Magdeburg l Mit fünf Toren lag der HSV Magdeburg schon in Führung. Im Sachsen-Anhalt-Liga-Heimspiel gegen den TuS Radis am Sonnabend roch es nach einer Überraschung. Doch der Tabellendritte kam wieder auf ein Tor heran (22:23, 47.). Und als Michael Jahns – mit 13 Treffern erneut Topscorer – dann eine Minute später einen Strafwurf liegen ließ, schien das Spiel zu kippen.

Doch nein. Nach einer eigenen Auszeit bewahrte das Schlusslicht die Ruhe, setzte sich mit drei Toren in Folge auf 26:22 (53.) ab. Und machte wenig später mit dem 32:27 (14:12) den zweiten Sieg in dieser Saison perfekt. „Das war absolut überraschend“, gab Trainer Harry Jahns zu. „Möglich machte das unser überragender Torwart Matthias Wiesner und eine sehr gute Abwehr.“ In dieser hob der Coach besonders Matthias Krüger hervor, der nach langer Pause zurückkehrte und der Deckung neue Stabilität verlieh.

Als einen weiteren „Eckpfeiler für den Sieg“ machte Jahns neben seinem Sohn vor allem Christopher Ebert aus. Der Rechtsaußen brachte sich immer wieder gut ein, kam auf insgesamt sieben Treffer.

BSV 93 Defensiv-Probleme

Ebenfalls zwei Punkte verbuchte der BSV 93 Magdeburg mit dem 40:34 (19:16)-Erfolg am Sonntag gegen den Glinder HV Eintracht. In der Analyse des Spiels wirkte Coach Thorsten Lantzsch allerdings nicht so, als hätte sein Team einen Sieg eingefahren. „Wir waren defensiv eindeutig zu schwach, ließen viel zu viel zu. Natürlich war Glinde vor allem am Kreis auch sehr stark, wir haben über 50 Minuten kaum Mittel dagegen gefunden.“

Mit 34 Gegentoren verbuchen Teams in der Sachsen-Anhalt-Liga normalerweise keine Zähler. Dass es trotzdem klappte, lag an der starken Offensive des BSV 93. Denn mit Falko Nowak und John Bade verfügten die Magdeburger über gleich zwei Spieler, die auf 14 Tore kamen. „Beide haben ein super Spiel abgeliefert“, lobte Lantzsch. 28 Tore von den Halbpositionen können sich sehen lassen. Vor allem Bade verbesserte sein Torekonto auf nun 60 Treffer in 14 Spielen. „Er war gefühlt immer da, wenn ein Ball in der Luft war und war vor allem im Umkehrspiel stark“, lobte Lantzsch. Anlass zur Kritik gab es wiederum bei den Außenspielern, bei denen „etwas der Schlendrian“ drin war.

Doch als es dann noch einmal eng wurde und der Aufsteiger mehrfach ausgleichen konnte wie beim 24:24 (40.), konnte Lantzsch sich auf sein Team verlassen. „Wir sind in dieser Phase total ruhig geblieben. Das war der Schlüssel zum Erfolg.“ Die Hektik, die in solchen Phasen oft entsteht, hat der BSV 93 nicht zugelassen und den Sieg in der Schlussphase deshalb verdient klargemacht.

Statistik HSV Magdeburg:

Wiesner, Illig - Schulz, Jantsch 3, Krüger 3, Bode, Marquardt, M. Zimonczyk, Jahns 13, Ebert 7, S. Zimonczyk 5, Siggelkow 1, Brunsendorf

Statistik BSV 93:

Walter, Dreiling - Heike, Schmälzlein, Van Steenkiste 3, Bischof 1, Nowak 14, Auerbach 1, Scheerenberg 1, Bade 14, Vehse, Willitzki, Osterloh 6