Langenapel l Besser späte Freude als gar keine. So erging es dem SV Langenapel. Als Vizemeister der Kreisoberliga Altmark West hinter dem MTV Beetzendorf hatte die Elf von Trainer Ronny Müller damit gerechnet, der Spielklasse erhalten zu bleiben. Doch sie hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der „Wirt“ war in diesem Fall der Landesverband Sachsen-Anhalt (FSA). Der ermöglichte dem SV Langenapel praktisch auf den letzten Drücker den Aufstieg in die Landesklasse, Staffel I. Weil der SV Grieben aus der Ostaltmark, dem eigentlich ein zweiter Startplatz neben dem Kreismeister TuS Wahrburg in der untersten Spielklasse auf Landesebene zugesichert wurde, sein Aufstiegsrecht nicht wahrnahm und der FSA in der Landesklasse I unbedingt 16 Vertretungen ins Rennen schicken möchte, bekam die Westaltmark unverhofft einen zweiten Aufstiegsplatz. Dadurch dürfen die Langenapeler neben Kreismeister MTV Beetzendorf hoch.

"Schon immer Ziel"

Die Nachricht am späten Dienstagnachmittag schlug ein wie eine Bombe beim SVL – und das im positiven Sinne. „Das ist durchweg positiv für uns. Es war schon immer unser großes Ziel, in dieser Liga zu spielen. Zuvor hat es eigentlich nur an Kleinigkeiten gelegen, doch es ist einfach nur schön, dass wir es nun doch noch geschafft haben“, freut sich Langenapels Vereinsvorsitzender Jens Hamer, der mit einer solch positiven Meldung nicht gerechnet hatte. Man hatte sich beim SVL auf eine weitere Saison in der Kreisoberliga eingestellt, wollte dort aber dann auch unbedingt den Aufstieg. Dieses Ziel hat sich das Team von Trainer Ronny Müller früher als erhofft erfüllt.

Doch wie kam es überhaupt zu diesem Szenario? Axel Garz, Spielausschussvorsitzender des Kreisfachverbandes (KFV) Altmark West, deckt auf: „Eigentlich wären weder wir noch der KFV Altmark Ost mit einem zweiten Aufstiegsplatz dran gewesen. Wir im Altmarkkreis Salzwedel waren von vornherein chancenlos, denn wir hatten im vorigen Jahr mit Diesdorf und Jävenitz bereits zwei Aufsteiger. Der Kreis Stendal lag an dritter oder vierter Stelle und hatte somit bessere Chancen.“ Fast ein Jahr später wurde der Ostaltmark das Recht, einen zweiten Aufsteiger in die Landesklasse zu schicken, doch zugesprochen. So weit, so gut. Doch als der SV Grieben, der im Vergleich zum Vizemeister SG Dobberkau/Bismark II als Spielgemeinschaft das Aufstiegsrecht besessen hätte, selbiges plötzlich nicht wahrnahm, änderte sich die Situation. Dazu Garz: „Der FSA plant, in allen Landesklasse-Staffeln mit 16 Mannschaften zu spielen. Dafür hätten aber nicht genügend Teams zur Verfügung gestanden.“ In Zukunft, so der Spielausschussvorsitzende, forciert der Landesverband die Bildung einer siebten Staffel, so dass automatisch alle Kreismeister aufsteigen können. Um die Staffel I der Landesklasse aufzufüllen, fehlte nach Griebens Verzicht eine Mannschaft. Axel Garz handelte, fragte bei Mario Pinkert, 2. Vizepräsident vom FSA, nach und bekam eine hoffnungsvolle Antwort. „Er sagte mir mit einem Grinsen: ‚Du weißt, was du zu tun hast‘. Daraufhin habe ich mit dem SV Langenapel gesprochen und gefragt, ob das Interesse am Aufstieg bestünde“, erzählt Garz. Aus Langenapel kam sofort ein klares „Ja“. Dass es einen zweiten Startplatz für Altmark West überhaupt geben würde, wurde erst am Montag beim Stammtisch der KFV-Präsidenten, wobei Heinrich Piep die Westaltmark vertrat, in Neugattersleben beschlossen. Axel Garz erhielt die Zusage vom FSA am Dienstagnachmittag und verbreitete sie direkt an die Betroffenen.

"Freue mich für jede Mannschaft"

„Ich freue mich für jede Mannschaft, die aus unserem Kreis auf Landesebene spielt. Gerade Langenapel, wo traditionell gut gearbeitet wird, kämpft ja schon seit Jahren darum“, so der Spielausschussvorsitzende, der die Kreisoberliga nun wieder auf 14 Teams („Darüber beraten wir noch im Präsidium“) auffüllen möchte. Groß ist die Freude natürlich in Langenapel. „Als ich von unserer Chance hörte, habe ich nach Rücksprache mit unserem Trainer Ronny Müller am Sonntag gleich den Antrag eingereicht“, erklärt Vereinschef Jens Hamer. Zwei Tage später dann die erfreuliche Nachricht: Der Antrag wurde genehmigt, der SVL darf in die Landesklasse aufsteigen. „Die Meldung kam in der Mannschaft direkt positiv an. Ich denke, Ronny wird die Mannschaft bestens auf diese Spielklasse vorbereiten und dafür sorgen, dass sie konkurrenzfähig ist“, hat Hamer, der zunächst noch ein paar „Hausaufgaben“ („Die Anforderungen in der neuen Liga sind etwas größer“) erledigen muss, großes Vertrauen in seinen Coach. Natürlich kann das große SVL-Ziel in der Landesklasse (Staffeltag: 22. Juli in Osterburg) erst einmal nur „Klassenerhalt“ lauten. „Alles weitere wäre sicherlich erst einmal Zubrot, doch ich denke, dass wir dazu in der Lage sein dürften, in dieser Liga mitzuspielen und für die eine oder andere Überraschung zu sorgen“, fügt der Vereinsvorsitzende, der die neuen Konkurrenten nicht einschätzen kann, mit Blick auf das im Kreis über Jahre angedeutete spielerische Potenzial an.

Ganz unabhängig vom plötzlichen Aufstieg beginnen die Mannen um Torjäger Michael Vogt (42 Treffer in der Kreisoberliga) am morgigen Freitag (19 Uhr) mit dem saisonvorbereitenden Training. Fakt ist: Als „Kanonenfutter“ kann man die Müller-Elf ganz sicher nicht bezeichnen, dafür womöglich als spielerische Bereicherung für die Liga. Denn den Begriff „Mauern“ kennt man beim SV Langenapel genau genommen nicht.