Liesten l Der SV Liesten 22 hat im vorgezogenen Duell der Fußball-Landesklasse am Tag der Deutschen Einheit auf eigenem Rasen einen hart erkämpften 3:1 (0:1)-Erfolg gegen den SV Grün-Weiß Potzehne eingefahren. Dabei musste die Piotrowski-Elf aber bis weit in die Schlussphase  hinein warten, ehe der Erfolg unter Dach und Fach war.

Lohn für den Erfolg ist zudem die zwischenzeitliche Tabellenführung. Mit 16 Zählern aus sechs Spielen thronen die Liestener nun vor dem TuS Wahrburg (15) und Medizin Uchtspringe (13) an der Spitze des Klassements.

Für die Potzehner dagegen war es sicher eine „eingeplante“ Niederlage. Die Grün-Weißen hatten in den beiden Spielen zuvor ihre Hausaufgaben gemacht. „Alles, was in Liesten gekommen wäre, wäre für uns ein Bonus gewesen“, so Trainer Steffen Schulze.

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Borchert wird zum tragischen Helden

Zu so einer Art tragischer Held avancierte dabei André Borchert, der zunächst - nach tollem Durchstecker von Timon Torbahn - Ende der ersten Hälfte die Potzehner Führung erzielte, nach 65 Minuten aber wegen Schiri-Beleidigung den Roten Karton sah und seiner Mannschaft damit einen Bärendienst erwies.

Potzehne kann die Führung nicht verteidigen

Von diesem Zeitpunkt an nämlich wirkten die Potzehner, die bis dahin eine mannschaftlich geschlossen starke Leistung und den Liestenern ordentlich Paroli boten, angezählt. Die eigene Leistung war sogar so ordentlich, dass sich der Gastgeber in Halbzeit eins nur anderthalb Torchancen erarbeiten konnte und in seinem Spielfluss egörig gestört wurde. Die beste vergab Niels Bierstedt, als er sich im Eins-gegen-Eins gegen Grün-Weiß-Keeper Tim Hieronymus den Ball vom Fuß klauen ließ.

So kam die Piotrowski-Elf in Halbzeit zwei doch noch zurück. Die Liestener hatten aber ebenfalls Glück, noch vollständig auf dem Rasen zu stehen, denn Lucas Bresch senste in Minute 32 Roy Bröckel auf dem freien Weg zum Tor um. Manch ein Spieler sah dafür schon Rot.

Hausherren drehen Partie in der Schlussphase

In Minute 75 schaffte Stephan Benecke so zunächst das 1:1, nachdem Sebastian Kordus gegen Michael Hille gut nachsetzte. „Der Ball war aber schon 30 Zentimeter im Aus“, so Hilles Kommentar.

Nur fünf Minuten später war das Match komplett gedreht. Der eingewechselte Moritz Hackfurt, der das Spiel auf Außen sehr belebte, bereitete für Kordus vor, der direkt zum 2:1 (80.) einnetzen konnte.

Weil die Potzehner Konter jedoch zu harmlos waren und hinten nicht mehr so konzentriert verteidigt wurde, fingen sich die Grün-Weißen auch noch das 1:3 in der Nachspielzeit durch René Mangrapp ein.

Das war dann gleichzeitig auch der Endstand in einer - auch für das teilweise überforderte Schiri-Gespann - nicht immer einfachen Begegnung.

Damit machten die Liestener ihrem Mittelfeldakteur Timm Müller auch ein Geburtstagsgeschenk, denn er feierte an diesem Tag seinen 30.

Statistik

Torfolge: 0:1 André Borchert (43.), 1:1 Stephan Benecke (75.), 2:1 Sebastian Kordus (80.), 3:1 René Mangrapp (90.+5).

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte gegen Potzehnes André Borchert (65.) wegen Schiedsrichterbeleidigung.

Schiedsrichter: Steve Weise (Til Maschinsky, Peter Ritter).

Zuschauer: 137.