Letzlingen l Der SV Medizin Uchtspringe hat eine dickes Ausrufezeichen an die Liga-Konkurrenz gesetzt. Am ersten Spieltag der Fußball-Landesklasse, Staffel 1, gewann die Mannschaft von Trainer Lars Reifke in souveräner Manier beim FSV Heide Letzlingen überraschend deutlich mit 4:0.

Die Letzlinger spielten ihrerseits passabel mit, sollten aber gegen die Ostaltmärker an ihre derzeitige Grenze stoßen.

Das Spiel in Letzlingen begann mit einer Gedenkminute an den im April verstorbenen ehemaligen Jugendtrainer Holger Hennings, der das 100-jährige Vereinsjubiläum im August diesen Jahres damit zum Bedauern des Klubs nicht miterleben wird.

Einlaufmusik mit Mehrfachbedeutung

Mit der Einlaufmusik der Red Hot Chili Peppers und ihrem Song „Can‘t Stop“, welches auch die Boxwettkämpfe von Box-Legende Wladimir Klitschko in den Boxkampf-Arenen der Welt begleitete, wollte sich der Gastgeber pushen. Mit dem Song „Can‘t stop“ konnte der FSV zugleich das Gefühl transportieren, dass auch ein potenziell gefährlicher Virus wie Corona, die Fußballwelt nicht aufhalten kann. Was vor einigen Monaten noch Utopie zu sein schien, wurde nun Realität. Das ersehnte erste Punktspiel nach dem Shut-Down konnte ausgetragen werden.

Bei guter Stimmung, wenngleich unter den Bedingungen des Hygienekonzeptes, forcierten beide Teams ein hohes Tempo. In der ersten Viertelstunde wussten vor allem Robin Ehrecke und Günter Ahlfeld mit guten Flankenläufen zu gefallen. Der Gast aus Uchtspringe agierte mit mehr Ballbesitz. Bei gegnerischem Ballbesitz war Pressing die klare Devise von Gästecoach Lars Reifke. Dies sollte sich auszahlen. Die in Rot gekleideten Gastgeber konnten sich keine Sekunde zurücklehnen und das eigene Kombinationsspiel nur schwerlich aufziehen. Das 1:0 von Stürmer Brinkmann nach Maßflanke von Mathias Lenz (18.) sollte den Siegeszug der Blauen einleiten.

Uchtspringe lief weiter bissig den Gegner an und wurde durch eine zu kurz geratene Rückgabe von Marc Schlamann in Richtung eigenen Keeper, schnurstracks auf die Siegerstraße gebracht. Erneut Brinkmann war der Nutznießer und vollendete auf das leer stehende Tor zum 2:0 (31.). Nach der Pause schüttelte sich der FSV und versuchte den Anschluss wieder herzustellen. Doch in die Dranperiode der Gastgeber hinein, erzielte Brinkmann das 0:3. Vorausgegangen war eine Slapstick-Einlage von Marc Schlamann,. Dem untröstlichen Pechvogel haftete bereits eine Mirschuld am zweiten Tor an. Das 0:4 und damit die Entscheidung führte Lukas Stein herbei (59.).

Uchtspringe-Coach Lars Reifke zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden: „Wir waren effektiv vor dem Tor und haben den Gegner gut unter Druck gesetzt. Der Sieg war verdient.“

Letzlingen Coach Dirksen Höft dagegen ärgerte sich über die Art und Weise der Niederlage: „Das war viel zu einfach. Die Tore legen wir uns durch einfache Fehler selbst rein. Vorne hatte uns die Durchschlagskraft gefehlt. “

Ein Trost bleibt dem FSV: Im Pokalfinale hat die Höft-Elf die Chance auf einen Titel.