Salzwedel l Bis auf wenige Nachholspiele sind alle Partien der ersten Saisonhälfte gespielt. Spannende Duelle, jede Menge Emotionen und sogar die eine oder andere Überraschung, gab es dabei zu bestaunen.

Angeführt wird die Liga vom SV Heide Jävenitz. Die Mannschaft von Trainer Guido Euen führt mit 31 Punkten die Tabelle an. Ärgste Verfolger sind mit nur vier Punkten Rückstand der SV Eiche Mieste und Grün-Weiß Potzehne, die beide gleichauf mit 27 Punkten in das neue Jahr starten werden.

Während drei Mannschaften in den Aufstiegskampf involviert sind, herrscht in der zweiten Hälfte der Tabelle Alarmstimmung bei den Klubs. Gleich fünf Mannschaften stecken im Dilemma. Gezittert wird bereits ab Tabellenplatz zehn.

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Heide Jävenitz

Mit satten 31 Punkten aus zwölf Spielen, hat der SV Heide Jävenitz eine Hinrunde nach Maß gespielt. Dabei mussten die Schützlinge von Guido Euen im Oktober ein traumatisches Erlebnis verarbeiten. Ein tragischer Verkehrsunfall von Florian Marunde, der zum Tod des Mittelfeldspielers führte, schockte den gesamten Klub.

Die Mannschaft von Guido Euen blieb intakt und entwickelte sich zu einer verschworenen Einheit. Der Platz an der Sonne kommt für die grün-weiße Familie nicht von ungefähr. Die Heide-Kicker blieben auswärts ungeschlagen und stellen mit 16 Punkten das auswärtsstärkste Team der Liga. Über insgesamt acht Spieltage gelang es den Jävenitzern, die Tabelle anzuführen. Seit dem elften Spieltag wurde die Tabellenführung erklommen und nicht mehr abgegeben. Der Weg der Euen-Truppe scheint vorgezeichnet zu sein. Die Meisterschaft in der 1. Altmark-West-Liga geht nur über den SV Heide.

Eiche Mieste

Der FSV Eiche Mieste darf sich mit 27 Punkten als ärgster Verfolger der Jävenitzer bezeichnen. Die Mannschaft von Trainer Danny Kausche leistete hervorragende Arbeit. Nach der 1:3-Niederlage gegen Eintracht Salzwedel II, fingen sich die Miester wieder und besiegelten eine grandiose Hinrunde mit einem Sieg in Diesdorf. Mit 49 erzielten Toren, von denen Toptorjäger Maik Mertens bereits 18 Tore in elf Spielen markierte, stellen die Eichen die erfolgreichste Offensive der Liga. Einsame Ligaspitze ist zugleich die Fairness der Mannschaft. Der Tabellenzweite kam mit 17 gelben Karten und ohne Platzverweis aus. Als besonders schmackhaft dürfte vor allem der Erfolg gegen Herbstmeister Jävenitz gelten. Der 4:1-Sieg gegen den Tabellennachbarn, könnte mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den SV Langenapel vergoldet werden.

Grün-Weiß Potzehne

Verfolger Nummer zwei in Sachen Meisterschaft, ist Grün-Weiß Potzehne mit ebenfalls 27 Punkten. Einen ausgeprägten Erfolgshunger impfte Potzehne-Trainer Matthias Lippert seiner Truppe ebenfalls ein. Nach dem Abstieg aus der Landesklasse, formte Lippert in kürzester Zeit eine Spitzenmannschaft, die als Einheit auftritt. Fünf Abgänge musste der Hinrunden-Dritte kompensieren. Dies gelang mit Bravour. Seit dem 6. Spieltag verlor Potzehne kein einziges Spiel mehr.

Die heimstärkste Mannschaft der Liga kassierte noch keine Niederlage auf der heimischer Sportanlage. Toptorjäger der Mannschaft ist Jan Kullmei, der mit 13 Toren glänzen konnte. Aufsehen erregte vor allem die Machtdemonstration gegen Schlusslicht Jübar/Bornsen. Anstatt sich im Gefühl einer sicheren Führung zurückzulehnen, drängte Potzehne auf ein zweistelliges Ergebnis und schoss den Gegner mit 11:0 vom Platz. Wie ein Orkan fegte die Lippert-Elf auch gegen den Diesdorfer SV beim 7:0-Erfolg und beim 4:0 über Eintracht Salzwedel II hinweg.

