Beetzendorf l Nach dem Sieg beim Hallensupercup des KFV Altmark-West und Platz drei beim Soccercup in der heimischen Willi-Friedrichs-Halle, konnte der SSV 80 Gardelegen am Sonntag den zweiten großen Titel der Hallensaison einfahren. Durch einen 3:1-Erfolg über den SV Medizin Uchtspringe, gewann der Herbstmeister der Fußball-Landesliga in der Beetzendorfer Sporthalle die 29. Auflage des Altmark-Masters.

SSV mit Revanche zum Turniersieg

Der SSV 80 Gardelegen ist einfach eine bärenstarke Hallenmannschaft! Nachdem die 80er im Vorjahr beim Hallensupercup und beim Altmark-Masters jeweils eine Finalniederlage gegen den SV Eintracht Salzwedel 09 hinnehmen mussten, gelang der Mannschaft von Norbert Scheinert nun bei beiden Turnieren die Revanche. Während das Supercup-Finale deutlich gewonnen werden konnte, setzte sich der SSV im Halbfinale des Masters in der Schlussphase des Spiels doch mit 3:1 gegen Salzwedel durch und sicherte sich somit das Final-Ticket. Im Finale gegen den SV Medizin Uchtspringe herrschte eine sehr aufgeheizte Stimmung. Die Mediziner fühlten sich bei so mancher Szene schlecht vom Unparteiischen behandelt, weshalb das Fass drohte überzulaufen. Dennoch bewies der Landesligist - trotz eines sehr jungen Durchschnittsalters - eine unglaubliche Abgeklärtheit und sicherte sich am Ende verdientermaßen den Titel.

Röhl erneut bester Torwart

Obwohl der SSV 80 Gardelegen am Ende den großen Wanderpokal in die Höhe strecken durfte, gingen sämtliche Einzelauszeichnungen nach Salzwedel und Uchtspringe. Während die Uchtspringer Tormaschine Marcel Brinkmann zum besten Spieler gewählt wurde, sicherte sich Salzwedels Luca Nowak mit seinen acht Treffern die Torjägerkanone. Der Titel des besten Torhüters ist ein Titel, den man Dennis Röhl vom SV Eintracht Salzwedel 09 mittlerweile eigentlich schon beim Betreten der Halle überreichen könnte. Nach 2017, 2018, 2019 konnte sich der Salzwedeler Schlussmann zum vierten Mal in Folge die kleine Trophäe sichern.

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Gruppe A

Im Eröffnungsspiel des 29. Altmark-Masters gab sich der Titelverteidiger aus Salzwedel keine Blöße und konnte den ostaltmärkischen Hallenkreismeister Schönberger SV mit 6:0 bezwingen. Nachdem im Anschluss auch das Spiel gegen den SV Liesten 22 mit 4:0 gewonnen werden konnte, war der Viertelfinaleinzug klar. Die 22er taten sich in der Gruppenphase schwer und mussten bereits im Auftaktspiel gegen TuS Wahrburg eine 1:2-Pleite hinnehmen. Weil das letzte Vorrundenspiel gegen Schönberg mit 3:1 gewonnen werden konnte, konnte sich die Piotrowski-Elf immerhin noch den dritten Platz der Gruppe A sichern und zog ebenfalls ins Viertelfinale ein. Den Kampf um den ersten Platz der Vorrunde gewann Wahrburg. Die Rand-Stendaler setzten sich mit 4:2 gegen Salzwedel durch und zogen somit mit maximaler Ausbeute in die Runde der besten acht Mannschaften ein.

Gruppe B

In der Gruppe B wurde der 1. FC Lok Stendal seiner Favoritenrolle absolut gerecht. Ein 4:1-Sieg gegen den FSV Eiche Mieste, ein 5:1-Kantererfolg über den Kreveser SV und der 5:1-Derbysieg über den TuS Schwarz-Weiß Bismark bedeuteten am Ende den ersten Platz. Zweiter wurde schließlich der Kreveser SV. Die Männer vom Gänseberg bewiesen auch in der Halle viel Moral, drehten die Partie gegen Bismark in einen 2:1-Erfolg und konnten auch gegen Mieste einen Rückstand aufholen. Der FSV Eiche Mieste hat indes die große Überraschung verpasst. Beim 3:3-Remis gegen Bismark konnte die Kausche-Elf dreimal einen Rückstand egalisieren. Im Spiel gegen Krevese führte der FSV mit 2:0, später mit 3:2 und spielte am Ende dennoch nur Remis. Die zwei Punkte in der Gruppenphase reichten nicht für den Viertelfinaleinzug, weil nur die besten beiden Dritten weiterkamen. Die größte Enttäuschung dieser Gruppe und vielleicht des Turniers waren die Bismarker, die mit einem mageren Punkt als Letzter frühzeitig die Segel streichen mussten.

