Salzwedel l Bevor für den SV Liesten 22, den SV Eintracht Salzwedel 09, den FSV Heide Letzlingen, den MTV Beetzendorf und den SSV 80 Gardelegen II die Vorbereitung zur Rückrunde beginnt, wollen wir noch einmal die erste Saisonhälfte Revue passieren lassen.

SV Liesten

Der SV Liesten ging mit großen Ambitionen in die neue Spielzeit und wollte im Gegensatz zur Vorsaison auf dem Punkte fit sowie voll fokussiert sein. Das gelang auch. Nach dem Gewinn des 5. Altmarkpokals gegen Arneburg konnte nur ein paar Stunden später auch der KFV-Supercup gegen Kusey gewonnen werden. Damit konnten die 22er schon vor dem Ligastart die ersten beiden Pokale in die Höhe strecken.

Im Landespokal hielt das Formhoch der Liestener an. Nach dem deutlichen Sieg über den Blankenburger FV wurde am ersten Spieltag der Osterburger FC mit 7:2 in die Schranken gewiesen. Doch dann folgte auch schon der erste Punktverlust. In Arneburg tat sich Liesten schwer und kam nicht über ein 2:2-Remis hinaus. Dieses Unentschieden war der Beginn einer Phase, die sicherlich hätte besser laufen können. Zwar wurde der FSV Saxonia Tangermünde am Ende noch mit 3:2 bezwungen, doch im Landespokal mussten die Rand-Salzwedeler dann die Segel streichen. Gegen den FC Einheit Wernigerode war der Respekt lange Zeit einfach zu groß, weshalb dieses Spiel mit 2:3 verloren ging.

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Siegesserie nach Derbyniederlage

Zwar wurde einen Tag später der SV Heide Jävenitz im Kreispokal bezwungen, doch eine Woche später musste der SV Liesten einen weiteren Tiefschlag hinnehmen. Trotz starker erster Hälfte und optischen Vorteilen in Halbzeit zwei, musste sich die Mannschaft von Michael Piotrowski am Ende mit 0:1 dem SV Eintracht Salzwedel geschlagen geben. Allerdings, soviel kann man vorweg nehmen, war dieses Spiel die letzte Partie im Jahr 2019, in welcher der SVL Punkte abgeben musste. In den restlichen zehn Ligaspielen fuhren die Liestener jeweils einen Dreier ein und sicherten sich damit auch verdientermaßen die Herbstmeisterschaft. Aktuell hat der Ligaprimus aus Liesten vier Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger, wobei die Kaiserstädter aus Tangermünde noch ein Spiel weniger auf dem Konto haben.

Auch im Kreispokal hielt der Erfolg an. Nach dem Sieg über den SV Brunau wurde über dem SV Grün-Weiß Potzehne das Halbfinalticket gebucht. „Die Ergebnisse waren bis hierhin sehr gut. Es war zwar noch nicht das perfekte Spiel dabei, weil wir immer noch ein paar inkonsequente Passagen dabei hatten, aber ich bin insgesamt zufrieden. Immer wenn sie mussten, waren die Jungs da. Die Tiefpunkte waren bisher sicherlich das Landespokal-Spiel gegen Wernigerode und auch die Derbypleite in Salzwedel. Beide Niederlagen waren mehr als unnötig und zweifellos vermeidbar. Höhepunkte waren für mich das Spiel gegen Tangermünde und der Sieg in Rossau. Vor allem der Dreier in Rossau, wo wir in der 88. Minute in Rückstand geraten und in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielen, hat die Mannschaft sehr gepusht“, wirft der SVL-Trainer Piotrowski einen Blick zurück auf die abgelaufene Hinrunde.

Eintracht Salzwedel

Der SV Eintracht Salzwedel 09 konnte den eigenen großen Ansprüchen bislang nicht gerecht werden und findet sich nach der Hinrunde auf dem fünften Rang wieder. Dabei beträgt der Rückstand zum Primus aus Liesten neun Zähler. Die Vorbereitung verlief aus Sicht der Hansestädter nicht immer optimal. „Die Vorbereitung war nicht ganz so gut. Die Beteiligung war lange nicht so gut, wie noch in der Vorsaison“, beschreibt der SVE-Trainer Helge Kietzke. Dennoch schien das zunächst keinen Einfluss auf die Saison zu haben. Schließlich startete die Eintracht richtig gut in die neue Spielzeit und fuhr drei Siege in Serie ein. Auch im Kreispokal wurde die Hürde beim VfB 07 Klötze locker genommen.

