So läuft es ab

Der City Fight wird am 19. und 20. Oktober in den Räumen der Regiocom (Marienstraße  1) ausgetragen. Beginn ist am Sonnabend um 10 Uhr, er kann auch live über Twitch verfolgt werden.

Magdeburg l Früh morgens wird in den Räumlichkeiten des Vereins Magdeburg eSports erst einmal Kaffee gekocht. „Wir haben jetzt sogar Tassen“, sagt Martin Müller und lacht. Der Vereinsvorsitzende schaut die neue Anschaffung noch einmal genau an. Sogar das eigene Logo ist aufgedruckt. Und sie haben einen Fußabtreter, der gleich klarstellt, wo hier die Prioritäten liegen. „Aufräumen muss man erst, wenn das WLAN-Signal nicht mehr durchkommt“, heißt es darauf nämlich.

Seit 2016 gibt es den Verein, der sich mittlerweile zu Deutschlands größtem eSport-Verein gemausert hat. Und so, wie beim Inventar stetig aufgerüstet wird, werden die Mitglieder auch nicht müde, sich neue Turnierformate zu überlegen. Eines davon wird am Wochenende in Magdeburg ausgetragen: Der „City Fight – offline edition“.

Paralleles Hallenfußball-Turnier

Die Idee dahinter ist simpel. Während die Teilnehmer virtuell „League of Legends“ spielen, treten sie daneben noch in einem Hallenfußball-Turnier gegeneinander an. Ein Projekt, bei dem auch das Land Sachsen-Anhalt Unterstützung zugesagt hat. Das ist bisher einmalig. Durch die Fördermittel vom Ministerium für Inneres und Sport konnte das Turnier erst ermöglicht werden.

„Es ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt zur Förderung von eSport im Land“, sagt Müller, der zudem auch Vizepräsident des eSport-Bundes Deutschland (ESBD) ist. Selbst im Jahr 2019 gibt es bislang nämlich nur zwei Bundesländer, die eSport überhaupt fördern. Neben Sachsen-Anhalt ist das noch Schleswig-Holstein.

Doch den Schulterschluss zum klassischen Sport suchte der Verein nicht allein wegen der Förderung. „Mit der Verbindung sprechen wir auch Sportvereine an, die über den Aufbau einer eSport-Abteilung nachdenken und sich ausprobieren wollen“, sagt Müller.

Gemeinnützigkeit bleibt verwährt

Ein Unterfangen, das mit Sicherheit um einiges einfacher wäre, wenn eSport vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Sportart anerkannt wäre. „Das benachteiligt uns“, stellt Müller klar, denn so bleibt den Vereinen die Gemeinnützigkeit verwehrt beziehungsweise laufen sie Gefahr, diese bei Gründung einer Abteilung zu verlieren.

Die eSport-Szene in Sachsen-Anhalt in diesem Bereich voranzubringen, dieser Aufgabe hat sich auch Sandra Kilian von der Mitteldeutschen Kommunikations- und Kongressgesellschaft, kurz MDKK, verschrieben. Sie unterstützt den Verein in Sachen Organisation. „Ich spiele selbst nicht, aber ich interessiere mich einfach für das Phänomen eSport“, erzählt Kilian. Und dabei besonders für den wirtschaftlichen Aspekt.

„Einige Unternehmen haben schon erkannt, dass sie mit solchen Veranstaltungen auch junge Zielgruppen, also potenzielle Fachkräfte, ansprechen können“, berichtet sie. Zum Beispiel der Service-Dienstleister Regiocom, in dessen Räumlichkeiten das Turnier ausgetragen wird und der mit einer eigenen Mannschaft antritt.

Auch von dieser Schnittstelle erhoffen sich die Macher einen langfristigen Mehrwert.