Magdeburg l Romy Crüger ist wahrlich kein unbekanntes Gesicht im Regionalliga-Zirkus. Dort hat sie bereits für Energie Cottbus den Gegnern die Bälle gehörig um die Ohren geschlagen. Mit 1,86 Metern und jeder Menge Sprungkraft mutiert sie in der Mitte zur unerbittlichen Angreiferin, wie sie auch die WSG Reform am Sonntag zu spüren bekam. Denn Crüger hatte einen maßgeblichen Anteil am 3:1-Sieg des Aufsteigers KSC Spremberg gegen die Magdeburgerinnen.

Aber Crüger ist nun nicht das einzige Indiz dafür, dass Spremberg nicht mehr jenes Spremberg aus der vergangenen Saison ist. „Viele Damen, die mindestens über Regionalligaerfahrung verfügen, haben sich dem KSC angeschlossen“, berichtete Frank Weißleder, der die Mannschaft neben der spielenden Trainerin Janine Dreher betreute. Zur besten Akteurin wählte der 55-Jährige dann Zuspielerin Aline van Winsen, wie Crüger 31 Jahre alt, die „wahnsinnig gute Pässe gestellt hat“, und die mit ihren Pässen ebenso starke Angreiferinnen gefunden hat. Weißleders Fazit lautete also: „Der KSC wird in dieser Liga sicherlich keine schlechte Rolle spielen.“

Das wollen auch die „Reformerinnen“ nicht. Und dass sich ihr laufaufwändiges Spiel in Erfolg ummünzen lässt, hat der zweite Satz in Spremberg gezeigt, als sie nach einem 21:23 noch mit 25:23 gewannen. Weißleder ist sich sicher: „Die Spielerinnen agieren mit starkem Einsatz und großem Kampfgeist, sie stehen bedingungslos zueinander.“

Lieberenz wertvollste Akteurin

Aber sie mussten auch verzichten an jenem Tag: zum Beispiel auf Constanze Spangenberg, der besten Angreiferin der vergangenen Saison. Dafür rückte Dreher ins Team, die ungewöhnlichweise auf Außen/Annahme zum Einsatz kam. Kathrin Lieberenz, die wertvollste Akteurin der WSG an diesem Tag, übernahm mit Inga Wieczorek die Mittelblock-Position. „Beide haben das gut gemacht, auch die Zuspielerinnen haben sich gut ergänzt“, berichtete Weißleder – Maike Werdin und Michaela Buschke also. Derweil ist Sabine Grenzau nach dem Abgang von Eva Neumann (USC) auf die Libera-Position gerückt.

Für die WSG war der Auftakt zugleich ein Suchen und Finden der Automatismen. „Bei zwei Neuzugängen im Team funktioniert auch nicht alles gleich auf Anhieb“, sagte Weißleder. Wenngleich Marlen Wesemeier noch im Auslandssemester weilt, dafür aber Maria Dahnz bereits eine gute Rolle spielte. Und aufgrund all dieser Umstände, die zu dieser Niederlage geführt haben, meinte Weißleder: „Wir waren auf der Heimfahrt weder total enttäuscht noch übermäßig traurig.“ Und weder das eine noch das andere will die WSG am 17. Oktober sein, wenn sie Marzahn empfängt (17 Uhr).