Lindstedt l Die Lindstedter haben gegen Landesklasse-Vertreter SV Medizin Uchtspringe mit 2:8 (0:6) den Kürzeren gezogen.

Die Mannschaft von Wacker-Trainer Michael Busse, die einige Ausfälle kompensieren musste, zog sich gegen den in der Vorsaison, lange als Aufstiegsaspiranten geltenden Klub aus der Altmark Ost, achtbar aus der Affäre.

Gedenkminute für Feisel

Bevor die Begegnung begann, wurde eine Gedenkminute an Erich Feisel abgehalten. Der sich ehrenamtlich engagierende Feisel, der sich über viele Jahre als Zeugwart um den Sportplatz und dessen Beschaffenheit kümmerte, verstarb am 28. Juni diesen Jahres im Alter von 63 Jahren.

Die ersten Minuten der Partie gehörten dann dem Kreisoberliga-Aufsteiger Wacker Lindstedt. Kämpferisch voll auf Augenhöhe mit dem Favoriten in den blauen Trikots initiierten die Gastgeber ihren ersten Angriff nach zwei Minuten. Danach sollten die Mediziner das Heft des Handelns in die Hand nehmen.

Roggenthin eröffnet den Torreigen

Nach fünf Minuten zog Patrick Bonatz nach Vorarbeit von Max-Marten von Stachelski ab und verfehlte sein Ziel nur knapp. Nur zwei Minuten später zeigte sich Thomas Roggenthin umso zielsicherer. Nach kurz ausgeführter Ecke von rechts und einem tollen Schuss von Christoph Scheel, der im Stile eines Arjen Robben nach innen zog und den Pfosten traf, sprang der Ball direkt vor die Füße von Roggenthin, der nur noch abstauben brauchte.

In der Folge zeigte sich Lindstedt nicht geschockt und versuchte mit schnellem Umkehrspiel in aussichtsreiche Positionen zu gelangen. Die Gastgeber versuchten stets, mit dem Mitfavoriten auf den Landesliga-Aufstieg mitzuhalten.

Christoph Scheel riss das Spiel bei den Medizinern immer wieder an sich und übernahm das Kommando. Ihm war es vorbehalten, mit einem tollen Heber über Patrick Blei, das 2:0 zu markieren (13.).

Lindstedt schüttelte sich erneut und marschierte mit Christian Kallweit nach vorne, der die Bälle festmachte. Genau in der Drangperiode des Gastgebers, gelang es Marcel Brinkmann mit einem tollen Lauf in die Schnittstelle der Abwehr, auf 3:0 zu erhöhen. In hohem Tempo ließ er Verteidiger und Torwart Blei stehen und bewies aus spitzem Winkel ein feines Füßchen (18.).

Chancen werden genutzt

Nicht nur Brinkmann war voll auf der Höhe, sondern SVM-Kapitän Thomas Roggenthin, der die Verteidiger im Spielaufbau störte und fleißig anlief. Zum Nutznießer des starken Pressings avancierte Roggenthin selbst, der sich für seine Mühen belohnte. Vorausgegangen war ein Fehlpass von Martin Voigt, der den heraneilenden Torschützen übersah und quer anspielte. Voigt, der ansonsten einen emsigen und agilen Eindruck hinterließ, ärgerte sich über seinen Schnitzer zurecht.

Bei den Gästen klappte noch nicht alles, aber vieles, wie sich spätestens nach dem 5:0 herausstellte. Michael Adam profitierte vom starken Lauf des Mannschaftskollegen Bonatz. Dieser scheiterte zwar noch mit der Innenseite an Schlussmann Blei, doch der Nachschuss Adams saß (33.). Das halbe Dutzend manifestierte Sebastian Prehm noch vor der Pause, nach einem starken Sololauf von Thomas Roggenthin, der drei Verteidiger auf dem Weg zum Tor umkurvt und das Auge für den Nebenmann behielt. Bitter für die Gäste, die trotz Rückstand gewillt waren, eine spielerische Lösung zu finden. Vor allem Torwart Blei wusste, mit modernem Torwartspiel zu gefallen. Eine sichere Bank und immer anspielbar in brenzligen Situationen zeigte er eine gute Leistung.