Dennoch konnten diese Ergebnisse nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Salzwedeler im spielerischen Bereich sehr schwer taten. „Wir sind sehr gut gestartet und die Ergebnisse stimmten. Doch spielerisch haben wir nicht überzeugt“, gibt Kietzke zu. So fiel bereits der 1:0-Derbysieg gegen den SV Liesten wohl eher in die Rubrik „glücklich“. Nach dem anschließenden 1:1-Remis in Letzlingen ging der Siegeszug der 09er in der Liga und im Pokal weiter. Schluss war damit jedoch am 26. Oktober. Nachdem die Salzwedeler bereits in der Vorsaison den Aufstieg in Tangermünde verspielten, wurden die Kaiserstädter nun erneut zum Knackpunkt für die Eintracht. Bei den Saxonen machten die Jeetzestädter ein starkes Spiel, führten verdient und hatten sogar die Großchance zum 2:0. Am Ende ging diese Partie aber dennoch mit 1:2 verloren.

Pleite beim FSV Saxonia ist der Knackpunkt

Wie sehr der Kopf in so einer Phase mitspielt, zeigten die folgenden Spiele. Erst ging das Heimspiel gegen den SV Medizin Uchtspringe mit 0:4 verloren und drei Tage später musste man sich auf der Flora dem Aufsteiger aus Rossau mit 1:4 geschlagen geben. So schafften es die Salzwedeler innerhalb von sieben Tagen eine super Ausgangslage zu verspielen. „In Tangermünde haben wir eigentlich unser bestes Saisonspiel gemacht. Auch gegen Uchtspringe und Rossau war nicht alles schlecht. Allerdings haben wir uns die Gegentore phasenweise selber reingehauen“, denkt Kietzke an den Tiefpunkt der Hinrunde zurück. In der Folge konnten sich die Männer aus der Baumkuchenstadt wieder fangen und fuhren in der Liga sowie im Pokal souveräne Siege ein.

Lediglich gegen TuS Wahrburg mussten die Salzwedeler noch einmal eine Niederlage hinnehmen und verloren das Heimspiel mit 1:4. Spätestens seit diesem Zeitpunkt hatten sich die Hansestädter im Prinzip aus dem Titelkampf verabschiedet. „Im Großen und Ganzen bin ich mit der Hinrunde nicht komplett unzufrieden. Wären wir ein bisschen konstanter gewesen, hätten wir auch eins oder zwei Spiele weniger verloren und würden uns nun ganz oben in der Tabelle wiederfinden“, schätzt Kietzke abschließend ein.

Heide Letzlingen

Der FSV Heide Letzlingen konnte in der Hinrunde nicht an die Leistungen aus der Meistersaison anknüpfen. Der Gründe hierfür sind sicherlich vielfältig. „Ein Grund dafür ist die angespannte personelle Lage. Wir konnten aufgrund von Verletzungen nur selten aus dem Vollen schöpfen, was aber kein Vorwurf an die Spieler sein soll, die dafür eingesprungen sind. Außerdem hat uns mit Torsten Kühnast im Sommer ein wichtiger Spieler verlassen, der uns in der Rückrunde aber definitiv wieder zu Verfügung steht“, wie der FSV-Torjäger Christian Wernecke erklärt.

Insgesamt spielten die Heide-Kicker bislang eine sehr durchwachsene erste Saisonhälfte und finden sich nach 13 Spielen auf dem achten Platz wieder. Sollte Letzlingen sein Nachholspiel gegen den SSV 80 Gardelegen II gewinnen, würde die Mannschaft von Dirksen Höft sogar auf den sechsten Platz klettern. „Insgesamt haben wir eine solide Hinrunde gespielt. Wir sind Achter und stehen im Halbfinale des Kreispokals. Somit werden wir jetzt nicht im Tal der Tränen versinken“, fügt Wernecke hinzu. Die Letzlinger kamen nach guter Vorbereitung gut in die Saison und konnten zum Auftakt das Derby gegen Gardelegen II mit 4:1 gewinnen.

