Magdeburg l Ein kurzes Klatschen. Und die Spieler sprinteten los. Die gut zehn Meter, die in der Getec-Arena hinter dem Tor noch möglich waren, hatten die C-Junioren des SV Arminia 53 Magdeburg schnell absolviert. Dann wurde noch einmal abgeklatscht mit dem Coach Benjamin Zander, der kurz zuvor mit den Händen das akustische Startsignal in die Weiten des Handball-Tempels schickte. Dieser verwandelte sich beim 19. Matthias-Pape-Gedenkturnier am Wochenende zu einem fußballerischen Mekka für Nachwuchs-Talente.

Und neben den Stars von morgen, die von den Topclubs aus Deutschland oder auch England ins Rennen geschickt wurden, tummelten sich auch die grün-roten SVA-Kicker durch die Halle. Der Verein „aus dem Herzen der Stadt“, wie es auch die zahlreichen Anhänger auf ihrem extra angefertigten Banner stolz verkündeten, war erstmals beim renommierten Nachwuchs-Turnier dabei. Und natürlich galt die Arminia als großer Außenseiter. Doch mit viel Leidenschaft ließ sich das phasenweise überhaupt nicht erkennen.

Arminia-Ausbildung trägt bereits Früchte

Schon bei der angesprochenen Übung zur Erwärmung wurde deutlich, was für eine Einheit die C-Jugend des SVA ist. Jedem Spieler schenkte Zander ein Lächeln. Seit zehn Jahren ist er schon Coach bei seinem Herzensverein, hat sein aktuelles Nachwuchs-Team schon als G-Jugend übernommen. Der Coach ist überzeugt vom Konzept seines Vereins: „Wir sind im Nachwuchs stark aufgestellt und gehen sehr auf Ausbildung.“ Welche Früchte diese trägt, war auch am Wochenende zu bestaunen. Til Heitzmann war bis zur D-Jugend noch bei Arminia, zog am Wochenende als Stammspieler des 1. FC Magdeburg in das Finale des Pape-Cups ein. „Ihn hier wiederzutreffen, ist eine besondere Sache. Er ist mit vielen Jungs noch gut befreundet.“

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Am Samstagnachmittag wurde es dann auch sportlich ernst für die kleinen 53er. „Die Aufregung war enorm“, sagte Zander. Sowohl bei ihm und den Spielern, als auch bei den Eltern und Fans auf der Tribüne. „Das Turnier ist schon seit Ende November bei uns allen im Hinterkopf.“ Damals hatte sich der SVA über die Qualifikation der „Gruppe Stadt“ erstmals ein Ticket für den Pape-Cup gesichert. Und seitdem darauf hingefiebert. Vor allem angesichts des Publikums. „Vor so einer Kulisse haben wir noch nie gespielt. Und werden es bestimmt auch nicht wieder“, war Zander beeindruckt.

Ziel: Mindestens ein Tor

Dass der Torhüter einige Male hinter sich greifen muss, war den Grün-Roten klar. „Wir sind mit der Marschroute in die Spiele gegangen, dass die Jungs alles aufs Parkett bringen sollen, was in ihnen steckt. Als Ziel hatten wir uns gesetzt, zumindest ein Tor zu erzielen.“ Und das wurde schon mit dem ersten Angriff erfüllt. Im Auftaktspiel gegen den HSV erzielte Miguel Uhlemann nach zwei Minuten die Führung.

Auch namhafte Gegner verspüren Druck

Der Jubel in der Halle war riesig. Wirklich jeder, nicht nur der grün-rote Arminia-Fanclub, drückte dem Underdog die Daumen. Und dieser zahlte die Unterstützung mit einem aufopferungsvollen Kampf zurück. Die SVA-Kicker hatten immer einen Fuß dazwischen, schmissen sich in jeden Zweikampf. Am Ende machten es die Hamburger mit ihrer individuellen Klasse zwar mit 4:1 deutlich, der Coach war dennoch zufrieden: „Es hat mich überrascht, dass wir die Führung so lange gehalten haben. Das zeigt, dass die namhaften Gegner Druck gegen uns verspüren. Am Ende fehlte dann einfach die Kraft.“

Trotz weiterer mutiger Auftritte war am Ende erwartungsgemäß kein Punkt drin. Die Niederlagen gegen Cambridge United (1:6), Werder Bremen (1:6), Hannover 96 (0:6), den VfL Wolsburg (0:5) und die Tottenham Hotspurs (1:4) fielen ebenfalls deutlich aus.

Krimi gegen Düsseldorf

Ein echter Krimi entwickelte sich aber gegen Fortuna Düsseldorf. „Wir waren so nah dran am Unentschieden“, hatte sich auch Zander das kleine Erfolgserlebnis gewünscht. 60 Sekunden vor dem Ende glich Tom-Oskar Schneider für den Qualifikanten aus. „Dann war aber die Nervosität zu groß“, beobachtete der Coach. Ein Fehler im Aufbau verhalf den Düsseldorfern zehn Sekunden vor dem Ende zum 2:1-Siegtreffer.

Somit lag die Ausbeute des Wochenendes zwar bei null Punkten, Enttäuschung machte sich im Arminia-Lager aber absolut nicht breit. „Für uns war das eine super Sache. Die Jungs waren absolut begeistert.“ Was sich nicht nur an ihren zahlreichen Posts in den sozialen Netzwerken erkennen ließ. Für den Moment spielte sich der Verein aus dem Herzen der Stadt auch in die Herzen der Fans.