Bei den Gästen stimmte vor allem die Zielstrebigkeit und die Kommunikation. Einen seriösen Auftritt legten die Blauen hin, bei denen Scheel die Fäden zog und die Verteidiger Robin Stoppa und Gunnar Peters in der Defensive nahezu ohne Fouls auskamen. Beide liefen ihre Gegenspieler schlicht und ergreifend einfach ab.

Underdog trifft nach der Pause

In Hälfte zwei durften die Gastgeber ihr erstes Tor erzielen. Nach der Pause agierten die Wackeraner mit Biss. Viel vorgenommen hatte sich dabei Daniel Grützmacher, der sich an der Strafraumkante drehte und das kurze Eck zum 1:6 anvisierte. Vorausgegangen war ein langer Einwurf auf den Torschützen, der sich clever durchsetzte.

Die Gäste ließen keine Arroganz aufkommen und fuhren die Konzentration umgehend hoch. Brinkmann (51.) staubte ab. Auf der Gegenseite erzielte Robert Fenger das Tor des Tages. Aus 16 Metern zog der Linksfuß mit dem Spann ab und traf genau in das Dreiangel. Torwart Michael Blank flog vergebens und konnte dem Ball nur noch auf seinen Weg zum 2:7 begleiten.

Brinkmann setzt den Schlusspunkt

Das achte und letzte Tor war erneut Brinkmann vorbehalten, der in Minute 64 den Endstand herstellte. Danach nahm der SVM den Fuß vom Gas und spielte das Ergebnis herunter.

Co-Trainer Rico Matschkus, der Cheftrainer Lars Reifke auf der Bank der Mediziner vertrat, äußerte sich zufrieden mit der Darbietung gegen Lindstedt: „Für uns war das eine gute Trainingseinheit, in der wir richtig Gas gegeben haben. Beim letzten Testspiel haben wir noch zu viele Chancen liegen lassen. Dieses Mal war die Torausbeute besser.“

Lindstedt-Trainer Michael Busse attestierte seiner Truppe eine gute Moral, trotz der Höhe der Niederlage: „Die Überlegenheit von Uchtspringe hat man gesehen. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit der Leistung. Es war schwer, die Leute aus dem Urlaub heran zu karren, um am Ende elf Mann auf den Platz zu bringen. Wir steigen erst am 28. August in die Saison ein und befinden uns erst seit wenigen Tagen im Training. Ich bin positiv überrascht von meiner Mannschaft, die nie aufgesteckt hat. Der Sieg ist für Uchtspringe in der Höhe dennoch gerecht.“

Der Aufsteiger musste sich nach dem Spiel nicht lange grämen. Uchtspringe kann mit der Einstellung und gezeigten Leistung im Test, viele positive Dinge für die kommenden Aufgaben ableiten.

Statistik

SV Wacker Lindstedt: Blei – Giebler, Voigt, Panczyk, Lieske, Knoblauch, Grabert, Grützmann, Ernst, Fenger, Kallweit.

SV Medizin Uchtspringe: Blank, Peters, von Stachelski (40. Prehm), Stoppa, Rothe, Adam, Bonatz, Scheel, Roggenthin, Brinkmann.

Schiedsrichter: Eckhard Nickel.

Zuschauer: 65.

Tore: 0:1 Roggenthin (7.), 0:2 Scheel (13.), 0:3 Brinkmann (15.), 0:4 Roggenthin (22.), 0:5 Adam (33.), 0:6 Prehm (45.), 1:6 Grützmann, 1:7 Brinkmann (51.), 2:7 Fenger (62.), 2:8 Brinkmann (64.).