Magdeburg (vs) l Milan Mijokovic zählt mit 47 Jahren nun schon zu den erfahrenen Herrschaften im Wasserball, aber weder Routine noch Alter schützen natürlich vor der Aufregung eines Saisonauftaktes. Zumal, wenn Trainer und Mannschaft das hehre Ziel einer Titelverteidigung verfolgen. „Das erste Spiel ist immer etwas Besonderes, deshalb war ich schon sehr angespannt“, meinte Mijokovic also vor dem ersten Anwurf der neuen Serie in der 2. Liga Ost. Und ergänzte: „Trotz einer guten Vorbereitung weiß man nicht, wo man im Wettkampfmodus wirklich steht.“

Die Antwort gab dann seine Wasserball Union Magdeburg am Samstagabend im heimischen Dynamo-Bad: mit einem 12:9 (1:3, 5:2, 4:3, 2:1)-Sieg über den SC Chemnitz.

Applaus als Ansporn

Noch etwas mehr Aufregung kam wohl hinzu, als Liga-Chef Uwe Althaus noch vor dem ersten Pass die Mannschaft für die Meistertitel in der vergangenen Saison beglückwünscht hatte. Unter begeisterndem Applaus der zirka 150 Fans. Spätestens in diesem Moment dürften auch die Neuzugänge Duncan Händel sowie Viktor und Nikola Mijokovic gespürt haben, wohin in der neuen Serie die WUM-Reise erneut gehen soll: an die Spitze nämlich.

Davon allerdings waren die Gastgeber nach dem ersten Drittel noch einige Tore entfernt – 1:3. Dabei hatte der Coach „voller Konzentration und ein sicheres Spiel“ gefordert. Zwar traf Wilhelm Block zur Magdeburger Führung, doch Chemnitz drehte den Spieß unter anderem mit zwei Strafwürfen um.

Taktische Marschroute umgesetzt

Mijokovic löste daraufhin die Zonenverteidigung auf und setzte ganz aufs Pressing. Und das schmeckte den Gästen überhaupt nicht. Innerhalb von zwei Minuten führten drei Block-Tore zur 4:3-Führung. Moritz Lehnert ließ das 5:3 folgen. „Ich muss meinem Team ein Kompliment machen, es hat sich weitestgehend an die taktische Marschroute gehalten und sind nach der Umstellung besser ins Spiel gekommen“, freute sich Mijokovic. Beide Mannschaften schenkten sich auch im weiteren Verlauf nichts. Während Nikola Mijokovic noch mit einem herrlichen Heber aus acht Metern in den Winkel traf, verkürzte Chemnitz bis zur Halbzeit auf 6:5.

Überhaupt agierten die Gäste clever und lauerten auf ihre Konterchance. Dagegen fehlte der WUM noch die Konstanz, beste Chancen wurden liegengelassen. Auch in der Abwehr ließ das Team noch Luft nach oben., doch das dritte Viertel gab letztlich die Richtung der Partie vor: Erst Lukas Schulle per Strafwurf, dann Händel mit seinem Premierentreffer und dann Moritz Lehnert (2)markierten die 10:7-Führung. Eng wurde es nach dem 10:8, als die Sachsen zum Strafraum antreten durften. Doch Marc Böer parierte den Ball aus fünf Metern, ließ die Halle toben und schickte sein Team mit einer Zwei-Tore-Führung ins letzte Viertel. Dort schraubten die überragenden Block und Lehnert den Vorsprung auf ein beruhigendes 12:8 hoch.

Trainer sieht Reserven

Milan Mijokovic hat trotzdem einiges an Arbeit vor dem Doppelspieltag am 23. (beim SV Halle) und 24. November (bei der HSG Leipzig) mitgenommen. „Es hat noch nicht alles funktioniert“, sagte der Serbe nach dem Spiel. „Ich weiß jetzt, wo ich im Training ansetzen muss.“ Aber die Aufregung war zu diesem Zeitpunkt längst der Zufriedenheit gewichen: „Insgesamt bin ich glücklich, dass wir kein Lehrgeld gezahlt haben, denn die Chemnitzer haben uns wirklich gefordert.“