Magdeburg l Dass sich der TuS Vinnhorst den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga auf die Fahnen geschrieben hat, bekamen die Youngsters des SC Magdeburg am Sonntag deutlich zu spüren. Mit 30:37 (13:19) unterlag der grün-rote Nachwuchs den Gästen aus dem nördlichen Vorort von Hannover.

Danneberg und Schöll früh raus

Und dabei ging es vor 420 Zuschauern in der Hermann-Gieseler-Halle für die Gastgeber sogar richtig gut los. Justus Kluge mit zwei Toren, Justin Kurch und Yannick Danneberg hatten nach vier Minuten auf 4:1 gestellt. Selbst als daraus ein 5:6-Rückstand (12. Minute) wurde, steckten das die Magdeburger weg und hielten das Spiel offen. Trainer Vanja Radic: „Nach rund zehn Minuten knickte Yannick Danneberg mit dem Fuß um und musste raus. Und als kurz danach auch noch Oskar Schöll ebenfalls mit seinem Fuß umknickte, mussten wir umstellen.“ Bedeutete, dass Justus Kluge von Linksaußen in den zentralen Rückraum rückte.

Viel vorgenommen hatte sich auch Hannes Bransche. Der Linkshänder gehörte seit April ja zum Bundesliga-Kader und wollte bei den Youngsters jetzt vorangehen. Aber der 20-Jährige hatte sich damit vielleicht zu sehr unter Druck gesetzt und hatte mit seinen Würfen zunächst wenig Glück. Radic: „Er hat zwar nicht so gut ins Spiel gefunden, in der zweiten Hälfte aber gezeigt, was er kann.“

Sogar drei Torhüter im Einsatz

Viel entscheidender war aber, dass aus einem 13:15 (27.) innerhalb von dreieinhalb Minuten ein 13:19-Pausenrückstand wurde. Als die Gäste dann kurz nach der Halbzeit ihren Vorsprung ausbauten und die Youngsters nach 37 Minuten mit 15:24 hinten lagen, drohte eine deutliche Niederlage. Selbst U-19-Nationaltorwart Lukas Diedrich konnte das nicht verhindern. Gegen die vielen Tempogegenstöße und freien Bälle des Gegners hatte er keine Chance. Für ihn rückten später Niclas Behrendt und dann auch noch Janik Patzwaldt zwischen die Pfosten.

Mit Unterstützung der Fans und einer tollen Moral kämpften sich die Youngsters auch noch einmal bis auf 21:26 (43.) heran. Radic: „Die Halle hat uns super unterstützt und nach vorne getrieben. Aber wir haben in dieser Phase dann zwei freie Würfe aus sechs Metern nicht genutzt. Und gegen so eine erfahrene Mannschaft bekommt man nur einmal diese Chance und muss eiskalt sein.“

Lößner mit sechs Toren bester Werfer

Selbst nach einem Zehn-Tore-Rückstand (23:33/53.) ließ sich die Mannschaft nicht hängen und war bis zum Schluss um Ergebnis-Kosmetik bemüht. Richard Lößner war dabei mit sechs Toren bester Werfer. Radic: „Ich hätte gerne mal gesehen, wie das Spiel läuft, wenn nicht unser kompletter Rückraum ausfällt. Aber wir müssen die Niederlage akzeptieren. Das wirft uns nicht um.“

Mehr Sorgen bereitet dem Trainer die Verletzung von Schöll. Radic: „Yannick Danneberg konnte ja zwischenzeitlich noch einmal kurz spielen. Aber Oskars linker Fuß war richtig dick. Und er musste die Halle auf Krücken verlassen.“