Osterburg l Das in der Altmark mit Spannung erwartete Handball-Spiel in der Sachsen-Anhalt-Liga zwischen der HSG Osterburg und Tabellennachbar SV Langenweddingen ist ausgefallen. Alle waren da, nur die Gäste nicht.

Sonnabend-Nachmittag, 15.45 Uhr, Sporthalle der Sekundarschule in Osterburg: Die ersten Fans sind auf dem Weg zur Halle. Caterer Jens Hollenbach hat sein Brötchenbuffet aufgebaut und kocht Kaffee, die Osterburger Mannschaft macht sich langsam fertig und die Schiedsrichter sitzen in der ihrer Umkleide.

Langenweddingen sagt kurzfristig ab

Eine Stunde vor Anpfiff, also in 15 Minuten, müssten die Handballer aus Langenweddingen spätestens da sein, so die Regel. Auf der B 189 gibt es eine Umleitung, das kann ja etwas länger dauern. Aber, wenn man erfolgreich auswärts spielen will, fährt man etwas eher los, oder? Was zu diesem Zeitpunkt niemand in Osterburg wusste: Die Gäste waren gar nicht auf dem Weg. 15.45 Uhr klingelte bei den Schiedsrichtern das Telefon. Das Fahrzeug ist kaputt und steht in der Werkstatt, so die Information, die Mannschaft könne nicht anreisen.

Das kann passieren. Die Art und Weise wie der SV Langenweddingen mit der Situaion umgegangen ist, wirft aber Fragen auf. Warum melden sich die Verantwortlichen der Gäste erst so spät? Wenn man pünktlich in Osterburg hätte sein wollen, wäre man spätestens 14 Uhr losgefahren. Hätte also den Defekt des Fahrzeuges viel eher bemerkt und hätte viel eher absagen und Verein und Schiedsrichtern viel Zeit und Mühe ersparen können.

Spielverlegung stand im Raum

Wenn man rechtzeitig den Defekt bemerkt hätte, dann hätte man sicher auch schnell einige PKW als Ersatz organisieren können. Warum erfolgte das nicht? In den Tagen zuvor hatten sich die Langenweddinger beim Landesverband und bei der HSG Osterburg bemüht, das Spiel wegen personeller Probleme zu verlegen.

Vorstandsvorsitzende bezieht Stellung

Nadine Hentrich, Vorstandsvorsitzende des SV Langenweddingen versucht auf Anfrage der Volksstimme die Situation aus Sicht der Gäste darzulegen: „Ich habe am Montag versucht, das Spiel aufgrund der dünnen Personaldecke zu verlegen. Alles, was ich anbot, wurde aber sofort abgelehnt. Wir wollten am Sonnabend trotzdem mit sieben Leuten anreisen und haben uns dafür bei Schmidt und Söhne einen Neunsitzer geliehen. Von dort erhielten wir am Freitagabend die Info, dass dieser in der Werkstatt steht und nicht pünktlich fertig wird, der Vermieter auch im anderen Autohaus keinen Ersatz hat.

Wir haben daraufhin bis Samstag, 14.45 Uhr noch versucht Autos aufzutreiben, hatten aber leider nur eins zur Verfügung. Daher wurde dann versucht, den Spielwart zu informieren. Dessen Nummer ging nicht. Es wurde dann der Weg über die angesetzten Schiedsrichter gegangen, die uns eine Nummer vom angeblichen Mannschaftsverantwortlichen der Osterburger gaben. Mein Ansprechpartner am Telefon war sehr unfreundlich und erklärte, dass er nicht der Mannschaftsverantwortliche ist, die Information aber weitergeben wird. Der Staffelleiter wurde ebenfalls informiert. Er erhält nun auch unsere Aussage schriftlich.“