Magdeburg l Steve Röhl, der zweimal an VfB-Keeper Darius scheiterte, hatte nach dem Abpfiff im Spielerkreis Tränen in den Augen, wurden doch mit Tobias Tietz (Laufbahnende) und Marvin Windelband (zum SV Fortuna) zwei langjährige Preussen verabschiedet.

"Galligkeit fehlte"

„Irgendwo hat heute auch die Galligkeit gefehlt. Die entscheidenden Bälle sind vorn nicht angekommen”, suchte Windelband unmittelbar nach Schlusspfiff nach Gründen für den unnötigen, aber nicht unverdienten Punktverlust der Preussen.

VfB-Coach Oliver Malchau stand dagegen die Freude über das Remis, mit dem der so wichtige Platz 12 gefestigt wurde, ins Gesicht geschrieben: „Wir haben auf Sieg gespielt. Andererseits bin ich froh, dass wir nicht noch Schluss wie in Bismark ein Gegentor bekommen haben. Die Jungs haben sich endlich einmal belohnt.”

Beim abendlichen gemeinsamen Schauen des Champions-League-Finals im VfB-Vereinsheim fehlte der Coach allerdings ebenso wie der abwanderungswillige Enrico Palm und der in der Schlussphase auf der Trage vom Platz geführte Robert Puchowka. Der zog sich eine schwere Innenbandverletzung zu, fehlt im letzten Spiel gegen Staßfurt, wechselt im Sommer zurück nach Olvenstedt.

Zu feiern hatten die Preussen dagegen am Sonnabend nichts, konnten sie doch nicht vom Punktverlust der Wernigeröder profitieren, die sich nach dem 0:0 beim MSV Börde als Staffelsieger und Verbandsligaaufsteiger feiern lassen konnten. Torschütze Röhl, der sehenswert zum frühen 1:0 traf, versicherte nach dem Spiel vielmehr dem künftigen Trainer Torsten Marks in die Hand, für den Zusammenhalt in der Truppe zu sorgen und im anstehenden dritten Anlauf in der neuen Saison alles für den Verbandsligaaufstieg zu tun.

VfB mit Nehmerqualitäten

Während die Preussen den Ausbau der schnellen Führung versäumten, drehten die immer wieder über ihre schnellen Außen Pung und Hohmann Nadelstiche setzenden Gäste die Partie fast folgerichtig. Erst verwandelte Deumelandt einen von Preussen-Keeper Ebeling an Schmidt verwirkten Elfmeter, dann traf Pung nach Hohmann-Vorarbeit zur umjubelten 2:1-Führung. Selbst nachdem Windelband einen Querpass von Röhl zum 2:2-Ausgleich nutzte (69.) stürmte der VfB weiter, hatte wenig später der frei an Ebeling scheiternde Voigt die erneute Führung auf dem Fuß.

Letztlich ging das Remis in Ordnung, nutzte aber nur den Gästen etwas.

Preussen: Ebeling - Dolch, Kupke, Appel, Bimenyimana, Windelband, Preuss, Goudou, Tietz (68. Zoll), Dethlefsen (89. Rosa), Röhl

Ottersleben: Darius - Reichel, Prenzer, Lange, Voigt, Deumelandt, Puchowka (82. Carl), Schmidt, Pung, Hohmann, Gkotzias