Magdeburg l Still ruht bei der Wasserball Union Magdeburg (WUM) derzeit der See. Waren die Akteure im Frühjahr durch den coronabedingten Saisonabbruch und die Schließung der Schwimmhalle an der Großen Diesdorfer Straße schon doppelt gebeutelt, so verurteilt auch sie der zweite Lockdown auf unbestimmte Zeit zum Nichtstun.

Eigentlich war der Saisonstart für das kommende Wochenende geplant, wollte der Vorjahresvierte mit frischem Blut wieder oben angreifen. Doch dann kam die zweite Corona-Welle. „In der vergangenen Woche gab es eine Videokonferenz der Ligaleitung mit allen Vereinen. Dabei wurde der Saisonstart ausgesetzt. Für den 14. Dezember haben wir uns erneut verabredet. Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr nicht mehr ins Wasser steigen“, sagt Torwart-Oldie und WUM-Präsident Detlef Klotzsch.

Spätes Training sorgt für Unmut

Dabei haben er und seine Mitstreiter seit dem vorzeitigen Saisonende im März alles versucht, um nicht völlig unterz gehen. Nachdem die Dynamo-Halle wegen langwieriger Reparaturarbeiten auf nicht absehbare Zeit geschlossen wurde, kämpfte die WUM erfolgreich um Wasserzeiten in der Schwimmhalle, durfte dort aber nicht mit dem Ball trainieren.

Im Sommer zogen die Männer zum Neustädter See um. „Obwohl wir dafür das gesamte Equipment samt Toren mitnahmen, war das natürlich mehr Jux als ernsthaftes Training. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, blickt Klotzsch auf die Zeit zurück.

Später bekamen die Wasserballer vier Trainingszeiten pro Woche in der Elbehalle. „Das war okay. Wir konnten gut trainieren, waren gut drauf und wollten spielen. Nur für den Kinder- und Jugendsport waren die Zeiten, teilweise erst ab 21 Uhr, völlig ungeeignet. Da gab es zuletzt ganz schöne Unzufriedenheit unter den Eltern und den einen oder anderen nachvollziehbaren Vereinsaustritt“, erklärt der Vereinschef mit Verweis auf die ohnehin angespannte finanzielle Situation. „Auch an der Sponsorenfront ist es gegenwärtig schwierig, finanzielle Unterstützung bekommen wir schon gar nicht”, so der 48-Jährige.

Zwei externe Zugänge

Dennoch wollte man jetzt sportlich neu angreifen, denn das Team steht, Termine für die Heimspiele in der Elbehalle sind geblockt und beim einzigen Vorbereitungsturnier, dem „Nischl-Cup“, schlug die WUM sich als Vierter hinter Laatzen, dem OSC Potsdam II und Gastgeber SC Chemnitz achtbar.

Die aktuelle Mannschaft ist breit aufgestellt und blickt optimistisch in die irgendwann anstehenden Spiele der 2. Liga Ost, wo mit dem Erfurter SSC und der SG Steglitz auch zwei neue Gegner warten, wenn sie denn durchhalten. Mit den Rückkehrern Vincent Winkler (22, Centerverteidiger) von den White Sharks Hannover und Sascha Ufnal (19, Center) von Poseidon Hamburg haben die Magdeburger auch zwei externe Zugänge. Ansonsten ist das Team bis auf Nachwuchskeeper Clemens Wurl zusammen geblieben, umfasst aktuell 26 Akteure, von denen elf Spieler 19  Jahre oder jünger sind.

Nur einen Trainer hat die WUM nicht, behelfen sich momentan mannschaftsintern. „Aufgrund der aktuellen Situation ist es schwierig, einen externen Coach zu gewinnen. Vielleicht fällt uns auch dazu noch was ein“, zeigt sich WUM-Chef Klotzsch zuversichtlich.