Magdeburg l Im Moment der Entscheidung ahnte Philipp Glage, dass er gefordert sein würde. In dem Moment, in dem das Verbandsligaspiel seines SV Fortuna gegen den 1. FC Bitterfeld-Wolfen auf die Entscheidung zusteuerte. Also tat der Stürmer, was er tun musste. 88. Minute. Elfmeter. „Und mit dem Pfiff war mir sofort klar, dass ich die Verantwortung übernehmen muss“, sagte Glage. „Als ich dann zum Punkt gegangen bin, war ich mir sehr sicher, dass ich verwandeln würde. Da lasse ich mich auch auf gar keine Spielereien mit dem Torhüter ein.“

Tat er nicht. Glage traf tatsächlich und sicherte der Fortuna den knappen 3:2 (1:1)-Sieg. Sein drittes Tor an diesem Nachmittag. Er war der große Matchwinner.

Hannemann kritisch

Und doch: Der Sieg konnte Trainer Dirk Hannemann nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht alles rund lief. „In vielen Phasen des Spiels, vor allem in der Rückwärtsbewegung, war ich nicht zufrieden. Wichtig ist aber, dass wir unsere Serie von jetzt fünf Spielen ohne Niederlage gehalten und den Sieg, den wir uns vorgenommen hatten, eingefahren haben“, sagte der Coach.

Startelf im Schnitt 23,2 Jahre alt

Hannemann schickte erneut eine überaus junge Startelf auf das Feld: Durchschnittsalter 23,2 Jahre. Zudem musste diese junge Mannschaft noch kurz vor dem Anpfiff eine Umstellung hinnehmen, da Hannes Weidemeier kurzfristig verletzungsbedingt ausfiel. So gab Verteidiger Marvin Herwarth seinen Einstand im Männerbereich.

Los ging es aber gleich mit einem Rückschlag. Marcus Plomitzer traf für Bitterfeld (15.) zur frühen Führung. „Es war ein sehr schwieriges Spiel für unsere sehr junge Mannschaft gegen diese erfahrenen Jungs“, räumte auch Torjäger Glage ein. „Wir hatten uns viel vorgenommen, kassieren dann aber trotzdem den Rückstand.“

Doch von Aufgeben war beim Gastgeber wenig zu spüren. Und der Ausgleichstreffer entsprang dann einer Einzelaktion des Torjägers. „Mit einer Finte habe ich den Bitterfelder Verteidiger getäuscht“, erzählte Glage. Sein Schuss schlug im langen Eck des Gäste-Tores ein.

Fortuna dominiert

Nach dem Wechsel war der Gastgeber dann das spielbestimmende Team, so dass der zweite Treffer nur eine Frage der Zeit zu sein schien. „Dieses Tor war sehr gut herausgespielt“, lobte Glage im Nachgang. „Da haben wir das Tempo hochgehalten und sind mit Geschwindigkeit in die Bitterfelder Hälfte gegangen.“ Christopher Garz drang in den Strafraum ein, passte nach innen, wo Glage stand und vollendete.

Damit schien der Gastgeber auf der Siegerstraße, zumal nur knapp vier Minuten später sowohl Garz als auch Daniel Trinh nach einem erneut schnell vorgetragenen Angriff das 3:1 die Entscheidung auf dem Fuß hatten. „In dieser Phase des offenen Schlagabtausches hätten wir das Spiel für uns entscheiden müssen“, bemängelte Hannemann.

Strafstoß kurz vor dem Ende

Doch im direkten Gegenzug kam der Gast zum Ausgleich. Der starke Ukrainer Vyacheslav Biryuk vollendete einen Sturmlauf von Kevin Elflein im Nachschuss.

Jetzt wurde die Partie immer hektischer. Und als Lukas Dudziak zwei Minuten vor Ultimo im Strafraum von den Beinen geholt wurde, entschied Referee Tobias Starost auf Strafstoß. Es war der Moment des Philipp Glage.

Der Torjäger sieht seine Mannschaft nach etwas zähem Saisonstart inzwischen auf einem guten Weg. „Dank meiner Erfahrungen kann ich einschätzen, dass wir im Training eine sehr gute Qualität und auch Quantität haben. Allerdings sind unsere Leistungen im Spiel oft noch zu schwankend. Da müssen wir weiter ansetzen“, meint der Stürmer.

Eine Aufgabe gerade für die erfahrenen Akteure wie ihn, Nils Kauffmann, Bastian Benkel, Matthias Deumelandt oder Marvin Windelband. „Wir müssen die Jungs auf und neben dem Platz führen, ihnen helfen, Fehler abzustellen, sie motivieren.“