SV Langenapel

Auf Platz vier überwintert der SV Langenapel mit 23 Punkten. Heimlich, still und leise meldeten sich die Rot-Schwarzen an, die Spitzengruppe unter Druck zu setzen. Der SVL erwischte einen goldenen Herbst. Eine Serie von fünf gewonnen Spielen in Folge, katapultierte die Schulz-Truppe nach oben. Die Mannschaft des Monats Oktober feierte am 5. Spieltag zudem einen echten Prestige-Erfolg gegen Potzehne. Der Sieg gab dem ehemaligen Landesklasse-Vertreter eine breite Brust und avancierte zum Ausgangspunkt des unaufhaltsamen Oktoberfeldzuges. Satte 17 Punkte holte der SVL aus den letzten acht Begegnungen.

VfB Klötze

Auf Platz fünf befindet sich der VfB 07 Klötze. Der VfB stellt mit nur zwölf Gegentoren die stärkste Defensive der Liga. Die taktische Handschrift von Trainer André Fuhrmann ist klar erkennbar – safety first, statt im Hurra-Stil nach vorn. Das „Altmark-Catenaccio“ brachte 21 Punkte ein und sorgte für Stabilität. Dafür reichten 25 erzielte Treffer. Allerdings weisen die Klötzer damit gleichzeitig die schwächste Offensive aller Spitzenteams auf. Der VfB 07 befindet sich mit dem italienisch anmutenden Spielstil dennoch in einer guten Ausgangslage und könnte zum Stolperstein für manch Team im Aufstiegsrennen werden.

TSV Kusey

Vorjahresmeister TSV 1919 Kusey dagegen hatte lange Zeit mit sich selbst zu kämpfen, sammelte aber ebenfalls respektable 21 Punkte. Die Blauen holten nur fünf Punkte aus den ersten sechs Spielen. Der neutrale Beobachter war dazu geneigt, das Schlimmste zu befürchten. Die Wende gelang dem TSV am siebten Spieltag. Trotz des psychologischen Nackenschlags des Nicht-Aufstieges, zeigte der Meister Moral und startete mit neuem Turbo durch den Herbst. Ab dem siebten Spieltag konnten 16 Punkte aus sieben Spielen eingefahren werden (darunter ein starkes 3:3 gegen Potzehne). Auch wenn eine erneute Meisterschaft eher unwahrscheinlich sein dürfte, ist für den TSV in der Form der letzten sieben Spiele, ein Platz unter den Top-Fünf der Liga möglich.

Diesdorfer SV

Eine positive Überraschung stellt der Hinrunden-Verlauf des Diesdorfer SV dar. Nach dem Abstiegskampf in der letzten Saison mit Platz 14, hat der DSV nach der ersten Hälfte der aktuellen Saison Platz sieben inne. Der DSV holte bereits 21 Punkte. Trainer Jörg Kleiner stabilisierte den DSV und befindet sich mit einem starken Mannschaftskollektiv auf Kurs Klassenerhalt. Wenn alles nach Plan läuft, darf der DSV eine weitere Saison in der 1. Altmark-West-Liga verbringen.

SV Brunau

Als starker Aufsteiger darf der SV Brunau 06 mit 19 Punkten auf Platz acht überwintern. Der Liga-Neuling hat sich gut in der höheren Liga zurecht gefunden und ist angekommen. Nach fünf Spieltagen fanden sich die Mannen um Trainer Sven Potas gar auf Platz vier wieder. Im Schutze einer guten Punkteausbeute, leistete sich der SVB danach ein kleines Zwischentief. Aus diesem fand die Potas-Truppe am zehnten Spieltag wieder heraus. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, haben sich die Brunauer ein komfortables Punktepolster aufgebaut.

Rot-Blau Sanne

Keine Überraschungsmomente gab es beim SV Rot-Blau Sanne. Beim Team von Trainer Rainer Schulz ist alles „in Butter“. Mit 15 Punkten liegt der Neunte der Liga im Soll. Die ersten vier Spieltage waren zwar nicht von Erfolg gekrönt, doch die Rot-Blauen kriegten die Kurve. Am fünften Spieltag verließ Sanne erstmals die Abstiegsränge. Zwischenzeitlich ballerten sich die Sanner sogar nach neun Spieltagen auf Platz sieben. Die aktuelle Realität heißt allerdings nach wie vor Abstiegskampf. Mit sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge, hat sich die Schulz-Truppe eine gute Ausgangsposition für den Rest der Saison erarbeitet.

