Groß Santersleben l Der Vorsitzende des SV Groß Santersleben schildert seine Sicht der Dinge in Zeiten der Corona-Krise.

„Die letzten Tage waren ja unter anderem davon geprägt, wie es mit der schönsten Nebensache der Welt weitergeht. Wir haben mit dem Corona-Virus festgestellt, wie schnell wir in ein Tal gefallen sind, dass Errungenschaften, die wir seit Jahrzehnten in Deutschland genießen, plötzlich keinen Wert mehr haben.

Die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger steht sicherlich an erster Stelle und muss auch geschützt werden. Das gesellschaftliche Leben und unsere Wirtschaft ist an fast allen Stellen lahm gelegt. Die wirtschaftlichen, aber auch die gesundheitlichen Konsequenzen der derzeitigen Situation sind uns allen nicht bewusst.

Es sei mir aber auch gestattet zu sagen, dass viele Entscheidungen unserer Politiker interessant sind, aber aus meiner Sicht nicht durchdacht. Auf der einen Seite sind viele Bürgerinnen und Bürger Unternehmer und auch wir als Sportvereine müssen mit Einbußen rechnen, aber ich persönlich habe noch nie gehört, dass ein Landtags- oder Bundestagsabgeordneter auf Teile seiner Bezüge verzichtet. Unsere Kinder können sich in der Öffentlichkeit nicht bewegen, die Eltern stehen vor einer besonderen Herausforderung, die Großeltern dürfen nicht besucht werden. Und das vor unserem Osterfest.

Und in welcher Form wir unseren Fußball wieder durchführen dürfen, entscheiden sicherlich nicht wir. Die Konsequenzen eines Saisonabbruchs wären wirtschaftlich fatal für viele Vereine. Auf der einen Seite laufen die Dauerschuldverträge, wie Mieten, Pacht, Kosten der Bewirtschaftung der Anlagen, mögliche Rechtsverhältnisse, Beiträge bei Versorgungsleistern. In welcher Form wir als Sportvereine unterstützt werden, steht in den Sternen!

Der Landessportbund macht zwar momentan eine Erhebung, aber was da letztendlich für uns als Vereine an Unterstützung kommt, ist unklar. Die Vereine haben keine Einnahmen, Sponsorengelder brechen weg, Verpflichtungen bleiben. Im Ergebnis könnte das letztendlich heißen, dass Vereine sterben. Gleichzeitig ist dies für eine Zeit nach Corona bedenklich und fatal!

Meine persönliche Meinung wäre, unter Einhaltung aller gesundheitlichen Faktoren, zu überdenken, den Spielbetrieb fortzusetzen! Gleichzeitig würde ich mich freuen, wenn unsere Politiker sich wirtschaftlich am Ergebnis unserer Vereine beteiligen! Bei den Risikogruppen wäre es am sinnvollsten und empfehlenswert, die häusliche Gemeinschaft nicht zu verlassen, bis das Virus eingedämmt ist. So können auch die Sportvereine dabei helfen, die Menschen zu unterstützen bei der Verrichtung Ihrer Aufgaben. Wir sollten uns alle Gedanken machen, wie wir mit dem Virus umgehen. Der Schaden des Virus selbst kann aber nicht größer sein, als der Schaden durch die Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus.

Als Präsident des SV Groß Santersleben und Vereinsvertreter des KFV Börde wünsche ich allen eine gesunde Zeit.