Potzehne l Kurz vor Abpfiff führten die Gastgeber gegen den Landesklasse-Primus SV Liesten mit 1:0, doch der schaffte in der 94. Minute das 1:1 und später noch den verdienten Sieg. Der Ärger stand den Potzehnern, die 94 Minuten lang einen beherzten Kampf geboten hatten, kurz nach dem 1:1 der Gäste und dem Ende der regulären Spielzeit ins Gesicht geschrieben.

Überraschung bleibt aus

Defensiv hätten es die Schützlinge von Trainer Matthias Lippert nicht besser spielen können. Doch kurz vor Toreschluss leistete sich der Underdog eine einzige kleine Unachtsamkeit, die ihm das Pokal-Halbfnale kosten sollte.

Dem SV Liesten 22 dagegen merkte man die Doppelbelastung des Wochenendes (am Sonnabend gewann die Piotrowski-Elf bereits das Top-Duell der Landesklasse gegen Medizin Uchtspringe mit 2:1) - deutlich an. Die Gäste hatten es gegen sehr disziplinierte und zweikampfstarke Potzehner schwer, Chancen zu kreieren. Zwar besaßen in der Anfangsphase Niels Bierstedt (5.) und Stephan Benecke (11.) zwei gute Gelegenheiten, aber GWP-Keeper Tim Hieronymus blieb hellwach.

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Nach zehn Minuten jedoch hatten sich beide Teams aufeinander eingestellt. Potzehne zementierte die eigene Hälfte ein und der SVL versuchte in Handballmanier die Lücke zu finden. In Minute 25 erreichte ein Liestener Ball die Schnittstelle. Beck traf, stand aber nach Sicht des Linienrichters im Abseits. Der Treffer zählte also nicht. Viel mehr Gefahr gab es für das Potzehner Tor allerdings in Halbzeit eins nicht.

Torlos in die Halbzeitpause

Auf der Gegenseite wartete Angreifer Niclas Bartsch beharrlich auf einen langen Ball. Einige solcher Zuspiele erreichten ihn, allerdings wusste er (noch) nichts damit anzufangen. Eine kleine Tormöglichkeit hatten die Grün-Weißen dann aber kurz vor dem Pausentee doch noch. Aber Jan Küllmei (45.) bekam das Leder nicht an Jonathan Gehrke vorbei.

Nach dem Wechsel häuften sich die Möglichkeiten für den Favoriten, der auf Stammkräfte wie den Mateev-Brüdern, Steffen Schmidt, Sebastian Kordus, Henning Glameyer, Henning Schröder oder auch Keeper Dawid Szczerbik und Pawel Kijewski verzichten musste.

In Minute 53 hätte Thomas Müller nach Beck-Flanke fast ins eigene Tor getroffen, doch Hieronymus reagierte mit einem glänzenden Reflex. Danach deutete sich ein Liestener Treffer förmlich an. Während Bierstedt (65.) am erneut guten Hieronymus scheiterte, fehlte Timm Müller (66., 70.) gleich zweimal das Glück.

Bartsch lässt Gastgeber hoffen

Genau dies sollte sich rächen. In Minute 73 schalteten die Potzehner nach einem Liestener Fehlpass schnell um. Einen langen Ball aus der Abwehr, leitete Küllmei direkt in die Spitze auf Bartsch weiter. Der gewann das Laufduell gegen Glameyer und lupfte aus gut 20 Metern zum 1:0 ein.

Dieser Treffer sorgte nicht nur für viel Jubel in den Potzehner Reihen, sondern setzte einige Kräfte und Reserven frei. Besser hätte das Timing für ein Tor nicht sein können, denn die Kondition des Underdogs schwand zusehends. Mit der Führung im Rücken agierten die Potzehner noch einen Tick defensiver, während die Liestener dagegen die Schlagzahl erhöhten.

SV Liesten dreht das Spiel

Bis in die Schlussminuten hinein, ließen die Gastgeber nichts mehr zu und standen kurz vor der Pokalsensation. Erst mit der letzten Aktion in der Nachspielzeit, zuvor scheiterte Paul Langer (90.) bereits aussichtsreich, sorgte Stephan Benecke für das erlösende 1:1 und damit für die Verlängerung.

In dieser hatte der Favorit trotz der Doppelbelastung, den längeren Atem. Zunächst setzte Beck einen Freistoß (96.) an den Pfosten, ehe René Mangrapp in Minute 101 das 2:1 für den SV Liesten folgen ließ. Dabei unterschätzte Keeper Hieronymus einen langen Ball von Langer , sowie das Tempo des anlaufenden Mangrapp und blieb zweiter Sieger.

In der zweiten Hälfte der Verlängerung machten sich die Potzehner dann das Leben selbst schwer. Anstatt die Puste für Zweikämpfe und Offensivaktionen zu sparen, verstrickten sich die Gastgeber mehr und mehr in Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Das brachte nicht nur Unruhe ins eigene Spiel, sondern spielte den Gästen in die Karten.

Die hätten am Ende durch Langer (107., 119., 120.), Beck (110.) und Mangrapp (117.) den Sack längst zubinden können. Doch die Chancen wurden teils kläglich vergeben.

In der Schlussphase wurde es noch auf und abseits des Platzes hektisch. Zunächst sah Potzehnes Thomas Müller (117.) die Gelb-Rote Karte, und nach exakt zwei Stunden Spielzeit wurde auch Coach Lippert mit Rot von der Bank geschickt.

Benecke setzt Schlusspunkt

Den Schlusspunkt setzte allerdings nicht Lipperts Rote Karte, sondern der zweite Treffer von Benecke an diesem Tag, der in der 123. Minute das 3:1 erzielte und damit endgültig das Halbfinalticket für den SV Liesten buchte.

Statistik

Torfolge: 1:0 Niclas Bartsch (73.), 1:1 Stephan Benecke (90.+4), 1:2 René Mangrapp (101.), 1:3 Stephan Benecke (120.+3).

Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Potzehnes Thomas Müller wegen wiederholten Foulspiels (117.). Rote Karte für Potzehnes Trainer Matthias Lippert wegen Schiedsrichterberührung (120.).

Schiedsrichter: Thorsten Ebeling (SSV 80 Gardelegen).

Zuschauer: 45.