Liesten l Nach einem torlosen Match auf Augenhöhe musste das Elfmeterschießen am Freitagabend die Entscheidung bringen. Im dritten Anlauf gewinnt der SV Liesten zum ersten Mal den Großen Altmarkpokal. Im Liestener Waldstadion besiegt der SVL am Freitagabend Rot-Weiß Arneburg 4:3 (0:0,0:0) im Elfmeterschießen. 2017 hatte der amtierende Pokalsieger des Altmarkkreises Salzwedel noch 0:6 gegen Havelwinkel Warnau verloren. Vergangenes Jahr hatte es eine 1:4-Niederlage gegen RWA gesetzt. Nun holte sich Liesten am Freitagabend den letzten regionalen Pott, der noch in der Vereinsvitrine fehlte.

Liesten beginnt couragiert

Dass die Westaltmärker heiß auf die Trophäe waren, zeigten sie von Beginn an. Bereits in der ersten Spielminute setzte der SVL einen Schuss ans Außennetz des Arneburger Tores. In der Folge entwickelte sich ein Spiel, bei dem beide Teams konzentriert zur Sache gingen und die Abwehrreihen stabil standen. Bis zu den Strafraumgrenzen konnten sich die Mannschaften mehrfach durchspielen, doch dort war meistens Schluss.

Kurz vor der Pause gab es zunächst vor dem Liestener Kasten Aufregung. Nach einer Ecke forderten die Arneburger einen Handelfmeter (42.). Aber Schiedsrichter Norman Schütze ließ weiterspielen.

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Torlos in die Halbzeit

RWA-Torwart Oliver Höller schnappte Steven Beck, der alleine auf den Keeper zulief, gerade noch rechtzeitig den Ball (44.) weg. Ansonsten hätte Beck in aussichtsreicher Position den Ball am Fuß gehabt. Nur eine Minute später stieg Steven Beck bei einer Ecke zum Kopfball hoch und platzierte die Kugel direkt in den Armen des Torwarts, sodass es mit 0:0 zur Halbzeit ging.

Während die erste Hälfte völlig ausgeglichen war, erspielte sich Liesten im zweiten Durchgang mehr Torchancen. Paul Langer verpasste eine Hereingabe nur knapp (47.). Das Tor wäre leer gewesen. Ein Freistoß von halblinks bescherte Steven Beck eine weitere Kopfballmöglichkeit (58.). Das Leder flog aber ein Stück zu hoch über das Tor. Es folgten weitere Chancen für den SVL, die Arneburg aber nicht ernsthaft in Bedrängnis brachten.

Arneburg blieb jedoch gefährlich. Karsten Müller setzte einen Freistoß aus halblinker Position etwa 25 Meter vom Tor entfernt knapp über die Latte (73.). Eine Minute später feuerte Markus Becker einen Schuss von der Strafraumgrenze ab, den SVL-Keeper Dawid Szczerbik über den Querbalken lenkte.

Nach dem Abpfiff gleich Elfmeterschießen

Die wahrscheinlich aussichtsreichste Chance, die Partie in der regulären Spielzeit zu entscheiden, hatte Steffen Schmidt in der 80. Spielminute. Fünf Meter vor dem RWA-Tor kam der Liestener an den Ball, konnte diesen aus dem Gewusel heraus aber nicht gezielt auf das Tor bringen.

Nach dem Abpfiff ging es gleich bei einsetzendem Starkregen zum Elfmeterschießen. Während sich die Liestener vom Punkt aus keine Blöße gaben, setzte Markus Becker als dritter Arneburger Schütze den Ball ein ganzes Stück über die Latte. Niklas Riehn scheiterte an Dawid Szczerbik, der zuvor bereits einen Elfmeter für den SVL versenkte.

Fortuna mit Liesten im Bunde

„Das Spiel war hart umkämpft. Ich denke aber, dass wir verdient gewonnen haben, da wir vor allem in der zweiten Halbzeit das dominantere Team waren“, schätzt Liestens sportlicher Leiter Mario Schulz ein. „Trotz des Testspielcharakters der Begegnung sind wir sehr froh, endlich den Altmarkpokal geholt zu haben“, freut sich Schulz. „In der Liga müssen wir aber noch in der Offensive zulegen und zwingender vor dem Tor agieren.“

Aus Sicht von Rot-Weiß Arneburgs Trainer Florian Steinhagen war Liesten in der ersten Hälfte einen My besser. Insgesamt habe die Partie aus Steinhagens Sicht keinen Verlierer verdient. Mit Blick auf die Liga zähle das 0:0 nach 90 Minuten für ihn. „Die Elfmeter von Liesten war alle top geschossen“, erkennt Steinhagen die Leistung des Siegers an. „Die Sicht während der letzten 20 Minuten war aber sehr grenzwertig“, kritisiert der RWA-Coach nicht als einziger die späte Ansetzung.

SV Liesten: Jonathan Gehrke (46., Dawid Szczerbik) - Jan Steckmann (46., Paul Langer), Lucas Bresch, René Mangrapp, Steffen Mangrapp (75., Steffen Schmidt), Sebastian Kordus, Marcin Galkowski, Timm Müller, Henning Schröder, Stephan Benecke, Steven Beck (59., Hannes Glameyer).

Statistik

Rot-Weiß Arneburg: Oliver Höller - Danny Kiefel, Markus Becker, Martin Gebauer, Niklas Riehn, Christian Nix, Christopher Bünning (46., Sebastian Engels), Karsten Müller, Jonas Hellmig (75., Dennis Wiechmann), Michael Winkelmann, Sven Lübke (46., Marco Pawellek).

Torfolge: 0:1 Dennis Wiechmann, 1:1 Henning Schröder, 1:2 Michael Winkelmann, 2:2 Dawid Szczerbik, Markus Becker (Arneburg) verschießt, 3:2 Marcin Galkowski, 3:3 Marco Pawellek, 4:3 Stephan Benecke, Niklas Riehn (Arneburg) verschießt.

Besondere Vorkommnisse: Keine.

Zuschauer: 270

Schiedsrichter: Norman Schütze (Gardelegen), Stefan Liebrecht, Mattes Schulze.