Magdeburg l Jahrelang sind Nachwuchs-Leichtathleten auf der Suche nach der richtigen Disziplin – bis sie in die Leistungssport wechseln. Beim SC Magdeburg haben sie den Schritt vollzogen, wenn sie nach den Sommerferien von Marco Kleinsteuber und Matthias Lindner zur ersten Einheit begrüßt werden. „Dann geht es nur noch an den Sprint, nicht mehr in den Mehrkampf“, sagen beide Coaches.

So ist es im vergangenen September Luna Nowak, Chelsea Kadiri und Aliyah Njock ergangen. Sie „sprinteten“ von der U-16-Gruppe von Johanna Heise in die U-18-Riege von Kleinsteuber und Lindner. Die über den Nachwuchskader 2 des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) sagen: „Alle haben ein großes Talent.“ Die aber zugleich nach dem speziellen Talent forschen müssen. Das soll allen Spaß machen, „das hat aber auch was mit Arbeit zu tun“, sagt Kleinsteuber.

Vielseitige Talente

Von der Vielseitigkeit ihrer Talente haben sich die Trainer bereits ein Bild gemacht. Aliyah Njock ist mit ihren 15 Jahren nicht nur schnell, sie kann auch sehr hoch springen. 1,70 Meter hoch sogar. „Aber sie ist eben auch eine sehr gute 100-Meter-Sprinterin“, sagt Lindner. „Vielleicht auch über 200 Meter, das muss das erste Jahr zeigen.“ Bei den drei jungen Damen also wird die neue Saison erst zeigen, wie sehr sich die bisherige Arbeit gelohnt hat und woran als Nächstes gearbeitet werden muss. In dieser Hinsicht sich zwei andere Athletinnen schon ein Jahr weiter: Christina Onwu Akomas und Sophie Albrecht, die beide zum Nachwuchskader 1 des DLV gehören.

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Beide „haben sich wirklich sehr gut entwickelt“, sagt der 46-jährige Kleinsteuber. Die 16-jährige Albrecht ist dabei gar nicht von ihrer Spezialstrecke – den 400 Meter Hürden – gekommen, sondern von der flachen Mittelstrecke. „Ich hatte es schon häufiger gehabt, dass sich Quereinsteiger bei uns probiert haben. Nur wenige schaffen es, das Pensum zu absolvieren und sich gleich auf ein gewisses Leistungsniveau einzupegeln. Aber Sophie hatte bei uns einen tollen Einstieg“, sagte Kleinsteuber mit Blick auf die Bestzeit von 61,60 Sekunden, die Albrecht im vergangenen Juli in Wetzlar erzielte. „Wir hoffen, dass für sie im nächsten Jahr die Reise weitergeht.“ Für den Start bei der Europameisterschaft im August in Rieti (Italien) „ist sie in jedem Fall eine Kandidatin“.

Der Wahnsinn hat sich reduziert

Christina Onwu Akomas hat indes nicht zuletzt von der Erfahrung einer Antonia Buschendorf (U 23) profitiert. „Sie ist auf den 100 Meter Hürden angekommen und hat die Herausforderung angenommen“, sagt Kleinsteuber. Im ersten Jahr, berichtet er, „wechselten sich Genie und Wahnsinn noch ab“. Der Wahnsinn habe sich auf 20 Prozent reduziert, ergänzt er lächelnd. Die 16-Jährige zeigt vielmehr die Dinge, die Kleinsteuber staunen lassen.

Rieti ist auch das Ziel der Christina Onwu Akomas. Aber: „Man darf die jungen Athletinnen nicht unter Druck setzen“, so der Coach. Wichtig ist, „dass jede ihre Ausgangsposition optimal nutzt“. Und das ist zunächst das eigene Talent.