Titelverteidiger spielt durchwachsene Serie

Eine Woche später zeigte der FSV dann aber das andere Gesicht und musste sich dem Osterburger FC am Ende mit 0:4 beugen. Diese zwei Spiele beschreiben die Hinrunde von Letzlingen ganz gut. Aufgrund von fehlender Konstanz in den Leistungen waren die Schwankungen enorm und ein Platz im Niemandsland der Tabelle deshalb auch die logische Konsequenz. In der Liga zeigte die Formkurve nach dem Spiel in der Biesestadt nach unten. Es folgten eine Niederlage gegen Arneburg und ein 0:9-Debakel in Tangermünde. Erst mit dem Remis gegen den SV Eintracht Salzwedel konnte sich die erfahrene Letzlinger Mannschaft wieder stabilisieren. Anschließend folgten eine Punkteteilung in Beetzendorf und zwei Siege gegen Krevese sowie Wahrburg.

Doch dann zeigten sich auch direkt wieder die großen Leistungsschwankungen. Auf eine 0:3-Niederlage gegen Tangerhütte folgte ein überraschender 1:0-Erfolg in Uchtspringe. Nach dem fest eingeplanten Sieg gegen den Aufsteiger aus Jerichow, musste die Höft-Elf aber noch zwei Niederlagen zum Ende des Jahres hinnehmen. Allerdings sind Niederlagen gegen den SV Liesten und den Rossauer SV auch kein Grund zur Schande. Während der Ligaalltag also ausschließlich von Höhen und Tiefen geprägt war, konnte der amtierende Meister im Kreispokal seine Hausaufgaben souverän erfüllen und relativ problemlos ins Halbfinale einziehen.

MTV Beetzendorf

Der MTV 1880 Beetzendorf befindet sich auf dem ersten Blick im Soll. Wenn man bei den Beetzendorfern von der Prämisse ausgeht, dass der Klassenerhalt das oberste Gebot ist, dann sind die zehn Zähler Vorsprung zur Gefahrenzone sehr aussagekräftig. Dennoch sind die Beetzendorfer um Trainer Michael Banse nicht ganz zufrieden: „Wir haben unser gestecktes Ziel von zwanzig Punkten nicht erreicht. Positiv ist aber natürlich das Zehn-Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsrang. Negativ ist noch unsere schlechte Chancenverwertung und dass wir noch immer zu viele einfache Fehler im Defensivverhalten machen.“ Nach durchwachsener Hinrunde ließ der MTV zu Saisonbeginn durchaus aufhorchen. Gegen den TuS Wahrburg kam die Banse-Elf zu einem 2:2-Remis und hatte dabei vor heimischer Kulisse auch noch den Sieg auf dem Fuß. Nach dem anschließenden 3:0-Erfolg über Tangerhütte war es dann aber auch erst einmal vorbei mit der Herrlichkeit.

Hinrunde mit Höhen und Tiefen

Erst wurde gegen Uchtspringe mit 1:5 verloren und eine Woche später schied der MTV nach einer desaströsen Leistung in Potzehne aus dem Kreispokal aus. „Was stimmt, ist natürlich unsere Einstellung und unsere kämpferische Leistung. Trotz des kleinen Kaders und viel Verletzungspech ist die Stimmung immer gut“, erklärt Coach Banse. Den Beweis dafür konnten die Beetzendorfer immer wieder während der Hinrunde erbringen. Nach dem Sieg gegen Jerichow stand das Derby gegen Liesten an, welches mit 2:5 verloren wurde. Auch das Heimspiel gegen den FSV Heide Letzlingen fand unter keinen guten Sternen statt. Nach 66 Minuten lagen die Beetzendorfer bereits mit 0:3 hinten, zeigten aber Moral und kamen schlussendlich noch zum Unentschieden. „Das Highlight der Hinrunde war das 3:3 gegen den amtierenden Meister aus Letzlingen“, wie Banse erklärt.

