schiedsrichtern umgehen.“