Magdeburg l Der Mannsberg als Heimat des FC Einheit Wernigerode war bisher nicht die liebste Destination vom SV Fortuna Magdeburg und Trainer Dirk Hannemann. Alle früheren fünf Begegnungen in Wernigerode hatte die Mannschaft vom Schöppensteg verloren, bei vieren davon stand Hannemann als Verantwortlicher an der Seitenlinie.

Fortuna mit junger Truppe

Am Sonnabend ist diese Serie nun durchbrochen worden: mit einem 2:2 am zehnten Spieltag der Verbandsliga. „Das war ein starkes Auswärtsspiel meiner jungen Mannschaft“, zeigte sich Hannemann zufrieden. „Wir wussten genau, dass es ein sehr schweres Spiel werden würde und haben voll dagegengehalten. Das macht mich stolz.“

Führung durch Glage

Nach einer guten halben Stunde brachte Philipp Glage die Gäste im Harz vom Elfmeterpunkt mit 1:0 in Front. Bis dahin verlief also alles nach Plan. In der Folge waren die Fortunen allerdings zweimal zu unaufmerksam, was Einheit Wernigerode prompt bestrafte. Erst besorgte ein Eigentor von Hussein Nayef den Wernigeröder Ausgleich mit dem Pausenpfiff, dann drehte Einheit-Torjäger Nick Schmidt die Partie nur neun Minuten nach dem Seitenwechsel mit einem verwandelten Strafstoß sogar zugunsten der Hausherren. „Das waren zwei doofe Szenen. Beim ersten Gegentor pennen wir bei einem Einwurf und sind dann bei jeder Station ein bisschen zu spät. Der Elfer zum 2:1 war dann auch kein Muss-Elfmeter“, kommentiert Hannemann die beiden Gegentore.

Trotzdem: „Einen Vorwurf kann ich meinen Jungs nicht machen. Das war vielleicht die jüngste Abwehrreihe plus Torwart in der Geschichte des SV Fortuna. Dafür haben sie das sehr ordentlich gemacht“, lobte der Coach den Defensivverbund.

Hannemann lobt Moral

Noch viel mehr freute er sich über die nach dem Rückstand gezeigte Moral: „Wir haben uns stark ins Spiel zurückgekämpft. Das hat mir sehr gefallen.“ Und so konnte Christopher Garz mit seinem dritten Saisontreffer noch einmal ausgleichen. Kurz vor dem Ende hatte Kenny May dann sogar die große Chance zum Siegtreffer auf dem Fuß, ließ diese aber liegen.

Dennoch überwog bei Hannemann die Freude, dass mit einem gewonnenen Punkt die Negativserie in Wernigerode gestoppt und die eigene Serie von nun vier Spielen in Folge ohne Niederlage ausgebaut werden konnte. „Auswärts einen Punkt in der Verbandsliga zu holen, ist super. Zu Hause wollen wir die Spiele gewinnen.“ Dieser Plan soll bereits am kommenden Sonnabend ausgeführt werden, wenn der 1.  FC Bitterfeld-Wolfen am Schöppensteg gastiert. Doch Obacht ist geboten, schließlich bezwang der 1. FC am Wochenende mit dem Haldensleber SC die noch einzig unbesiegte Mannschaft der Verbandsliga.

Gerade deswegen wird es auf diese Tugenden ankommen, wie beim Harz-Gastspiel. „Wenn wir in jedem Spiel so geschlossen agieren, körperlich präsent sind und dagegengehalten, bin ich sehr guter Dinge“, lobte Hannemann.