Magdeburg l Nach dem Schlusspfiff ließ sich Virginijus „Willi“ Dapkus erstmal wie die meisten seiner Mannschaftskameraden auf den Rasen fallen. Dann verschwand der 46-Jährige in der Kabine.

Am reaktivierten Co-Trainer lag es ganz bestimmt nicht, dass der Landesligist am Wochenende gegen den abstiegsbedrohten Oberligisten TV Askania Bernburg beim 0:2 eine neuerliche Überraschung verpasste. Die Gäste zogen trotz einiger Ausfälle – auch der Ex-FCM-Kicker Christopher Kullmann meldete sich am Samstagmorgen bei TVA-Trainer Karsten Ostwaldt wegen beruflicher Verpflichtungen kurzfristig ab – verdient ins Achtelfinale ein.

Dapkus ein Vorbild an Einsatzbereitschaft

Preussen-Coach Marko Fiedler beorderte seinen Assistenztrainer anstelle des verletzten Tom Kupke in die Innenverteidigung. Dort lieferte sich der 46-jährige frühere Torjäger mit Bernburgs Steven Kürschner rassige Duelle, die letztlich unentschieden ausgingen, auch bei den Gelben Karten. „Willi war in punkto Einsatzbereitschaft und Moral ein Vorbild. Da kann sich mancher eine Scheibe von abschneiden”, meinte Fiedler.

Die Gäste hatten mehr Spielanteile, auch die klareren Chancen, doch versuchten die Preussen gegenzuhalten. Trotzdem lief nach vorn zu wenig zusammen, Mittelstürmer Martin Liebold stand zumeist allein auf weiter Flur. In der 86. Minute traf er den Pfosten, doch führte Bernburg da schon mit 2:0.

Askania schlägt nach der Pause zu

Kurz nach Wiederbeginn netzte der junge Pole Kacper Marian Keska nach einem Blackout in der Preussen-Abwehr völlig allein gelassen zum 0:1 ein (47. Minute). Max Kretschmer überraschte eine Viertelstunde vor Schluss den ansonsten tadellosen Preussen-Keeper Steven Ebeling mit einem Distanzschuss.

Die Hausherren konnten die zahlreichen Ausfälle nicht kompensieren. Kapitän Tobias Tietz musste ebenso zuschauen wie seine verletzten Mannschaftskameraden Kevin Knöfler und Robert Renger, während der ebenfalls angeschlagene Steve Röhl arbeiten musste. Röhl traf übrigens vier Jahre zuvor im Achtelfinalspiel gegen den TVA zum 1:0-Erfolg und Weiterkommen. So erhielt Co-Trainer Dapkus beim Abschlusstraining am Donnerstagabend von seinem Chef Fiedler die Mitteilung, dass er gegen Bernburg in der Startelf stehen wird.

Dapkus von Gästen enttäuscht

„Von den Gästen hatte ich eigentlich etwas mehr erwartet”, meinte der Litauer nach dem Schlusspfiff. „Das waren ja zum großen Teil ganz junge Leute, die praktisch gegen ihren Vater gespielt haben. Für mich war das aber nichts Besonderes. Das 0:1 kurz nach der Pause tat weh. Wäre das Tor nicht gefallen, hätte es wohl auch nach 90 Minuten 0:0 gestanden“, war sich Dapkus sicher.

Der schrieb im August 2005 schon einmal beinahe Geschichte, als er beim 0:3 der Preussen im DFB-Pokal gegen den damaligen Erstigisten Arminia Bielefeld einen fulminanten Fallrückzieher auf das Tor setzte. Das blieb Dapkus am Sonnabend vergönnt. „Um auch noch vorn aufzutauchen, müsste ich wohl wieder mehr trainieren”, sagte der Oldie fast entschuldigend.

MSC Preussen: Ebeling - Sommermeyer, Appel, Dapkus, Bimenyimana, Windelband (78. Kagelmann), Dolch (88. Harbich), Goudou, Dethlefsen, Böning (55. Preuss), Liebold