Wefensleben l Zu Gast in der heimischen Sporthalle war Spitzenreiter HC Salzland 06 II. Am Ende sicherte sich der Gastgeber beim 30:22 überraschend deutlich zwei Punkte.

Warum mit diesem Ausgang nicht unbedingt zu rechnen war? Das Team vom Trainergespann Deutschmann/ Ludwig trat extrem ersatzgeschwächt an. Lediglich sieben Feldspielerinnen standen gegen die spielstarken und schnellen Gäste zur Verfügung. Was die zahlreich erschienenen Zuschauer in den folgenden 60 Minuten dann allerdings sahen, war Leidenschaft und Einsatzwille pur.

Anfangsphase auf Augenhöhe

In der kleinen Halle konnte der HC Salzland seine Stärke, das schnelle Umschaltspiel, nie richtig zeigen. Das lag aber nicht nur an den baulichen Bedingungen, sondern zu großen Teilen auch an der exzellenten Abwehrarbeit der Wefensleberinnen. Es wurde optimal verschoben, mehrfach gab es für die Staßfurterinnen keine Lücke zum Durchkommen, so dass das Zeitspiel oder ein TSV-Ballgewinn den Angriff beendete. So agierten beide Teams in einem sehenswerten Duell im ersten Durchgang immer auf Augenhöhe.

Im Angriff übernahmen alle aufgebotenen Spielerinnen des TSV Verantwortung und gingen auch da hin, wo es weh tut. Und an diesem Tag tat es mehrfach weh. Dass die Salzländerinnen in den entscheidenden Szenen nicht in Führung gingen oder ihre knappe Führung ausbauten, lag auch an Torhüterin Sarah Schumann. Stellvertretend dafür sei ein Konter des HCS drei Sekunden vor dem Pausenpfiff genannt, den sie stark parierte. So ging es mit einem 12:12 und dem psychologischen Vorteil für die Gastgeberinnen in die Kabine.

Kampfgeist sichert Heimsieg

Nach dem Wiederanpfiff stellte der TSV schnell die Weichen auf Heimsieg. Peu á peu wurde der Vorsprung vergrößert. Dem Gast gingen spürbar die Ideen aus und als der HC Salzland auch intern zu hadern begann, lagen die zwei Punkte auf dem Silbertablett. Der TSV musste nur noch zugreifen. Mit unbändigem Kampfgeist ließ sich Wefensleben nicht mehr aufhalten, dem konnten auch die drei abgepfiffenen Strafwürfe wegen Fußfehler nichts mehr anhaben. Bei einem engeren Spielausgang hätte man diese kuriosen Entscheidungen und die robuste Gangart der Staßfurterinnen sicher differenzierter betrachtet, so aber blieben diese Szenen unbedeutend.

Trainer Marc Deutschmann zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden: „Wir wussten, dass es schwierig werden würde. Das lag zum einen an der sehr, sehr dünnen Personaldecke, zum anderen am spielstarken Gegner. Wir wollten die Partie über eine kompakte Abwehr gewinnen. Dazu gehört auch ein schnelles Rückzugsverhalten. Das alles hat das Team super umgesetzt, und vorne die Tore gemacht. Man kann jeden hervorheben, alle haben super gespielt und gekämpft, wir Trainer sind stolz auf die Mannschaft!“

Statistik

TSV Wefensleben: Thiede, Schumann - Nauschütz (2 Tore), Ziem (6), Krüger (2/1), Bortfeldt (6/3), Klinghammer (3), A. Hart (3), J. Hart (3), Kautschur.