Wetzlar/Magdeburg l Läppische 13 Zentimeter trennten Henrik Janssen vom SC Magdeburg am Sonntag von der Norm für die U-23-Europameisterschaften in Gävle (Schweden/11. bis 14. Juli). Trotzdem war es ein großer Tag für den 21-jährigen Diskuswerfer bei den nationalen Titelkämpfen in Wetzlar: Nicht nur, dass er die Zwei-Kilo-Scheibe im letzten der sechs Versuche auf 58,87 Meter brachte und damit Zweiter hinter dem Potsdamer Clemens Prüfer (62,39) wurde. Er verbesserte seine bisherige Bestmarke um satte 1,84 Meter. Und er klang darüber sehr glücklich.

Nun EM-Norm knacken

„Endlich konnte ich die Leistungen aus dem Training mal im Wettkampf umsetzen, und besonders schön ist es, dass es zur deutschen Meisterschaft geklappt hat“, erklärte Janssen der Volksstimme. Zur EM reichte die Leistung grundsätzlich zwar nicht, aber „ich habe am kommenden Wochenende bei den Bezirksmeisterschaften in Magdeburg noch einmal die Chance, die Norm zu liefern, oder ich muss eben auf die Sympathie der Trainer hoffen“, erklärte der Schützling von Trainer Armin Lemme.

Immerhin: Als Drittbester der deutschen Rangliste würde Janssen keinem anderen das Ticket streitig machen.

Barthel enttäuscht

Das konnte Sprinter Thomas Barthel in Wetzlar indes überhaupt nicht. „Das Rennen war von Anfang an scheiße, mehr gibt es nicht zu sagen“, ließ der 20-Jährige nach dem Halbfinal-Aus am Sonnabend über 100 Meter seinem Frust freien Lauf. Mit indiskutablen 10,73 Sekunden lief er der Konkurrenz weit hinterher. Meister wurde letztlich Marvin Schulte (Leipzig) in ganz starken 10,12 Sekunden.

„Erst hat er den Start verpennt, danach den Zug verpasst“, resümierte ein ebenso enttäuschter Trainer Eik Ruddat. Nicht nur in einem Einzelwaggon hat Barthel den EM-Zug damit verpasst, auch in der Staffelabteilung wird kaum mehr ein Platz für ihn freigehalten.

Titel für 4x400-Meter-Staffel

Auch einen Meistertitel brachte der SCM mit nach Hause: Die in Wetzlar zugleich ausgetragenen U-20-Staffeltitelkämpfe fanden mit der 4x400–Meter-Staffel der Magdeburgerinnen ihren Sieger: Justine Wehner, Alina Glomb, Maren Smoljuk und Lara-Noelle Steinbrecher ließen mit 3:45,43 Minuten der Konkurrenz keine Chance.