Volksstimme: Herr Marks, Sie haben am 22. September 2018 ihr letztes Spiel als Trainer in Heyrothsberge bestritten. Gegen Gardelegen. Jetzt geht es mit den Preussen wieder gegen Gardelegen. Gibt es Parallelen zwischen beiden Spielen?

Torsten Marks: Überhaupt nicht, da die Situationen nicht vergleichbar sind. Bedingt durch private Ereignisse stand in Heyrothsberge der Fußball nicht mehr an erster Stelle. Bei mir war in Bezug auf Fußball eine Leere im Körper, die eine Pause erforderte. Heute ist es wieder eine andere Situation. Ich habe wieder Spaß am Fußball, bin wieder mit Leidenschaft und Engagement dabei.

Der Zweite empfängt den Ersten, der erfolgreichste Angriff trifft auf die erfolgreichste Defensive. Was erwarten Sie vom Spiel?

Ich finde, meine Mannschaft agiert sehr ausgeglichen, das sowohl offensiv als auch defensiv. Wir haben ja nur zwei Tore weniger erzielt als Gardelegen, so dass wir offensiv nicht viel schlechter dastehen. Der SSV hat aber sehr gute Leute in der Offensive, die sehr gefährlich werden, wenn sie gut ins Spiel kommen. Mein Kollege Scheinert und seine Mitarbeiter machen da eine sensationelle Arbeit. Da kann man nur den Hut vor ziehen vor dieser jungen Mannschaft. Wir sind gewarnt, freuen uns jedoch riesig auf dieses Spiel und tollen Fußball.

Erwarten Sie einen Gardelegener Sturmlauf auf die Festung Preussen?

Ja, das kann ich mir vorstellen. Der SSV hat eine junge, unbekümmert agierende Mannschaft, vor deren Leistung wir auch Respekt haben. Doch auch wir können Spiele und Statistiken lesen, werden gut vorbereitet sein.

Beide Mannschaften haben erst eine Niederlage kassiert. Woher kommt diese Konstanz?

Grundlage dafür ist zunächst ein sehr gesunder Fitnesszustand nicht nur einzelner Spieler, sondern der gesamten Mannschaft. Das ist für mich die Grundvoraussetzung für Konstanz. Diesen Fitnesszustand erarbeitet man sich im Training. Hinzu kommt dann auch ein gewisses Spielglück. Letztlich ist aber der Fitnesszustand einer Mannschaft entscheidend für Erfolg und Konstanz.

Worauf muss Ihre Mannschaft in Gardelegen besonders achten?

Auf wache Momente gleich zu Beginn des Spieles. Wir dürfen uns nicht überraschen lassen. Zumal Gardelegen viele starke Offensivspieler hat. Nicht umsonst stehen mit Bache und Gütte zwei Gardelegener mit je 14 Toren auf Rang zwei der Liga-Torjägerliste. Das heißt, wir müssen viele Spieler im Blick behalten. Entscheidend wird sein, dass wir von der ersten bis zur letzten Minute hochkonzentriert sind und eine gute Balance zwischen Defensiv- und Offensivaktionen in unserem Spiel haben.

Welche Komponenten werden letztlich über Sieg und Niederlage entscheiden?

Qualitativ, das zeigt auch die Tabelle, sind beide Mannschaften stark. Wenn wir unsere Tugenden, zum Beispiel Zweikampfstärke und Laufbereitschaft, in die Waagschale werfen, haben wir gute Chancen auf ein erfolgreiches Spiel.

Beide sind aktuell die konstantesten Mannschaften in der Liga. Wer wird letztlich die Nase vorn haben?

Das ist ein Blick in die Zukunft, den kann ich nicht bewerten. Dafür spielen zu viele Komponenten eine Rolle. Dazu zählt, wie und ob die Mannschaften von Verletzungen und anderen Ausfällen gebeutelt werden oder verschont bleiben. Dazu zählt auch, ob einem das Spielglück hold bleibt. Daher möchte ich dazu keine Prognose abgeben.

Stellt ein Sieg in diesem Spiel, egal für wen, bereits eine Vorentscheidung im Titelkampf dar?

Überhaupt nicht. Sicher, hier spielt der Zweite gegen den Ersten. Doch ich habe im Titelkampf noch den MSV Börde, Ilsenburg und auch noch Staßfurt auf dem Schirm. Diese drei Mannschaften bringen ebenfalls eine enorme Qualität mit. So sehe ich den Titelkampf auch nicht als Zweikampf. Bei einem Sieg einer der beiden Mannschaften ist also noch gar nichts entschieden.

Wagen Sie einen Tipp?

Oh, ich lehne mich nur so weit aus dem Fenster, dass ich sage, wenn wir unsere Leistungen wie zuletzt in Ilsenburg abrufen, dann können wir auch aus Gardelegen etwas mitnehmen. Ob das letztlich ein Punkt oder gar drei Zähler sind, das muss man sehen.