Wulferstedt l Wulferstedt ließ am Sonnabend durch einen insgesamt starken Auftritt keinen Zweifel am ersten Heimsieg. Die Wiedergutmachung für die Niederlage in Darlingerode ist durch den 5:2-Erfolg gegen Harzgerode gelungen. Trainer Marco Wagner zeigte sich zufrieden: „Mit der heutigen Leistung hätten wir auch letzte Woche nicht verloren.“

Beginn war filmreif

Der Beginn war aber wieder mal filmreif. Die gleich präsenten Gastgeber drängten die tief stehenden Harzer in ihre Hälfte zurück, übten massiven Druck aus. Das Spiel lief ausschließlich in eine Richtung. Harzgerode war froh, wenn ihr Torhüter den Ball sicher hatte und man kurz durchatmen konnte.

In dieser Phase kamen die Gäste zur Führung wie die Jungfrau zum Kinde. Bei einem Rückpass auf Torhüter Beisch missglückte dem Keeper die Ballannahme. Der Ball sprang vier Meter vom Fuß. Der heraneilende Ebeling wurde auch noch wuchtig von Beisch angeschossen und der Ball holperte durch diesen individuellen Fehler ins Tor (16.). Riesenfreude verständlicher Weise bei den Gästen, die ihr Glück selbst nicht fassten.

Harzgerode macht hinten dicht

Jetzt machte Harzgerode mit zwei Viererketten hinten dicht. Damit hatten sie lange Erfolg. Das Wulferstedter Anrennen blieb zunächst fruchtlos. Breitenbach legte schön auf Reiser ab, dessen Flachschuss hielt der gute Torhüter (25.). Danach zog Concordias Ebeling einen Vollspannschuss von rechts über die Latte – fast das 2:0 mit der ersten richtigen Chance (33.). Geduld war gefragt. Irgendwann würde auch der Gast einen Fehler machen. Dies geschah in der 43. Minute. Robert Dreyer wurde im Strafraum gehalten und umgerissen. Der gute Schiedsrichter Hoser (Sangerhausen) zeigte auf den Punkt. Martin Ilsmann traf sicher zum 1:1 (44.). Danach war Pause.

Die Frage, wie Harzgerode mit dem kurzfristigen Ausgleich in der zweiten Halbzeit umgeht, war schnell beantwortet. Sie zeigten jetzt ihre mutigste Phase und verschossen dadurch vielleicht ihre letzten Körner. Julian Engler verfehlte mit der besten Gäste-Chance die lange Ecke knapp (47.). Bei einem weiteren gefährlichen Konter hielt Beisch den straffen Schuss stark (56.).

Nach Führung wie aus einem Guss

Als René Jahn einen Freistoß von der Außenlinie schoss und Dreyer gefühlvoll einköpfte, stand es 2:1 (65.). Spätestens jetzt konnte Harzgerode der Wulferstedter Überlegenheit nichts mehr entgegensetzen. Christian Schütze, nicht im Abseits und zielstrebig durchlaufend, schloss selbst zum 3:1 ab (68.). Jetzt lief es bei Germania wie aus einem Guss. Schütze ließ mehrere Gegenspieler und den Torhüter stehen, beim Abschluss war der Winkel aber zu spitz, der Ball rollte quasi parallel zur Torlinie (74.). Nach ganz starker Ilsmann-Vorarbeit, mit toller Flanke köpfte Schütze zum 4:1 ein (75.).

Die Gäste hatten längst den eingewechselten Stadler nicht unter Kontrolle. Eine Grätsche von hinten im Strafraum bewertete das Schiedsrichtergespann zu Recht elfmeterwürdig. Yves Reiser verwandelte den Strafstoß sicher. Sein erstes Pflichtspieltor für seinen neuen Verein (82.). Als Wulferstedt auf Abseits spielte, gelang Florian Brinkmann das 2:5 (84.) – nur noch ein kleiner Schönheitsfehler an einem für alle Zuschauer erlebnisreichen und durchweg spannenden Fußball-Nachmittag

Germania Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Brunke, Grzenda, Kassebaum, J.-Michel Reschke (37. Haberland), Dreyer (77. Charwat), Schütze, Jahn, Breitenbach (62. Stadler), Reiser.

Torfolge: 0:1 Ebeling (16.), 1:1 Ilsmann (FE, 44.), 2:1 Dreyer (65.), 3:1 Schütze (69.), 4:1 Schütze (76.), 5:1 Reiser (FE, 82.), 5:2 Brinkmann (85.).

Schiedsrichter: Mario Hoser, Stefan Wunder, Johannes Bär. Zuschauer: 124.