Eintracht Salzwedel II

Die junge Mannschaft vom SV Eintracht Salzwedel II hingegen hat eine regelrechte Achterbahnfahrt in der Hinrunde hinter sich gebracht. Die Punkteausbeute stagnierte in den letzten vier Spielen, in denen die Eintracht-Reserve keine Siege einfahren konnte. Mit nur 14 Punkten und fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellenkeller, muss die Zweite nun Obacht geben. Das Team von Trainer Roman Dölle wird langsam aber sicher begreifen müssen, sich im Abstiegskampf zu befinden. Nimmt die Eintracht-Reserve den Kampf an, wird dem Klassenerhalt allerdings nichts im Wege stehen.

Kuhfelder SV

Einen harten Aufprall musste der Kuhfelder SV verkraften. Nach Platz fünf der vergangenen Saison, findet sich der KSV mit elf Punkten auf Rang elf wieder. Ein Meilenstein gelang den kriselnden Kuhfeldern aber am siebten Spieltag. Mit einem Sieg gegen den Diesdorfer SV, feierte der KSV den ersten Dreier der Hinrunde. Weitere Siege gegen die direkten Abstiegskonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, konnten den KSV aus dem gröbsten Schlamassel befreien. Die entscheidenden Punkte zum Überwintern auf einem Nichtabstiegsplatz, konnte die Truppe von Trainer Myrko Weber einfahren und zeigte damit Charakter. Im Kreispokal gelang sogar der Sprung ins Viertelfinale - trotz schwieriger Situation im Liga-Alltag.

Schwalbe Schwiesau

Unterdessen belegt der Sechste der Vorsaison, SV Schwalbe Schwiesau, nur aufgrund des um magere vier Tore besseren Torverhältnisses auf Eintracht Mechau einen Nichtabstiegsplatz. Enttäuscht und doch optimistisch, geht der SVS in die Rückrunde. Zum selben Zeitpunkt der vergangenen Spielzeit, musste der SVS sogar mit nur sechs Punkten in die Rückrunde starten und holte wie ausgewechselt satte 34 Punkte in der Rückrunde. Aktuell hat die Mannschaft von Trainer Toni Müller immerhin schon neun Punkte auf der Habenseite und damit eine vergleichsweise bessere Ausgangsposition, als in der abgelaufenen Serie. Doch ob dieser Segen ein zweites Mal zutreffen wird, ist alles andere als sicher.

Eintracht Mechau

Die SG Eintracht Mechau steht mit Platz 13 und selbiger Punkteausbeute auf einem Abstiegsplatz. Die Situation ist gefährlich. Mechau steht unter gehörigem Druck. Die Abgänge von Florian Lange, Steven Oswald und Benjamin Wagner konnten in der Hinrunde nicht kompensiert werden. Die Situation bei der SG ist jedoch nicht aussichtslos. Die junge Truppe von Trainer Gordon Mießner wird bis zum Schluss weiter zittern müssen, befindet sich aber in Schlagdistanz zum rettenden Ufer.

FC Jubär/Bornsen

Von diesem kann der FC Jübar/Bornsen indes nur träumen. Mit dem Rücken zur Wand steht die noch sieglose Mannschaft von Trainer Dirk Grobauer. Der FC hat mit nur einem Punkt praktisch keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. Genau diese Tatsache könnte die Chance sein für das Schlusslicht, um nach dem letzten Strohhalm zu greifen. Der Letzte kann fortan ohne Druck aufspielen. Nur die wenigsten erwarten nach dem aktuellen Saisonverlauf noch die Rettung. Auf der Abschiedstournee kann der FC sich bereits einspielen, um die Mission „Wiederaufstieg“ in der kommenden Spielzeit anzugehen. Mit 63 Gegentoren und nur zehn erzielten Treffern, gibt es nur wenig Anlass zum Optimismus im Hinblick auf die kommenden Rückrunden-Partien.

Die Rückrunde der 1. Altmark-West-Liga wird spannend bleiben. Überraschungen, ergreifende Szenarien und Spiele mit vielen Toren erwarten die Zuschauer. Die Vorfreude bis zum Auftakt im neuen Jahr steigt bereits jetzt.