Mechau l Vor 173 zahlenden Zuschauern konnte sich Eintracht Salzwedel im Kreispokal-Derby gegen die SG Eintracht Mechau deutlich mit 5:1 (2:0) durchsetzen. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre das Ergebnis wohl noch deutlich höher ausgefallen.

Das Kreispokal-Achtelfinale zwischen Eintracht Mechau und Eintracht Salzwedel begann aufgrund der Vorfälle in Halle/Saale am vergangenen Mittwoch zunächst mit einer Schweigeminute. Anschließend pfiff der Unparteiische Remo Günther das mit Spannung erwartete Eintracht-Derby an.

Vorfreude ist groß

Acht Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen im Mechauer Sportpark in einem Pflichtspiel, war die Aufregung natürlich auf beiden Seiten groß. Vor allem die Mechauer, die als Kreisoberligist als Underdog ins Spiel gingen, waren hochmotiviert und hofften auf die Überraschung. Allerdings hatte der Tabellenzweite der Fußball-Landesklasse - der SV Eintracht Salzwedel - andere Pläne und übernahm nach kurzer Anfangsphase sofort das Kommando.

Den ersten Warnschuss des Spiels gab der Salzwedeler Spielführer Kevin Gebert ab, verfehlte das Tor der Platzherren jedoch deutlich (4.). Sechs Minuten später hätte es dann eigentlich 1:0 für die 09er stehen müssen. Julian Seehausen fand am zweiten Pfosten den ebenfalls aufgerückten Malte Liestmann, der aus guter Position deutlich am Gehäuse vorbei köpfte.

Heuer tifft zur Führung

Nachdem Seehausen aus der zweiten Reihe (12./knapp vorbei), Fabian Beck (15./knapp vorbei) und Gebert per Kopf (20./vorbei) weitere Hochkaräter ausließen, war der Bann in der 26. Minute dann doch gebrochen. Nach einer Vorlage von Gregor Roth setzte sich Stefan Heuer in zentraler Position gegen mehrere Bewacher durch und vollendete anschließend unter Bedrängnis zur 1:0-Führung.

In der Folge hielten die Gäste das Tempo hoch, setzten die Mechauer fast auf dem gesamten Spielfeld unter Druck und erzwangen so Fehler. Von der Mießner-Elf war indes offensiv relativ wenig zu sehen. Die Momente zum Umschalten waren zwar hin und wieder vorhanden. Allerdings war der Ballführende dann zumeist auf sich alleine gestellt, weshalb die Kugel relativ schnell wieder hergegeben wurde.

Defensiv ackerten die Gastgeber zwar und führten auch gute Zweikämpfe. Allerdings fehlte den Mechauern vor allem im Zentrum der Zugriff, weshalb diese Reihen immer wieder sehr schnell überspielt wurden. So ließ das 2:0 nicht lange auf sich warten. Dieses Mal fungierte Heuer als Vorlagengeber und fand in der Box den besser postierte Fridolin Hamann. Dieser musste nur noch den Fuß hinhalten und traf.

Roth lässt Chance vor der Pause liegen

In der zweiten Minute der Nachspielzeit hätten die Kreisstädter fast das dritte Mal gejubelt. Allerdings konnte der stark aufgelegte SGE-Schlussmann Julius Boczek den abgefälschten Schuss von Gregor Roth aus kurzer Distanz parieren.

In den zweiten 45 Minuten ging es etwas behäbiger zu. Ob es nun daran lag, dass die Salzwedeler nicht mehr das hohe Tempo der ersten Hälfte an den Tag legten oder daran, dass die Mechauer schlichtweg besser gegen den Ball standen, bleibt Auslegungssache. Nichtsdestotrotz verbuchten die Gäste weiterhin viel Ballbesitz und in der 55. Minute dann auch die nächste Großchance.

Nachdem Heuer aus der Drehung an Boczek scheiterte (55./stark gehalten), musste in der 58. Minute auch Salzwedels Keeper Dennis Röhl den ersten Ball parieren. Weber versuchte es von der Strafraumkante, brachte allerdings nicht genügend Druck hinter Ball (gehalten). Danach war aber wieder Salzwedel dran.

Erst erzielte Beck nach Zuspiel von Hamann das 3:0 und wenige Sekunden später erhöhte Heuer auf 4:0. In der 66. Minute dachte sich dann Salzwedels Jan Plewe, der dennoch ein sehr ordentliches Spiel machte, dass es nun Zeit für den Mechauer Ehrentreffer ist. Plewe spielte einen folgenschweren Querpass in die Füße von Weber, der vor dem Tor cool blieb und überlegt zum 1:4 vollendete.

Roth setzt auch Schlusspunkt

Der Beginn einer grandiosen Aufholjagd war das allerdings nicht. In der 70. Minute stellte Roth den alten Vier-Tore-Vorsprung wieder her und traf zum 5:1-Endstand. In der Schlussphase hätten die Salzwedeler das Ergebnis noch weiter in die Höhe schrauben können, blieben beim Abschluss aber glücklos.

Am Ende setzte sich der Favorit aus Salzwedel absolut verdient durch. Das Spiel hatte zwar nicht mehr den Charme, den es noch zu Landesliga-Zeiten hatte, war aber dennoch gut anzusehen.