Oschersleben l Im zweiten Teil des Volksstimme-Interviews mit beiden Kandidaten für das Amt des Präsidenten des Kreisfachverbandes Fußball Börde legen Rüdiger Petrasch und Heiko Stapel unter anderem ihre Ansichten zu in den letzten Monaten viel diskutierten Themen wie dem Schiedsrichtermangel dar. In der kommenden Woche schließen wir die Befragung der beiden Kandidaten ab. Dann werden diese Stellung zum offenen Brief von Horst Flügel (erschienen am 18. August 2018) nehmen.

Als Präsident des KFV vertreten Sie diesen auch gegenüber dem Landesverband. Hatten Sie mit den Ansprechpartnern dort schon Kontakt?

Rüdiger Petrasch: Vor einiger Zeit hatte ich mit dem Geschäftsführer des FSA, Christian Reinhardt, ein informelles Gespräch, welches mich in meinem Entschluss zu kandidieren bekräftigte.

Heiko Stapel: Die Zusammenarbeit zwischen dem Kreis- und Landesverband kann als durchaus gut bezeichnet werden. Besonders in den letzten zwei Jahren habe ich häufiger Termine beim FSA wahrgenommen und dabei mit den Entscheidungsträgern des FSA Kontakt gehabt. Dabei kam es bei den anstehenden Diskussionen zu regen Austauschen. Leider sind nicht alle meine Anregungen umgesetzt worden. Die von mir scharf kritisierte Neuordnung im Bereich Frauenfußball mit den aufgezeigten Problemen bei der Umsetzung wurden leider nur ungenügend berücksichtigt. Mit dem derzeitigen Zustand in diesem Bereich bin auch ich unzufrieden. Neben dem Kontakt zu den Entscheidungsträgern des FSA haben sich über die Jahre auch Kontakte zu den Funktionsträgern anderer Kreisverbände des Landesverbandes ergeben, so dass sich ein interessanter Meinungsaustausch ergeben hat, der bei diversen kniffligen Entscheidungen sehr hilfreich war.

Vor nicht allzu langer Zeit gab es Diskussionen um die Bestrafung von Vereinen, die keine oder zu wenige Schiedsrichter stellen. Was ist Ihre Meinung zu dem Thema?

Rüdiger Petrasch: Ich war einer derer, die sich öffentlich dagegen äußerten. Laut Info des KFV Börde wurde eine Arbeitsgruppe bildet. Leider fehlen mir Infos über Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe. Strafen helfen uns nicht weiter, am Ende planen Vereine in ihrem Haushalt die Strafen ein. Eine Kooperation zwischen Vereinen und Schulen könnte eine Basis schaffen. Hier sind auch der Nachwuchsleiter des KFV Börde und der Schiedsrichter Obmann gefragt. Auf jeden Fall sollte das Bild des Unparteiischen nach außen positiver dargestellt werden. Das Strafmaß ist immer eine „Kann-Bestimmung“ – man kann das Doppelte kassieren, muss es aber nicht.

Heiko Stapel: Die Problematik der Bestrafung von Vereinen, die nicht genügend Schiedsrichter stellen, hat in den letzten zwei Jahren bundesweit für Diskussionen in der Öffentlichkeit gesorgt. Ich habe für unseren Kreisverband bei der Arbeitsgruppe Ordnung und Satzung einen Änderungsantrag für die Bearbeitung dieser Vergehen eingereicht, der jedoch leider nicht angenommen wurde. Fakt jedoch ist, dass es ohne Schiedsrichter nicht geht und jeder Verein der Mannschaften meldet, entsprechend der Vorgabe auch Schiedsrichter zu melden hat. Viele Vereine kommen dieser Verpflichtung nach, einige stellen sogar mehr als die erforderliche Zahl und erhalten dafür vom Verband Zuschüsse. Leider gab es in der abgelaufenen Saison wieder Vereine, die nicht genügend Schiedsrichter stellen. Dies zum Teil nun schon über zehn Jahre hinweg. Die Sportgerichte des KFV haben in keinem Fall auch nur ansatzweise die Höchstgrenze der Bestrafung ausgereizt oder aber Punktabzüge ausgesprochen. Es haben jedoch alle Vereine Rechte aber auch Pflichten. Letzten Endes muss sich jeder Verein auch an der Umsetzung seiner Pflichten messen lassen.

In den letzten Jahren ging das Interesse an den Hallenkreismeisterschaften immer weiter zurück, im Herrenbereich wurden keine mehr durchgeführt. Wo sehen Sie die Ursachen dafür? Kann man die Vereine wieder dafür begeistern? Oder halten Sie diese Turniere für überflüssig?

Rüdiger Petrasch: Hallenkreismeisterschaften sind ein heißes Thema. Wir sollten auch da die Vereine ins Boot holen, erfragen: Was interessiert? Welche Ansprüche stellen sie an den KFV Börde beim Ablauf der Turniere? Auch im Herrenbereich sollten wir solche Vorgehensweise an den Tag legen, rechtzeitig über Termine und Austragungsorte informieren und auch somit auf die Winterplanungen der Vereine eingehen.

Heiko Stapel: Es wird die Aufgabe des neuen Vorstandes sein, Lösungen zu finden, die dazu führen, dass wir als Dienstleister ein attraktives Angebot für die kalte Jahreszeit machen, das von den Vereinen dann auch angenommen wird. Hier ist in den letzten Jahren besonders durch die Vorgaben des DFB, die vom Fußballverband Sachsen-Anhalt umgesetzt wurden, viel Porzellan zerschlagen worden, um Futsal als bevorzugte Spielform des Hallenfußballs in den Fokus zu rücken. Wenn der Hallenfußball auch auf Verbandsebene attraktiv sein möchte, muss er neue Wege gehen. Ich denke da zum Beispiel an eine Abendveranstaltung mit Rahmenprogramm.

Abschließend: Warum sollten die Vereine Sie wählen?

Rüdiger Petrasch: Ich möchte mit den zu wählenden Kandidaten eine neue Epoche im KFV Börde beginnen, enger Partner der Vereine und immer ansprechbar sein, versuchen gemeinsam mit den Vereinen ein Konzept zur besseren Zusammenarbeit zu entwerfen.

Heiko Stapel: Warum mich die Vertreter der Vereine zum neuen Kreisverbandspräsidenten wählen sollen? Ich denke durch die jahrzehntelange Erfahrung in diesem schönen Hobbybereich durchaus in der Lage, auf jeden Fall aber gewillt zu sein, für die Vereine des Bördekreises eine gute, kontinuierliche Arbeit leisten zu können.