Magdeburg l Nach dem Spiel wurde Preussen-Manager Klaus-Dieter Theise auf dem Platz richtig emotional. „Du hast hier kein Herz, sondern einen Adler“, sagte er zu seinem langjährigen Kapitän Tobias Tietz, tippte diesem dabei auf die Brust. Der mittlerweile 32-jährige Tietz, der 2010 von der FCM-Zweiten zu den Preussen gewechselt war, hatte zuvor sein letztes Spiel für die Preussen gemacht – das allerdings anders lief als gedacht. Nach 68 Minuten musste er mit einer Sprunggelenkverletzung vorzeitig vom Platz.

So stand der Regisseur mit einem durch Eisbeutel gekühlten Fuß auf dem Rasen. „Du kannst jederzeit wiederkommen, wir melden dich erst einmal nicht ab“, schob der Theise in Richtung des Burgers noch hinterher.

Melancholie beim MSC Preussen

Es war also nicht nur das Ergebnis, dieses 2:2 im Derby gegen den VfB Ottersleben, das die Aufstiegsträume der Preussen endgültig platzen ließ, das bei den Gastgebern für gedämpfte Stimmung sorgte. Die Verabschiedung von Spielern nach dem Schlusspfiff verstärkte noch die Melancholie auf dem Platz. Neben Tietz erhielten auch Marvin Windelband sowie Trainer Michael Böhm und Physiotherapeutin Melanie Vogelhuber zum Abschied Blumen und eine Fotocollage.

Noch ärger als Tietz erwischte es Abwehrchef Robert Puchowka bei seinem letzten Spiel für den VfB Ottersleben. Der 29-Jährige, im Saisonverlauf der stabilste VfB-Akteur und diesmal noch offensiver agierend als sowie so schon, zog sich zehn Minuten vor Schluss eine schmerzhafte Knieverletzung zu. Um so fairer, dass die Preussen Steve Röhl und Marcus Preuss mit anfassten, als Puchowka mit der Trage vom Platz gebracht wurde.

Mit seiner Innenbandverletzung verpasst Puchowka nicht nur das letzte Spiel der Ottersleber am kommenden Sonnabend gegen Staßfurt, sondern wie schon im vergangenen Sommer auch Teile der Vorbereitung, dann bei Germania Olvenstedt, wohin er zurückkehrt. Die Ottersleber, die natürlich ihren aktuellen zwölften Tabellenrang halten wollen, um nicht doch noch in die mögliche Abstiegsrelegation zu müssen, werden am kommenden Sonnabend mehrere Spieler verabschieden. Darunter Matthias Deumelandt, der zum Verbandsligisten SV Fortuna geht.

Deumelandts Vergleich mit Schalke

Der VfB-Kapitän, per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 erfolgreich, bemühte nach dem Abpfiff des Derbys einen interessanten Vergleich: „Wir haben das so wie Schalke in Dortmund gemacht. Schalke hat eine Scheißsaison gespielt und sich mit dem Sieg gegen Dortmund richtig befreit. Wir wollten die Preussen ärgern. Das haben wir ganz gut hingekriegt. Am Ende war es ein wirklich gutes Landesligaspiel.“

Und in der Landesliga will der VfB Ottersleben auch in der neuen Saison spielen.