Magdeburg l Dominique Schaak und sein Team hatten zum Saisonauftakt der ADAC GT4 Germany durchaus harte Bandagen erwartet. Und nichts Geringeres sollten sie bekommen: „An jedem Auto war Farbe von einem anderen dran“, stellt der Pilot aus Magdeburg fest. Doch diese Lackschäden waren noch das geringste Übel. Eine Reihe von Unfällen sorgte für mehrere Unterbrechungen in den beiden turbulenten Läufen zuletzt auf dem Nürburgring. „Fünf Safety-Car-Phasen in zwei Rennen sind eindeutig zu viele“, bilanzierte Schaak. „Alle wollten direkt zu Beginn ein Zeichen setzen“, erklärt der 29-Jährige.

Besonders unglücklich ist er mit der Safety-Car-Phase im ersten Rennen, kurz nachdem er mit seinem Teamkollegen Hugo Sasse planmäßig das Cockpit getauscht hatte. Von Startplatz elf nach guter Leistung im Qualifying gestartet, übergab der 16-jährige Sasse den Wagen auf Position neun an Schaak. Dieser sah beim Auffahren auf die Strecke hinter sich „weit und breit“ keinen Gegner. Eine vielversprechende Position also, um die einstellige Platzierung zu halten oder sogar auszubauen. Doch aufgrund der erneuten Unterbrechung hatte Schaak kurz darauf wieder das restliche Feld im Nacken. Und auch im weiteren Verlauf riss seine Pechsträhne nicht ab: „Nach dem Re-Start habe ich mich überrumpeln lassen und wurde auf die Wiese gedrückt“, berichtet er. Plötzlich fand sich Schaak auf Platz 15 wieder.

Rennen 1 wurde frühzeitig beendet

Am Ende des Samstagrennens – das wegen eines neuerlichen Unfalls hinter dem Safety-Car und mit roten Flaggen beendet wurde – stand immerhin Platz zwölf zu Buche. Und damit vier wichtige Meisterschaftspunkte für das Team aus dem sächsischen Radebeul.

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Im zweiten Rennen am Sonntag hatte Schaak nicht nur Probleme mit Safety-Car-Phasen, sondern auch mit der Rennleitung. Dabei war die Ausgangsposition nach Platz 18 im Qualifying, wegen eines „kleinen Schnitzers“ auf Schaaks schneller Runde, ohnehin nicht optimal. „Mir haben zu Startplatz 16 lediglich 0,063 Sekunden gefehlt“, ärgert sich Schaak noch Tage später. Sogar Platz 15 sei ohne den besagten Fehler möglich gewesen.

Während des Laufes wurden einer Aufholjagd Schaaks schon früh Steine in den Weg gelegt. Als das Feld am Ende einer Safety-Car-Phase wieder das Renntempo aufnahm, kam ein Kontrahent vor dem Boliden des Magdeburgers deutlich von der Strecke ab. Deshalb fuhr Schaak – noch bevor laut Regelwerk offiziell überholt werden durfte – am gegnerischen Fahrzeug vorbei. „Ich kann ja nicht mitten auf der Strecke stehenbleiben“, erklärt Schaak.

Auch noch eine Durchfahrtstrafe

Auch über den Boxenfunk kam von seinem Team sofort die Bestätigung, alles richtig gemacht zu haben. Doch das sah die Rennleitung anders. Wenige Runden später verhängte sie eine Durchfahrtsstrafe für Schaak in seinem Audi R8 LMS GT4.

Dennnoch gab er anschließend nicht auf, zwei weitere Piloten erhielten ebenfalls Durchfahrtsstrafen, und Schaak sah Platz 14 und 15 in Reichweite. Doch eine erneute Safety-Car-Phase, die wiederum bis zum Rennende anhielt, vereitelte jede Chance, weiter nach vorn zu fahren. Am Ende musste er sich mit Platz 17 begnügen.

Nach dem Rennen gab es ein klärendes Gespräch mit der Rennleitung. Diese gestand, die Situation falsch bewertet zu haben, doch die Bestrafung konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. Schaak nahm die Fehlentscheidung sportlich und betont, „im Reinen“ mit der Rennleitung zu sein. „Wie beim Fußball“, erklärt er, „kannst du den unberechtigten Elfmeter nach dem Spiel nicht mehr zurücknehmen.“

Selbstkritischer Pilot

Allem Pech zum Trotz: Der Elbestädter, der vor dem Rennwochenende nur zwei Tests mit seinem Fahrzeug absolvieren konnte, sucht die Schuld auch bei sich. „Ich muss daran arbeiten, im Qualifying eine gute Runde zusammen zu bekommen, um eine bessere Ausgangslage für das Rennen zu haben“, gestand er ein. Mit einem Simulator-Training will er sich bis zum nächsten Rennwochenende der GT4 Germany vom 18. bis 20. September auf dem Hockenheimring um eine „halbe Sekunde bis Sekunde“ verbesern.

Außerdem verspricht das dortige Streckenlayout größere Erfolgschancen. „Hockenheim liegt uns definitiv besser, denke ich. Auf dem Nürburgring war Audi in der vergangenen Saison auch nicht wirklich stark, obwohl gute Fahrer auf den Audis saßen. Das lässt uns hoffen.“ Auf dem Hockenheimring mit seinen langen Geraden sei besonders der „Top-Speed entscheidend“, erklärt Schaak. Und der ist eine der großen Stärken des Audi.

Außerdem bereitet er sich nicht nur am Simulator auf seinen zweiten GT4-Germany-Einsatz vor. Um im Rhythmus zu bleiben, startet er bereits heute um 17.30 Uhr beim Good-year 60-Race auf dem Lausitzring im Rahmenprogramm der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM). Schaak: „Ich freue mich auf die zusätzlichen Trainingskilometer für mich im Audi R8.“