Genau in diesen Spielen wurde immer wieder deutlich, dass der MTV an guten Tagen durchaus mit den Top-Teams der Liga mithalten kann. Allerdings gibt es auch andere Tage. So folgte nach dem schmeichelhaften Auswärtssieg in Gardelegen eine deftige 0:5-Klatsche gegen den Osterburger FC. „Der Auftritt gegen Osterburg hat mir überhaupt nicht gefallen und sorgte auch dafür, dass wir fortan in einen Negativstrudel gerutscht sind“, erklärt Banse. In der Tat lief bei Beetzendorf in den restlichen Partien vor der Winterpause nicht mehr viel zusammen. Nur zwei Zähler aus sechs Spielen können auch beim MTV Beetzendorf nicht der eigentliche Anspruch sein.

SSV Gardelegen II

Die Landesliga-Reserve des SSV 80 Gardelegen belegt aktuell mit nur drei mageren Punkten den letzten Tabellenplatz. „Das Fazit zur Hinrunde fällt überschaubar aus. Wir wussten, dass es in der Landesklasse schwer wird, aber nicht so schwer. Wir haben uns sicherlich ein paar Punkte mehr erhofft“, wie der SSV-Trainer Oliver Pabst erklärt. Die 80er starteten nach schwacher Vorbereitung direkt mit einer 1:4-Derbyniederlage beim FSV Heide Letzlingen. Doch scheinbar steckte der Aufsteiger diese Niederlage gut weg und konnte nur eine Woche später im ersten Heimspiel der Saison den Mitaufsteiger aus Rossau mit 4:3 bezwingen. Allerdings täuschte das Ergebnis schon deutlich über den eigentlichen Spielverlauf hinweg. Dennoch konnte man nach der Partie nicht ahnen, dass es die letzten drei Punkte des Jahres 2019 waren.

In der Folge hagelte es in der Liga so manche Klatsche. So fing sich die SSV-Reserve zwölf Gegentor gegen den Osterburger FC und oder elf Gegentreffer gegen den FSV Saxonia Tangermünde. „Wir haben gerade zu Beginn viel Lehrgeld bezahlt und mussten viele Gegentore hinnehmen“, wie Pabst erklärt. Dass der Aufsteiger in der Liga Startschwierigkeiten hatte, war für jeden Beobachter offensichtlich. So dachte man, dass sich Gardelegen zumindest im Kreispokal etwas Selbstvertrauen erarbeiten kann. Allerdings wurde auch diese Hoffnung bitter enttäuscht. Gegen den Kreisklasse-Vertreter SG DSV II/LA II/JüBo II oder den Kreisligisten MTV Beetzendorf II setzte man sich zwar jeweils durch, musste aber lange zittern und setzte sich nie im Stile eines Favoriten durch.

Aufsteiger hatte sich mehr Punkte ausgerechne

Die Wochenenden im September und Oktober waren vor allem von großem Verletzungspech und vielen Niederlagen geprägt. „Dennoch haben sich die Jungs nie aufgegeben. Man hat ja außerhalb des Platzes schon viele Sprüche gehört, ob wir überhaupt die Hinrunde überstehen. Gerade gegen Ende der Hinrunde war die Tendenz aber sehr passabel, wobei die Punkte ausblieben“, gesteht Pabst. In der Tat zeigten die Rolandstädter gegen den SV Medizin Uchtspringe eine sehr ansprechende Leistung, belohnten sich dafür aber nicht. Hinzu kam dabei der Fakt, dass die Mediziner mit Marcel Brinkmann den überragenden Mann in ihren Reihen hatten, der sechs Tore zum Auswärtssieg beisteuerte. Nachdem eine Woche später durch einen 4:3-Erfolg beim Diesdorfer SV das Halbfinale des Kreispokals erreicht wurde und es deshalb endlich mal wieder etwas Grund zur Freude gab, folgte sieben Tage später direkt der nächste Tiefschlag. Das Kellerduell beim Mitaufsteiger SV Lokomotive Jerichow wurde mit 3:4 verloren, weshalb die 80er die „Rote Laterne“ übernehmen mussten.

Insgesamt können sich die Zuschauer auf eine spannende Rückrunde freuen. Der SV Liesten will natürlich trotz des schmerhaften Abgangs von Matthias Wiese an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen und auch am Ende ganz oben in der Tabelle stehen.