Gruppe C

In der Gruppe C startete der SSV 80 Gardelegen in der ersten Partie zwar nur mit einem 1:1-Remis gegen den SV Medizin Uchtspringe, konnte in der Folge aber seiner Favoritenrolle gerecht werden. Durch einen 2:1-Sieg über Tangermünde und dem 5:3-Erfolg über Möringen, stand am Ende der erste Platz zu Buche. Die Tangermünder Saxonen zogen als Zweiter ins Viertelfinale ein. Mit dem 7:1-Kantersieg über Möringen setzten die Kaiserstädter zu Beginn ein dickes Ausrufezeichen, mussten sich aber direkt im Anschluss dem SSV geschlagen geben. In der letzten Partie wurde Uchtspringe mit 5:1 in die Schranken verwiesen. Diese Niederlage war für die Mediziner sicher nicht schön, änderte aber nichts am dritten Platz und dem damit verbundenen Viertelfinaleinzug. Letzter mit null Punkten wurde der Landesliga-Aufsteiger Möringer SV.

Überraschungen im Viertelfinale

Nach der Vorrunde standen die Viertelfinalpartien auf dem Programm. Zunächst trafen die Wahrburger auf den SV Medizin Uchtspringe. Mit Blick auf die Vorrunde mussten die Zuschauer aber feststellen, dass das Ergebnis mehr als nur eine kleine Überraschung werden sollte. Schließlich setzte sich Uchtspringe deutlich mit 6:1-Toren durch. Im zweiten Viertelfinale folgte auch direkt die zweite dicke Überraschung. Stendal führte gegen den SV Liesten früh mit 1:0, verpasste es in der Folge aber nachzulegen. So kam es, wie es kommen musste. Der A-Jugendliche Paul Langer erzielte kurz vor Ultimo den 1:1-Ausgleich und rettete den SVL damit ins Neunmeterschießen. Nachdem beide Mannschaften die ersten beiden Neunmeter verwandelten, scheiterte Stendals Denis Neumann an den SVL-Keeper Jonathan Gehrke. Liestens Lucas Bresch hatte seine Nerven beim entscheidenden Neunmeter unter Kontrolle und sorgte mit seinem Treffer für den Halbfinaleinzug des SV Liesten 22.

Eine weitere kleine Überraschung gab es im dritten Viertelfinale. Dass die Salzwedeler Eintracht in der Halle gegen den FSV Saxonia Tangermünde gewinnt, war nicht der Aufreger. Weil sich die 09er aber deutlich mit 4:0 durchsetzten, schien der Traum von der Titelverteidigung tatsächlich möglich zu sein. Im letzten Viertelfinale tat der SSV 80 Gardelegen nicht mehr als nötig und setzte sich mit einer souveränen Vorstellung mit 2:0 gegen den Kreveser SV durch.

Halbfinale

Im Halbfinale traf Uchtspringe zunächst auf den SV Liesten. Nach ausgeglichener Anfangsphase schalteten die Ostaltmärker einen Gang hoch und gingen in der siebenten Minute durch Max Morten von Stachelski in Front. Dieser Treffer zeigte Wirkung bei den 22ern, die sich nur wenige Sekunden später durch ein Eigentor selbst aus dem Spiel nahmen. Kurz vor Ultimo sorgte Marcel Brinkmann für den 3:0-Endstand. Im zweiten Halbfinale kam es zur Neuauflage des Finales aus dem Vorjahr. Wie beim Hallensupercup kam die Eintracht schlecht ins Spiel. Bereits nach wenigen Sekunden brachte Martin Gille den SSV mit 1:0 in Front.

In der Folge hatten die 80er mehr vom Spiel, mussten in der vierten Minute aber dennoch den Ausgleich durch Fridolin Hamann hinnehmen. Anschließend sahen die Zuschauer eine taktisch geprägte Partie, in welcher keiner Mannschaft einen Fehler machen wollte. Als bereits viel auf ein Neunmeterschießen hindeutete, sorgte Florian Scheinert per Doppelpack für den 3:1-Sieg des SSV.

Spiel um Platz drei

Zunächst stand das Spiel um den dritten Platz an. Wie in der Vorrunde war der SV Eintracht Salzwedel gegen den SV Liesten das bessere Team und setzte sich verdient mit 5:2 durch.

Finale

Anschließend stand das Finale zwischen dem SV Medizin Uchtspringe und dem SSV 80 Gardelegen an. Dabei mussten die Zuschauer lange Zeit auf das erste Tor des Spiels warten. In der neunten Minute war es dann aber Sascha Enrico Gütte, der die Scheinert-Elf in Front brachte. Nachdem Simon Bache wenige Sekunden später auf 2:0 erhöhte, konnte Uchtspringe - begünstigt durch ein Eigentor von Gardelegen - den 1:2-Anschlusstreffer erzielen. Es war eine sehr hitzige Partie. Fast jeder Zweikampf sorgte in der Schlussphase für eine Unterbrechung des Spiels. Kurz vor Schluss herrschte in diesem engen Finale dann aber Gewissheit.

Bache sorgte mit seinem zweiten Treffer des Spiels für den 3:1-Endstand, womit der SSV 80 Gardelegen als Sieger des 29. Altmark-Masters feststand.