Magdeburg l Der Klassenerhalt ist geschafft. Und Frank Weißleder ist froh, dass sich seine Damen im offiziell letzten Spiel der Saison „mit einem Sieg belohnen konnten“, sagte der Coach der Regionalliga-Volleyballerinnen von der WSG Reform: „Das ist auch ein positiver Ausblick für die Mannschaft auf die neue Serie.“

Am 8. März gewann die Mannschaft um Sabine Grenzau dieses wichtige Match gegen den Marzahner VC in vier Sätzen und hatte sich damit auf den siebten Platz vorgeschoben. Weg von den Abstiegsplätzen. Am Donnerstag hatte der Deutsche Volleballverband (DVV) die Serie wegen des Corona-Virus vorzeitig beendet. Und Coach Weißleder war darüber womöglich nicht ganz unglücklich. Denn er sagte: „Es war eine schwierige Saison.“

Es folgen schwierige Gespräche

Und es folgen: schwierige Gespräche. In den kommenden Tagen setzen sich Trainer und Mannschaft zusammen. Sie planen ihre Zukunft. Sie zählen die Spielerinnen, die bleiben. Und jene, die womöglich gehen. Unter dem Strich werden es jedenfalls keine 22 Damen mehr sein, mit denen die WSG die nun abgelaufene Saison angegangen war. „Wir sind mit einem großen Kader gestartet“, so Weißleder. Ein großer Kader, der die persönliche Zielvorgabe des Trainers entsprechend hoch angesetzt hatte: „Ich wollte unter die Top-Vier der Liga.“

Der 55-Jährige musste sich eines Besseren belehren lassen. Nicht nur vom Saisonverlauf, sondern auch von seiner eigenen Mannschaft. „Sie hat von Beginn an gesagt: Wir kämpfen um den Klassenerhalt.“ Und seine Mannschaft sollte Recht behalten.

Unnötige Niederlagen

Das Team hatte ja an Erfahrung verloren im Sommer. Janine Dreher hatte sich in die Babypause verabschiedet. Trotzdem sollten sich erste Befürchtungen nicht bestätigen. „Ich hatte im Zuspiel die größten Probleme gesehen“, erklärte Weißleder, „aber das haben wir letztlich gut in den Griff bekommen.“ Und zudem „hat sich Eva Neumann als Libera im Verlauf gut entwickelt“.

Aber genauso hatte sich die Liga entwickelt. „Es waren leistungsstarke Teams hinzugekommen“, berichtete Weißleder. Wie der Marzahner VC eben, der zu Beginn der Saison dauerhaft oben stand und dann „im Sturzflug nach unten durchgereicht wurde“ – und grundsätzlich als Drittletzter abgestiegen ist, wenngleich der DVV zu einem späteren Zeitpunkt die Auf- und Abstiegsregeln erst veröffentlichen wird. Auch der VC Bitterfeld-Wolfen und der BBSC III Berlin müssen wohl zurück auf Landesebene. Zwei Mannschaften also, gegen die WSG verloren hatte, „gegen die wir aber niemals hätten verlieren dürfen“, betonte Weißleder. Ohne diese Niederlagen, davon ist der Coach überzeugt, „hätten wir auch für die eine oder andere Überraschung sorgen können“.

Diese blieb aber aus. Auch deshalb ging es eben nicht weiter nach oben für die „Reformerinnen“. Und weil zuweilen wichtige Spielerinnen aus unterschiedlichen Gründen fehlten. Wie Sabine Grenzau, die zwischenzeitlich krankheitsbedingt ausfiel. Wie Constanze Spangenberg, die Hauptangreiferin, die fünfmal zur wertvollsten Spielerin ihrer Mannschaft gewählt wurde. So kam die WSG letztlich auf sechs Siege an 17 Spieltagen. Weißleder resümierte: „Die Saison hat Nerven gekostet.“