Gardelegen l  Auch bei den Torjägern und Zuschauern stehen die Westaltmärker derzeit an der Spitze. Von der Bundesliga bis zur Kreisklasse rollt aktuell kein Ball. In der Landesliga Nord sind bisher 19 von 30 Spieltagen ausgetragen worden. Allerdings haben viele Teams erst 16, 17 oder 18 Begegnungen absolviert. Frühestens am 20. April rollt der Ball wieder in der Liga. Der Fußballverband Sachsen-Anhalt hat alle Begegnungen bis einschließlich 19. April abgesagt.

FSA prüft Fortsetzung

Ob die Saison ordentlich zu Ende gespielt werden kann, abgebrochen werden muss oder der Fußballverband einen alternativen Modus entwickelt, steht aktuell in den Sternen. Am 23. März trifft sich der Fußballverband Sachsen-Anhalt, um die Lage neu zu bewerten.

Das Aussetzen des Spielbetriebes unterbricht den spannenden Kampf um den Aufstieg. Momentan führt der SSV 80 Gardelegen (41 Punkte) die Tabelle an. Der MSC Preussen folgt mit zwei Punkten Abstand, der MSV hat vier Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter. Das Tabellenmittelfeld reicht vom vierten bis zwölften Platz. Zwischen Union Heyrothsberge (29 Punkte) und dem Möringer SV (22 Punkte) liegen lediglich sieben Zähler. Die drei direkten Abstiegsplätze und den Relegationsplatz machen Irxleben (14 Punkte), Magdeburg-Neustadt (13 Punkte), Ottersleben (13 Punkte) und Niegripp unter sich aus, wenn die Saison noch einmal angepfiffen wird.

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Altmärker sind bei einem Abbruch gesichert

Aus altmärkischer Sicht lief die bisherige Saison gut. Möringen hat gute Chancen auf den Klassenerhalt, Havelwinkel Warnau (7.) und Schwarz-Weiß Bismark (8.) sind im sicheren Mittelfeld und Gardelegen klopft kräftig an die Verbandsliga Tür. „Wir wissen, was unseren Stärken sind, aber erwartet hat das von uns vor der Saison niemand, dass wir auf Platz eins stehen“, sagt SSV-Trainer Norbert Scheinert.

Aus seiner Sicht haben auch einige Teams spielerisch mehr Potenzial als Gardelegen, aber die Mischung verschiedener weiterer Komponeten macht den SSV 80 zum bis dato besten Team in der Landesliga.

SSV schwimmt auf einer Euphoriewelle

„Wir haben eine sehr junge ehrgeizige Truppe, in der jede Menge Potenzial steckt. Die Stimmung im Team ist gut und die Trainingsbeteiligung hoch. Dazu kommt die Schnelligkeit unserer Stürmer“, nennt Scheinert die Zutaten des Erfolgsrezeptes. Für gute Stimmung sorgen darüber hinaus auch die Zuschauer.

Im Durchschnitt kommen sogar mehr als 150 Besucher zu den Heimspielen auf die Rieselwiese. Die Fans sind aber nicht nur bei den Partien in Gardelegen am Start.

„Bei Auswärtsspielen sind oft mehr von unseren Fans vor Ort als von der Heimmannschaft. Der Aufwand, den die Fans betreiben, ist erstaunlich und macht uns stolz“, schwärmt Norbert Scheinert.

SSV ist für einen möglichen Start gewappnet

Ob und wie es für den SSV 80 Gardelegen weitergeht, steht noch in den Sternen. Der Trainer ist jedoch optimistisch, das sein Team in der Landesliga weiter oben mitmischt. „Die Jungs halten sich aktuell selbst fit und das Fußballspielen verlernen sie nicht vom einen auf den Tag“, weiß Scheinert. Wie und wann es mit dem Fußball weitergeht, will Scheinert nicht kommentieren. Der späteste Zeitpunkt, bis wann die Spielzeit abgeschlossen sein muss, ist aus Sicht des Coaches Mitte Juli.

Wenn die Saison fortgesetzt wird, ist der SSV 80 Gardelegen als Tabellenführer wieder der Gejagte. Der Coach macht sich und seinen Spielern allerdings keinen Druck, diesen Platz auf Biegen und Brechen bis zum Ende zu halten.

„Wir gucken von Spiel zu Spiel und nicht ständig auf die Tabelle. Klar ist, die Jungs wollen jedes Spiel gewinnen“, erklärt Scheinert. „Wenn wir am Ende dann auf dem ersten Platz stehen, werden wir in die Verbandsliga aufsteigen. Dennoch bleibt der Spaß am Fußball für uns das Wichtigste“, sagt der Übungsleiter.