Ausleben l Mitverantwortlich für die monatelange Planung: Anne Nehrig. Die 31-Jährige gehört zum Fest-Komitee, welches nun die Planung für 2021 forciert.

Die erste Begegnung von Anne Nehrig mit dem Sportverein Blau-Gelb Ausleben liegt schon über ein Jahrzehnt zurück. „Ich war damals gerade 18 Jahre alt“, erinnert sich die Frau, die in Beckendorf/Neindorf geboren wurde und heute in Warsleben wohnhaft ist. „Ich habe einige Menschen Beachvolleyball spielen sehen. Das hat mich interessiert, so dass ich gefragt habe, ob ich mitmachen darf.“ Sogleich ging es los und Nehrig war mittendrin im Geschehen. Fortan gehörte sie zur Volleyball-Gruppe „Donnerstag“. „Das hängt damit zusammen, dass es in unserem Verein mehrere Gruppen der Abteilung Volleyball gibt und wir diese unterscheiden wollen.“ Darüber hinaus ist sie aber auch manchmal mittwochs am Ball. In jedem Fall haben die Sportart und der Verein sie gefesselt. „Ich bin jetzt damit groß geworden, genieße den Zusammenhalt und die Gruppendynamik. Es ist toll, immer wieder etwas neues dazuzulernen“, sagt sie.

Jeder Klub braucht Unterstützung

So schlug sich im Jahr 2019 ein neues Kapitel in ihrer Vereinszugehörigkeit beim SV Blau-Gelb Ausleben auf. „Es war Mitgliederversammlung, die leider – wie so oft – nicht sehr stark besucht war. Bei uns ist es so, dass beim Ausscheiden von Vorstandsmitgliedern immer andere vorgeschlagen werden, Aufgaben zu übernehmen. So wurde ich für den Posten der Schriftführerin vorgeschlagen und habe am Ende zugestimmt, da ich als Studentin die nötige Zeit hatte.“ Damit gehört Anne Nehrig seit etwas mehr als einem Jahr der Vereinsführung an. „Meine Aufgaben sind neben dem Führen des Protokolls bei Sitzungen auch das Ausfüllen von Anträgen und diverser Schreibkram“, beschreibt die 31-Jährige. „Es macht mir Spaß und ist toll, etwas für den Verein zu machen. Jeder Klub braucht Unterstützung und bisher kann ich sagen, dass es eine gute und richtige Entscheidung war.“

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Ein Leben für den Verein

Dabei ist sie auch außerhalb des Volleyball-Platzes und des Vorstands für den Verein aktiv. Als Pressewartin kümmert sie sich um alle Belange der Außendarstellung, bereitet beispielsweise Veröffentlichungen vor. Sie ist aber auch im Kinderturnen engagiert. „Wir haben zwei Gruppen: Minis und Maxis“, sagt die junge Frau. Sie ist bei den Größeren als Unterstützung für eine Freundin als Co-Trainerin dabei. „Leider fehlt mir selbst noch eine Lizenz“, bedauert Nehrig.

Zum Kindersport kam sie durch ihren Sohn, der mittlerweile sechs Jahre alt ist und der die beiden Gruppen im Verein durchlaufen hat. „Er ist nun beim Fußball, ich bin dafür hängengeblieben, weil ich der Meinung bin, solche Funktionen sollte man immer langfristig betrachten.“ Für Nehrig und ihre Mitstreiter gilt im Kinderturnen, dass sie die Mädchen und Jungen mit Grundsätzlichem in der Bewegung für die Schule sowie die generelle Zukunft vorbereiten wollen. „Natürlich ist es auch unser Ziel, die Kinder im Verein zu behalten“, fügt sie hinzu.

Herausforderungen im ersten Vorstandsjahr

In ihrem ersten Jahr als Vorstandsmitglied stand aber noch etwas ganz anders im Vordergrund: Der SV Blau-Gelb Ausleben feierte 2020 sein 100-jähriges Jubiläum. Dazu war die 31-Jährige im Fest-Komitee, welches aus acht Leuten bestand und alles geplant hat, aktiv. „Wir hatten zwei große Wochenenden geplant: Einmal mit sportlichen Turnieren in allen Sportarten und einmal zum allgemeinen Feiern.“ Darunter sollte auch ein Festakt mit zahlreichen Höhepunkten fallen. Doch, wie so vielem in diesem Jahr, hat Corona den Planern einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir haben das meiste abgesagt, um uns aber auch andere zu schützen“, sagt Nehrig. Eines aber sollte nicht ausfallen: Die Ehrungen. Unter besonderen Vorkehrungen und nur im kleinen Kreis haben unter anderem Klaus Renner, Präsident des Kreissportbundes Börde, verdiente Mitglieder ausgezeichnet. „Das war sehr gemütlich.“

Die Enttäuschung über die Absage der weiteren Planungen war dennoch bei allen Beteiligten groß. „Wir sind aber auch froh, dass wir aufgrund von Corona bisher noch keine Austrittserklärung aus dem Verein entgegennehmen mussten und sind optimistisch, dass es so bleibt.“ Immerhin wollen dann alle zusammen im kommenden Jahr die großen Feierlichkeiten nachholen. „Unsere Vorbereitungen waren gut strukturiert, was uns nun hilft, alles noch einmal zu planen“, sagt die junge Mutter. Immerhin wären auch an die 30 Helfer zum Einsatz gekommen.

Dass alles ist für Anne Nehrig nur machbar, weil sie innerhalb ihrer Familie einen großen Rückhalt erhält. „Ich habe mit meinem Mann das große Los gezogen“, sagt sie glücklich. „Wir versuchen alles so zu planen, dass Sport, Ehrenamt und Job unter einen Hut passen. Bisher funktioniert es ganz gut. Toi, toi, toi!“ Beruflich hat die 31-Jährige schon so manche Erfahrungen sammeln können. Los ging es mit einer schulischen Ausbildung als gestaltungstechnische Assistentin, worauf eine zweite Lehre als Fachangestellte für Bürokommunikation sowie Praxis-Erfahrung folgten. Dann aber entschied sie sich, doch noch zu studieren: Verwaltungsökonomie hat sie in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen und ist seither bei der Verbandsgemeinde Obere Aller beschäftigt.