Oschersleben l : Dieter Busch blickt auf eine der erfolgreichsten Karrieren, die je ein Spieler aus dem Altkreis Oschersleben im Fußball-Oberhaus absolvierte, zurück.

Karriere beginnt mit zwölf Jahren

Die Fußball-Laufbahn von Dieter Busch begann 1948, als er sich 12-jährig der SG Vorwärts Oschersleben (später Lok Oschersleben) anschloss. Sein Talent wurde schnell offensichtlich und die einheimischen Übungsleiter Günter Bischoff, Kurt Hustedt, Hermann „Männe“ Bringmann, Rudi Ahrend, Otto Meier, Wilhelm Sulfrian und Arno Hemstedt prägten es in den verschiedenen Nachwuchsaltersklassen weiter aus.

Die Begegnungen in der leistungsstarken Sonderjugend-Spielklasse des Bezirkes Magdeburg trugen ebenfalls zu seiner Weiterentwicklung bei und führten 1954 zu Einsätzen in der Bezirksauswahl und 1955 zur Berufung in die DDR-Juniorenauswahl. Die Stärke der Lok-Sonderjugendmannschaft wurde übrigens 1955 auch durch den Gewinn des Bezirksmeistertitels und durch Platz fünf in der folgenden DDR-Junioren-Meisterschaft bestätigt.

Fünf erfolgreiche Jahre in Leipzig

Der bekannte Trainer Fritz Wittenbecher holte Busch 1955 zum SC Lokomotive Leipzig. Das Debüt des 18-Jährigen am 28. August in der DDR-Oberliga war zugleich der Start einer der erfolgreichsten Karrieren, die je ein Spieler aus dem Altkreis Oschersleben im Fußball-Oberhaus absolvierte. Busch fuhr anfangs nur zu den Spielen in die Messestadt, da in Oschersleben sein Abitur anstand.

Er fasste schnell Fuß in der Mannschaft und wurde bald einer der Leistungsträger. Es folgten Berufungen in die Stadtmannschaft (Messecup) und in die DDR-Nachwuchsauswahl. 1957 wurde er mit Leipzig FDGB-Pokalsieger. Dieter Busch überzeugte auch in internationalen und in deutsch-deutschen Vergleichen. Der frühe Tod seiner Eltern trübte die erfolgreiche Zeit in Leipzig.

Von 1960 bis 1967 beim 1. FCM

Ab 1960 wurde der Oberliga-Aufsteiger SC Aufbau Magdeburg (später 1. FCM) Buschs neue sportliche Heimat. Auch hier wurde er schnell zu einem Leistungsträger und erlebte alle Höhen (Pokalsieg 1964) und Tiefen (Oberliga-Abstieg 1966). Eine Knieverletzung bedeutete für ihn eine einjährige Wettkampfpause. Busch kämpfte sich wieder in den Kader zurück und überzeugte in den Europacup-Spielen, unter anderem gegen Westham United. Trainer Heinz Krügel formierte die Mannschaft neu und setzte nach dem Wiederaufstieg 1967 verstärkt auf den Nachwuchs.

Drei Jahre in der Altmarkmetropole

Das war für Dieter Busch auch einer der Gründe, die ihn bewogen, im Meisterschaftsjahr 1967/68 zu Lokomotive Stendal zu wechseln. Er erwies sich schnell als Verstärkung und spielte für Lok noch ein Jahr in der Oberliga und danach zwei Jahre in der DDR-Liga, wobei Stendal 1969/70 am letzten Spieltag den Wiederaufstieg in das Fußballoberhaus verpasste.

Mit Oschersleben Aufstieg in die DDR-Liga

Nach 15 Jahren in der „Fremde“, in dieser Zeit bestritt er 230 Punktspiele in der Oberliga, kehrte Dieter Busch 1970 nach Oschersleben zurück. Er wurde Spielertrainer bei Motor/Vorwärts, errang 1972 mit der Mannschaft den Bezirksmeistertitel und stieg mit ihr in die DDR-Liga, die zweithöchste Spielklasse der DDR, auf. Nie zuvor und auch nicht danach hat eine Mannschaft aus der Bodestadt in einer so hohen Leistungsklasse gespielt. Nach dem Abstieg ein Jahr später beendete Dieter Busch, inzwischen 37 Jahre alt, seine erfolgreiche Laufbahn.

Erinnerungen an eine erfolgreiche Laufbahn

Dieter Busch erwarb sich in allen Stationen seiner Laufbahn durch sein sportliches Können, seine hohe Leistungsbereitschaft und seine Umgangsformen Achtung und Anerkennung. Viele in diesen Jahren entstandene, persönliche Freundschaften mit Spielern und Funktionären, wie zum Beispiel mit seinem Namensvetter Günter Busch (ehemaliger Nationalspieler) in Leipzig, hielten über Jahrzehnte. Busch ist auch heute noch überall gern gesehen. Ein besonderes Verhältnis verbindet die Spieler der Lok-Sonderjugendmannschaft, die seit 1955 bis heute durch Kontakte und Treffen verbunden sind. Dankbar erinnert sich Dieter Busch auch an die genannten Übungsleiter im Nachwuchsbereich, die wesentlich dazu beitrugen, ihm den Weg in die „Höherklassigkeit“ zu ebnen.